Iman Tekle: ‚Ich war erst sprachlos‘

Nach dem Abschied von Jasmin Gassmann bekommt das Ermittlerteam von SOKO Stuttgart frischen Zuwachs: Ab dem 21. Januar 2026 verstärkt Iman Tekle als Kommissarin Toni Kidane die ZDF-Krimireihe.

Wie haben Sie reagiert, als klar war: Sie werden die neue Kommissarin bei «SOKO Stuttgart»?
Ich war natürlich erst sprachlos. Danach kam ziemlich schnell Respekt vor der Aufgabe. Ich hatte mich nach einer Veränderung gesehnt und das Angebot kam genau zur richtigen Zeit.

Welche Eigenschaft der Figur hat Sie sofort gepackt?
Dass Toni direkt ist, ohne kalt zu sein. Sie sagt, was sie denkt, aber immer aus echtem Interesse an Menschen. Das find ich stark.

Toni ist die Jüngste im Team und hinterfragt Gewohntes. Wie haben Sie diese Dynamik entwickelt?
Nicht über Rebellion, sondern über Neugier. Toni fragt nach, weil sie verstehen will – nicht, um Strukturen zu sprengen. Dadurch entsteht produktive Reibung.

Welche Aspekte der jüngeren Generation waren Ihnen persönlich wichtig?
Der Wunsch nach Sinn. Toni akzeptiert Dinge nicht nur, weil man sie „schon immer so gemacht hat“. Sie will wissen, warum und was das für Menschen bedeutet.

Wie spielt man eine wissbegierige, rastlose Figur ohne Überzeichnung?
Indem man sie nicht dauernd erklären lässt, wie neugierig sie ist. Toni handelt viel, denkt schnell und bleibt in Bewegung, das reicht, glaube ich.

Wie hat sich das „Willkommen“ hinter der Kamera angefühlt?
Überraschend entspannt und unkompliziert. Es hat sich angefühlt, als wäre ich schon immer dabei gewesen. Es war eher ein „Komm rein, wir drehen“ als ein großes Ankommen. Das mochte ich sehr.

Welche Facetten von Toni hoffen Sie noch zeigen zu können?
Mehr Ambivalenz. Ihre Zweifel, ihre Ungeduld, aber auch ihre Grenzen. Ich finde Figuren spannend, wenn sie nicht immer sofort wissen, was richtig ist.

Wie balanciert man Empathie und Professionalität?
Indem mach Empathie nicht als Schwäche spielt, sondern als Stärke. Toni hört zu, fühlt mit, und trifft gerade deswegen klare Entscheidungen.

Was war für Sie die größte Umstellung beim Einstieg in eine etablierte Serie?
Das Tempo. Eine Serie wie „SOKO Stuttgart“ hat einen sehr präzisen Rhythmus – da lernt man schnell, Entscheidungen zu vertrauen und nicht zu zerdenken.

Welchen Fall würden Sie sich für Toni wünschen?
Vielleicht einen, der keine saubere Lösung hat. Einen Fall, bei dem Toni merkt, dass richtig und falsch manchmal ziemlich nah beieinanderliegen.
19.01.2026 12:51 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/168046