Ein neuer Film zeichnet das politische und private Leben des ehemaligen FDP-Vorsitzenden und Außenministers nach.

Am Montag, den 9. März, strahlt Das Erste um 22:50 Uhr den Dokumentarfilm
«Westerwelle» aus. Der Film von Jobst Knigge blickt auf das Leben und Wirken von Guido Westerwelle zurück, der über drei Jahrzehnte hinweg zu den prägendsten und zugleich umstrittensten Figuren der deutschen Politik zählte. Westerwelle begleitete den politischen Wandel von der Bonner zur Berliner Republik als brillanter Redner, Parteivorsitzender der FDP, Vizekanzler und Außenminister. Der Film zeigt seinen kometenhaften Aufstieg, den historischen Wahlerfolg der Liberalen 2009 ebenso wie den späteren Niedergang der Partei, den auch Westerwelle nicht mehr aufhalten konnte. Seine politische Art polarisierte – bei Gegnern wie bei Weggefährten.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf den letzten Lebensjahren Westerwelles. 2015 sprach er öffentlich über seine Leukämieerkrankung und den radikalen Bruch in seinem Leben. Der Dokumentarfilm lässt Westerwelle dabei selbst zu Wort kommen: Nach seiner Krebsdiagnose erzählte er dem Autoren Dominik Wichmann über viele Stunden aus seinem Leben. Diese Aufnahmen sind erstmals öffentlich zu hören und verleihen dem Porträt eine besondere Nähe.
Ergänzt werden die persönlichen Aussagen durch Gespräche mit seinem Ehemann Michael Mronz sowie politischen Wegbegleitern wie Silvana Koch-Mehrin, Renate Künast, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Christian Lindner und Klaus Wowereit. Mit teils unveröffentlichtem Archivmaterial entsteht ein vielschichtiges Bild eines Politikers, der als erster offen homosexueller Außenminister Deutschlands Geschichte schrieb, ohne daraus je politisches Kapital zu schlagen.