Rundschau: Von Rentner-Detektiven bis zur Küblböck-Doku

Diese Woche mit einem humorvollen Krimi «Thursday Murder Club» über den düsteren Spionagethriller «Dark Wolf» bis hin zur bewegenden Doku «Die Küblböck-Story».

«Thursday Murder Club» (seit 28. August bei Netflix)
In diesem witzigen Krimi nach einem internationalen Bestseller werden Rentner-Detektiv*innen, die mit Leidenschaft ungelöste Fälle untersuchen, in einen Mordfall verwickelt.

Tagesspiegel: “Bleibt die Frage, ob man als Zuschauer dem Club beitreten sollte? Zwischenzeitlich gleitet «Thursday Murder Club» arg ins Komödiantische ab, kriegt aber die Kurve. Was auch gut ist, denn Netflix hat es spürbar auf eine Fortsetzung abgesehen. Dem Streaming-Abonnenten kann es nur recht sein, denn obwohl der Fall zwar komplex, aber nicht spektakulär ist, wird dennoch Krimi-Unterhaltung auf hohem Niveau und mit allerbester Besetzung geboten.“



«Dark Wolf» (seit 27. August bei Amazon)
«The Terminal List: Dark Wolf» erzählt die Vorgeschichte der Figur Ben Edwards – von seiner Zeit bei den Navy SEALs bis zu den geheimen Operationen der CIA. Der Spionagethriller thematisiert die Schattenseiten moderner Kriegsführung und deren menschliche Konsequenzen. Chris Pratt kehrt ebenfalls in seiner Rolle als James Reece zurück.

Variety: “In «Dark Wolf» besteht ein allgemeiner Widerspruch zwischen der geschickten Subtilität einer guten Spionagegeschichte und dem muskelbepackten Machismo der Kriegspornografie, die diese Serie sein möchte. Landry leitet eine klimatische Sequenz mit einem Seufzer ein: „Ich würde lieber ein paar Bier trinken, aber scheiß drauf – lasst uns in die Luft gehen.“ Das ist nicht Le Carré.“



«Long Story Short» (seit 22. August bei Netflix)
Vom Schöpfer von «BoJack Horseman» kommt diese animierte Komödie über eine Familie, in der die Geschwister von der Kindheit bis zum Erwachsensein und wieder zurück begleitet werden.

The Hollywood Reporter: “Wie der Titel der Serie schon andeutet, ist «Long Story Short» eine Matroschka-Puppe aus kleinen Geschichten, die sich liebevoll zu etwas emotional Resonanterem am Ende der ersten Staffel entwickeln, und egal, ob sie die Protagonistin oder die Antagonistin ist, Naomi Schwarz ist der Dreh- und Angelpunkt der Serie. Die Art und Weise, wie sie als Karikatur rüberkommt, ist real, aber wie alles in Long Story Short ist sie eine Frage der Perspektive, der Erinnerung und der subjektiven Kurzsichtigkeit.“



«Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser» (seit 25. August 2025 in der ARD Mediathek)
Die Doku-Serie erzählt die Coming-of-Age-Geschichte eines Teenagers aus Niederbayern, der ein Star werden wollte und wurde und sich im Laufe seines Lebens immer wieder neu erfand. Und die sich zuletzt, kurz vor ihrem Verschwinden von einem Kreuzfahrtschiff, unter dem selbst gewählten Namen Lana Kaiser als trans Frau sichtbar machte.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: “Die Doku zeigt vor allem im ersten Teil eindrücklich auf, dass es nicht erst die sozialen Medien brauchte, um Menschen öffentlich hinzurichten. Küblböck, das „bunte Huhn“ (Olivia Jones), ließ sich davon zunächst nicht unterkriegen. Dann aber fing der fröhliche, schlagfertige Junge aus Eggenfelden in Niederbayern an, sich den Erwartungen anzupassen. Und scheiterte.“



«The Diplomat» (ab 31. August in der ZDFmediathek)
Laura Simmonds (Sophie Rundle) arbeitet als britische Konsulin in Barcelona. Sie ist zuständig für Katalonien, Aragon und Andorra. Zu ihrem Team gehören Carl Hyndley (Dylan Brady) und Alba Ortiz (Serena Manteghi), die Barcelona wie ihre Westentasche kennt. In London geboren, übersiedelte Alba bereits im zarten Alter von fünf Jahren in die katalanische Metropole.

Süddeutsche Zeitung: “Man lernt alle möglichen Facetten der Sprache der Diplomatie kennen in dieser Serie, aber noch stärker als den Sätzen sollte man den Zeichen vertrauen. Simmonds lässt sich, eher unprofessionell, mit einem zwielichtigen reichen Typen ein, und kriegt am nächsten Morgen von ihrer treuen, vorwitzigen Assistentin Alba zu hören: „Ich merke das sofort, wenn zwei Menschen sich schon einmal nackt gesehen haben!““
29.08.2025 12:13 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/164108