Die internationale Serien-Allianz wird um drei Jahre verlängert und zeigt erneut, was möglich ist, wenn öffentlich-rechtliche Sender strategisch zusammenarbeiten.

Die acht öffentlich-rechtlichen Sender der Kooperation „New8“ setzen ihre Zusammenarbeit fort. Beim Göteborg Film Festival haben SVT, DR, YLE, RÚV, NRK, VRT, NPO und das ZDF bekanntgegeben, ihr 2023 gestartetes Serienabkommen um weitere drei Jahre zu verlängern. Ziel bleibt die gemeinsame Entwicklung hochwertiger, gesellschaftlich relevanter europäischer Serienproduktionen mit internationaler Strahlkraft. Mit neuen Projekten wie «After Benjamin», «Stenbeck – Die Geschichte eines Medienmoguls» oder «Queen of Fucking Everything» bleibt „New8“ thematisch klar positioniert: gesellschaftlich relevant, europäisch erzählt, international verständlich.
Aus Sicht der beteiligten Sender ist die Verlängerung folgerichtig: Produktionen wie «Die Affäre Cum-Ex», «Elixir» oder «Push» erzielten Festivalerfolge, Nominierungen und starke Abrufzahlen in den jeweiligen Mediatheken "'New8' macht sichtbar, welche Programm-Qualität entsteht, wenn starke öffentlich-rechtliche Partner zusammenarbeiten. Die zahlreichen Nominierungen und Auszeichnungen von Projekten (…), aber auch die Erfolge der Programme im ZDF-Streamingportal zeigen eindrucksvoll die internationale Stärke und das kreative Potenzial, das in dieser Kooperation steckt," so Jasmin Maeda, Hauptredaktionsleiterin der Internationalen Fiktion im ZDF.
Auffällig ist dabei jedoch nicht nur der Erfolg der Öffentlich-Rechtlichen, sondern auch das, was fehlt: eine vergleichbare Initiative privater Sender. Weder große nationale Player noch internationale kommerzielle Netzwerke haben bislang eine ähnlich stabile, redaktionell getriebene Koproduktionsplattform auf die Beine gestellt. Gerade für Privatsender ist das ein unangenehmer Vergleich. Trotz größerer formaler Flexibilität, schnellerer Entscheidungswege und internationaler Vertriebsambitionen fehlt es offenbar an gemeinsamer strategischer Vision.