Christoph Hochhäusler brachte den Spielfilm vor zwei Jahren in die deutschen Kinos.

Zwei Jahre nach der Premiere wird
«Bis ans Ende der Nacht» beim Fernsehsender Das Erste ausgestrahlt. Christoph Hochhäusler führte Regie, Florian Plumeyer schrieb das Drehbuch. Der Spielfilm mit Timocin Ziegler, Thea Ehre, Michael Sideris und Ioana Iacob wurde von Heimatfilm gedreht.
Der Cop Robert trägt Lederjacke und die Haare etwas länger. Er ist ein Cop, wie er nicht im Buche steht – zumindest nicht im deutschen Kinodrehbuch. Als verdeckter Ermittler soll er über die fingierte Beziehung mit Leni, die im Gegenzug auf Bewährung aus der Haft entlassen wird, das Vertrauen eines Kriminellen gewinnen. Die Kontaktaufnahme gelingt beim Tanzkurs: Robert und Leni – er schwul, sie trans – haben Victor an der Angel. Oder doch er sie? Und sind bei der angeblich nur vorgetäuschten Liebe am Ende nicht sehr viel mehr Gefühle im Spiel?
Dies ist ein Film von Christoph Hochhäusler, daher gibt es keine einfachen Antworten oder gar schlichte Wahrheiten. Der gewiefte Plot oszilliert permanent; so entsteht ein ebenso geistreiches wie berührendes Vexierbild des Emo-Intellekts. Der Film ist ein (nicht ganz drogenfreier) Trip entlang der für den Regisseur zum Markenzeichen gewordenen Möbiusschleife aus Genre- und Autorenkino. Hinzu kommen einer der schönsten Nostalgie-Soundtracks des Jahres, eine abgerockt-romantische Atmosphäre mit Fassbinder-Charme und schließlich ein Ensemble, das den Täuschungsmanövern des Marionettenspielers Hochhäusler Leben einhaucht – Todessehnsucht inklusive.