SAG-AFTRA startet neue Verhandlungen mit Studios

Die Schauspielgewerkschaft verhandelt ab sofort mit der AMPTP unter Medien-Blackout, der bestehende Tarifvertrag läuft Ende Juni aus.

Die US-Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA hat in dieser Woche neue Tarifgespräche mit den großen Studios aufgenommen. Verhandelt wird mit der Alliance of Motion Picture and Television Producers, die die Interessen der Film- und Fernsehstudios vertritt. Wie branchenüblich vereinbarten beide Seiten zu Beginn einen Medien-Blackout, um öffentliche Begleitdebatten während der Gespräche zu vermeiden.

Zum Auftakt steht zunächst der Austausch von Forderungskatalogen an, gefolgt von mehreren Tagen interner Prüfung. Bereits am Wochenende hatte der nationale Vorstand von SAG-AFTRA das Verhandlungspaket einstimmig abgesegnet. Zuvor sammelte die Gewerkschaft über Wochen hinweg Rückmeldungen ihrer Mitglieder zu Löhnen und Arbeitsbedingungen – auch vor dem Hintergrund rückläufiger Beschäftigungsmöglichkeiten in der Branche.

Gewerkschaftspräsident Sean Astin erklärte, das Verhandlungspaket sei direkt aus diesen Gesprächen hervorgegangen. Man gehe geschlossen, vorbereitet und mit klarem Fokus in die Gespräche, um Schutzmechanismen zu sichern, die den heutigen Realitäten der Industrie und dem Wert der Arbeit der Mitglieder gerecht würden.

Inhaltlich will SAG-AFTRA vor allem bei Künstlicher Intelligenz und Streaming-Vergütungen nachschärfen. Zwar wurden nach dem Streik 2023 bereits Regelungen zur Nutzung von KI bei der Veränderung oder Erzeugung von Schauspiel-Leistungen vereinbart, doch sieht die Gewerkschaft weiterhin große Lücken – insbesondere beim Einsatz sogenannter „synthetischer Performer“, die keinem realen Menschen nachempfunden sind. Weitere Streitpunkte betreffen Streaming-Residuals, Self-Tape-Castings sowie Gesundheitsleistungen. Die Gespräche sind zunächst bis zum 6. März angesetzt, könnten bei Fortschritten aber verlängert werden.
10.02.2026 00:35 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/168808