ARD-Studio Tel Aviv bezieht neuen crossmedialen Standort

Zum 60-jährigen Bestehen hat das vom Bayerischen Rundfunk verantwortete ARD-Studio Tel Aviv neue Räumlichkeiten bezogen.

Unter Federführung des Bayerischer Rundfunk ist das ARD-Studio Tel Aviv an einen neuen Standort in der israelischen Metropole umgezogen. Die neuen Räumlichkeiten sind auf eine vollständig crossmediale Nutzung ausgelegt und sollen die Berichterstattung für Radio, Fernsehen und digitale Angebote gleichermaßen ermöglichen.

Das neue Studio versteht sich laut Wildermuth nicht nur als technischer Arbeitsplatz, sondern als journalistischer Ankerpunkt in einer politisch hochkomplexen Region. Gerade in einer Lage, in der sich Ereignisse häufig überschlagen, seien Einordnung, Kontextualisierung und Recherche vor Ort entscheidend. Der neue Standort solle genau dafür die nötigen Bedingungen schaffen und damit einen zentralen Anspruch des öffentlich-rechtlichen Journalismus erfüllen.

Technisch verfügt das Studio über vier modern ausgestattete Arbeitsplätze, an denen Korrespondentinnen und Korrespondenten Audio- und Videobeiträge produzieren und live senden können. Ergänzt wird die Ausstattung durch einen Greenscreen, der unter anderem für Kommentaraufzeichnungen etwa für die «Tagesthemen» genutzt werden kann. Ziel ist eine effizientere, vernetzte Arbeitsweise für alle Ausspielwege.

Mit dem Umzug wurden zugleich zwei bisherige Standorte aufgegeben. Historisch bedingt waren Radio- und TV-Redaktion in Tel Aviv bislang auf verschiedene Gebäude verteilt. Diese entsprachen zuletzt weder aktuellen Sicherheitsanforderungen noch modernen technischen Standards. Zudem waren Teile der Ausstattung seit mehr als 15 Jahren im Einsatz. Die neue Immobilie reduziert die genutzte Fläche um rund die Hälfte.

Initiiert und begleitet wurde der Umbau von Studioleiter Christian Limpert, für den die Einweihung eine der letzten Amtshandlungen darstellte. Seine turnusgemäße Amtszeit endet, zum 1. März übernimmt Björn Dake die Leitung des ARD-Studios Tel Aviv. Dake war zuletzt Korrespondent im BR-Hauptstadtstudio und arbeitete bereits mehrfach vertretungsweise in ARD-Auslandsstudios, darunter auch in Tel Aviv.

BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth: "Das neue ARD-Studio Tel Aviv ist viel mehr als ein Arbeitsplatz mit guter Technik und einer schnellen Leitung nach Deutschland. Es ist unser Anker in einer Region, in der sich die Ereignisse oft überschlagen. Die journalistische Arbeit in dieser komplexen Gemengelage zeigt exemplarisch, worauf es heute mehr denn je ankommt: auf Raum für Hintergründe, Kontextualisierung, Differenzierung und Reflexion. Darauf, rauszugehen, vor Ort zu recherchieren und mit Menschen zu sprechen, dranzubleiben an den Geschichten. Das unterscheidet 'reporter intelligence' von 'artificial intelligence' und ist ein zentraler Wert unseres öffentlich-rechtlichen Qualitätsjournalismus."
30.01.2026 14:43 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/168569