Buchclub: "Die Mitternachtsbibliothek" - Matt Haig

Mit "Die Mitternachtsbibliothek" singt der Bestseller-Autor Matt Haig eine hoffnungsvolle Hymne an das Leben.

Das menschliche Leben besteht aus einer Vielzahl großer und kleiner Entscheidungen. Jede dieser Entscheidungen verändert den eigenen Lebensweg irreversibel und zieht weitere Änderungen nach sich. Aber was wäre, wenn man eine andere Entscheidung getroffen hätte? Wie hätte das eigene Leben verlaufen können? In seinem Roman "Die Mitternachtsbibliothek" geht Matt Haig genau dieser Frage auf den Grund.

Die 35-jährige Nora Seed ist unzufrieden mit ihrem Leben. Nach mehreren Schicksalsschlägen begeht sie aus Verzweiflung einen Suizidversuch. Als sie aufwacht, befindet Nora sich in der Mitternachtsbibliothek, einem Ort, an dem die Zeit still steht. Von ihrer ehemaligen Schulbibliothekarin wird Nora durch die Bibliothek geführt, die gefüllt ist mit Büchern über ihre alternativen Leben. Nora erhält die Möglichkeit in andere Leben zu schlüpfen und zu erfahren, wie ihr Leben anders hätte verlaufen können. Nach und nach taucht die junge Frau immer tiefer in andere Welten und unzählige Geschichten ein. Sie sucht nach dem perfekten Leben, das sie führen möchte. Dabei muss sie sich jedoch irgendwann die Frage stellen, ob sie in diesen fremden Leben tatsächlich glücklich werden kann.

Der 1975 in Sheffield geborene Autor Matt Haig beschreibt in seinem Roman "Die Mitternachtsbibliothek" die Reise einer jungen Frau durch ihr eigenes Leben. Matt Haig hat sich als Roman- und Sachbuchautor einen internationalen Ruf erworben. In seinen Geschichten beschäftigt der Autor sich oft mit dem Wesen des Menschen. Auch seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen lässt Matt Haig in einige seiner Werke mit einfließen. So schildert er die Zweifel seiner Protagonistin sehr sensibel und respektvoll.

Nora Seeds Reise durch ihre alternativen Leben regt den Leser zum Nachdenken und zum Philosophieren an. Sie reist durch alternative Leben, in denen sie sich wie eine Fremde fühlt. Dabei stellt sie fest, dass auch ihre falschen Entscheidungen und ihre Zweifel zu ihrem Leben gehören. Durch kurze Kapitel und einen lockeren Erzählstil ist "Die Mitternachtsbibliothek" ebenso unterhaltsam wie anregend. Fernab von Plattitüden erzählt Matt Haig in seinem Roman eine zauberhafte Geschichte, die eine Hymne an das Leben ist.
06.04.2021 12:06 Uhr  •  Sebastian Schmitt Kurz-URL: qmde.de/125885