Eine nächtliche Dokumentation begleitet drei ostdeutsche Autorinnen auf einer entschleunigten Zugreise durch ein Land im Wandel.

In der Nacht zum Montag zeigt das ZDF am Sonntag, 8. März 2026, um 00:45 Uhr den Film
«Drei ostdeutsche Frauen bummeln durchs Land und prüfen die Schwerkraft der Verhältnisse – Von der Oder bis zum Rhein». Die Dokumentation der Mainzer Stadtschreiberin Annett Gröschner ist bereits ab dem 5. März im Streaming abrufbar und führt quer durch Deutschland – ausschließlich mit Regionalzügen, bewusst langsam und beobachtend.
Gemeinsam mit den Autorinnen Peggy Mädler und Wenke Seemann reist Gröschner von Frankfurt an der Oder bis nach Mainz am Rhein. Unterwegs begegnen die drei Frauen Menschen und Orten, die exemplarisch für gesellschaftliche Brüche, Umbrüche und Kontinuitäten stehen. Die Reise wird zu einer literarischen und politischen Bestandsaufnahme der Gegenwart in Ost und West – fernab schneller Urteile und vertrauter Klischees.
Stationen sind unter anderem Grünheide, wo der Bau der Tesla-Gigafabrik bis heute Proteste auslöst, Kirchmöser mit seiner Industriegeschichte oder Sangerhausen, wo eine Triebwagenführerin vom Leben und Arbeiten auf der Schiene erzählt. Auch Themen wie sanierte Plattenbauten in Leinefelde-Worbis, Erinnerungskultur in Kassel oder der Strukturwandel der Autoindustrie in Rüsselsheim fließen in die Erzählung ein.
Entstanden ist ein persönlicher, poetischer und zugleich politischer Film, der Gespräche, Landschaftsbilder und literarische Reflexionen miteinander verwebt. Im Mittelpunkt steht nicht das Ankommen, sondern das Unterwegssein – als Haltung gegenüber einer Gesellschaft, deren „Schwerkraft der Verhältnisse“ die drei Reisenden immer wieder neu befragen.