Der erste Teil der neuen «37°»-Reihe läuft am Dienstag um 22.15 Uhr – prominent platziert und überraschend offen. Der Rest wird im Nachtprogramm gesendet.

Mit „Young Sex – Wie liebt die Gen Z?“ wagt sich die
«37°»-Reihe am Dienstag, 24. Februar 2026, um 22:15 Uhr an ein Thema, das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen lange Zeit eher randständig behandelt wurde. Dass das ZDF den ersten Teil der dreiteiligen Dokumentation prominent im Spätabend platziert, ist ein klares Signal: Sex, Intimität und Beziehungsmodelle der Gen Z sind kein Nischenthema mehr, sondern gesellschaftlich relevant – und diskussionswürdig zur besten Sendezeit.
Der Auftakt setzt dabei bewusst auf ein starkes dramaturgisches Konzept. Sechs junge Erwachsene treffen sich zu einem Blind Date in einer Bar – ohne Vorwissen übereinander, aber mit einem gemeinsamen Thema: Sex, Liebe und Glück. Die Kamera bleibt nah dran, die Gesprächsatmosphäre ist offen, teilweise konfrontativ, oft überraschend ehrlich. Schon in Teil eins prallen sehr unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander: von der 30-jährigen Jungfrau über ein frisch verheiratetes, monogames Paar bis hin zu polyamoren und bewusst undefinierten Beziehungsmodellen.
Umso irritierender wirkt im Anschluss die Programmstrategie für die Fortsetzungen. Teil zwei („Lowkey in love?“) wird in der Nacht auf Montag, 1. März, um 3:55 Uhr ausgestrahlt, Teil drei („Too free to be happy?“) folgt am Dienstag, 2. März, um 4:25 Uhr. Während der erste Teil also noch als gesellschaftlicher Debattenbeitrag zur Primetime platziert wird, verschwinden die weiteren Episoden faktisch aus dem linearen Hauptprogramm. Dabei sind es gerade diese Fortsetzungen, die das im Auftakt Gezeigte vertiefen: emotionale Verletzlichkeit, Beziehungsängste, Scham, Nähe und Ablehnung – all das, was über das erste „Beschnuppern“ hinausgeht. Die Nachtplatzierung sendet daher ein widersprüchliches Signal: inhaltlich mutig starten, programmlich dann aber zurückrudern.