arte erzählt in der eindrucksvollen Dokumentation von drei Menschen aus der Ukraine, die Kunst und Identität zu Waffen gegen Unterdrückung machen.

Am Dienstag, 20. Januar 2026, um 23:30 Uhr zeigt arte erstmals die 61-minütige Dokumentation
«Queens of Joy». Der Film fragt, wie der russische Angriffskrieg die queere Community in der Ukraine verändert hat – und porträtiert drei außergewöhnliche Persönlichkeiten, die sich mit Drag, Sichtbarkeit und Solidarität gegen Ausgrenzung und Propaganda stemmen.
Im Mittelpunkt stehen die Transgender-Aktivistin Monroe, der Drag-Künstler Oleksandr Danilin alias Marlen Skandal sowie der Soldat und Performer Artur Ozerov, bekannt unter dem Künstlernamen Aura. Gemeinsam organisieren sie eine Drag-Benefizshow, um die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen – und setzen damit ein starkes Zeichen: queere Identität und patriotischer Widerstand schließen sich nicht aus.
Der Film ordnet diese persönlichen Geschichten in einen größeren politischen Kontext ein. Seit dem Euromaidan 2013 hat sich die Ukraine zunehmend europäischen Werten angenähert, während Russland queere Lebensweisen gezielt als Feindbild instrumentalisiert. Besonders bitter: Jahrzehntelang waren LGBTIQ+-Personen in der Ukraine Diskriminierung, Diffamierung und Ausgrenzung ausgesetzt – heute kämpfen viele von ihnen an der Front Seite an Seite mit früheren Gegnern.
Regisseurin Olga Gibelinda erhält durch ihren engen Kontakt zur Community einen ungewöhnlich intimen Zugang. Ihr Film zeigt eine Gesellschaft im Umbruch, in der gerade jene Werte, die Russland bekämpft – Inklusion, Selbstbestimmung und Offenheit –, zur moralischen Kraft des Widerstands werden. Besonders bewegend ist der Blick auf Oleksandr Danilin, der nach Fertigstellung des Films schwer erkrankte und am 11. September 2025 an den Folgen einer Operation starb. Sein Vermächtnis verleiht der Dokumentation zusätzliche Dringlichkeit.