«Hacks»-Star Meg Stalter löscht TikTok-Account

Die Schauspielerin erhebt schwere Vorwürfe gegen TikTok: Inhalte zur US-Einwanderungsbehörde ICE seien blockiert worden – die Plattform widerspricht.

Die aus der Serie «Hacks» bekannte Meg Stalter hat ihren TikTok-Account gelöscht und dies öffentlich mit angeblicher Zensur begründet. In einem Instagram-Post erklärte Stalter, TikTok stehe unter neuer US-Eigentümerstruktur und überwache sowie unterdrücke kritische Inhalte. Sie habe keine Videos mehr hochladen können, die sich mit der US-Einwanderungsbehörde ICE beschäftigten – selbst dann nicht, wenn sie diese als Comedy getarnt habe. Zuvor folgten ihr rund 278.000 Nutzer auf der Plattform.

TikTok weist die Vorwürfe zurück und nennt technische Gründe. Laut einer Stellungnahme des TikTok-US-Joint-Ventures habe es einen Stromausfall in einem US-Rechenzentrum gegeben, der die Veröffentlichung neuer Inhalte verzögert habe. Man arbeite gemeinsam mit dem Rechenzentrumspartner an der Stabilisierung der Dienste. Auch weiterhin seien bei der Suche nach dem Stichwort „ICE“ kritische Inhalte auf der Plattform auffindbar, so das Unternehmen.

Hintergrund ist die jüngst abgeschlossene Neuaufstellung von TikTok in den USA. Der bisherige Eigentümer ByteDance gründete TikTok U.S. als Joint Venture mit mehrheitlich amerikanischen Investoren, um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Zu den Investoren zählen unter anderem Silver Lake, Oracle und der staatliche Investmentfonds MGX aus Abu Dhabi. Das US-Gesetz untersagt die Verbreitung von Apps, die zu mehr als 20 Prozent von einem „ausländischen Gegner“ kontrolliert werden. Die Debatte fällt in eine Phase massiver Proteste gegen das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde U.S. Immigration and Customs Enforcement. Nach tödlichen Schusswaffeneinsätzen bei Demonstrationen am vergangenen Wochenende meldeten sich zahlreiche Prominente zu Wort. Auch andere Stars beklagten angebliche Einschränkungen ihrer Reichweite auf TikTok, während Schauspielerinnen wie Olivia Wilde oder Natalie Portman bei öffentlichen Auftritten mit deutlichen politischen Statements auftraten.
27.01.2026 00:55 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/168386