Baden-Württemberg macht doch mit beim Ausfallfonds

Corona-bedingte Produktionsausfälle sollten mit sogenannten Ausfallsfonds aufgefangen werden. Dann kam der Ausfallfonds II, immer noch mit einem großen "aber".

Das Thema Ausgleichszahlungen ist in Corona-Zeiten sicherlich kein einfaches, blickt man allein darauf, dass viele Unternehmer noch auf die gewisse November-Hilfe warten müssen, und ja, es ist bereits fast März. In der TV- und Film-Branche einigte sich die Politik relativ früh auf staatliche Hilfe in Form des Ausfallfonds I, welcher jedoch einzig High-End-Serien und Kino-Produktionen helfen sollte. Mitte Dezember änderte sich das, als die Produzentenallianz den sogenannten Ausfallfonds II über die Bühne brachte und so für finanzielle Unterstützung auch für klassische TV-Produktionen gelten sollte. Somit ergab sich für alle Beteiligten ein wohl versöhnlicher und erfolgreicher Jahresabschluss.

Doch, wie so oft, versteckt sich in einem kleingedruckten Nebensatz etwas sehr Wichtiges. Denn der Ausfallfonds II konnte nur von Produktionsfirmen in Anspruch genommen werden, welche ihren Hauptsitz in einem Bundesland haben, welches sich an den Verhandlungen beteiligt hatte. Zum damaligen Zeitpunkt waren das Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Nicht also Baden-Württemberg. Nun rudert das Bundesland jedoch herum und beteiligt sich sowohl an Ausfallfonds I als auch Ausfallfonds II. Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst erläutert die Beteiligung ihres Bundeslandes näher. Mit einer Million Euro wolle man sich am Ausfallfonds I, mit vier Millionen Euro am Ausfallfonds II beteiligen.

Doch Baden-Württemberg war bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht untätig, was die Unterstützung von Kunst und Kultur im eigenen Land angeht. Im Gegenteil, die Beteiligung an den Ausfallfonds sei nur ein Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, welches die Branche unterstützen soll. "Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Kulturlandschaft im Land zu sichern: Wo Not ist, helfen wir, etwa über unseren Nothilfefonds. Wir unterstützen Freischaffende über die neue Ausgestaltung unserer Förderprogramme und werden nun in Kürze mit einem Stipendienprogramm an den Start gehen", so Olschowski über das Paket. Das genannte Stipendienprogramm soll Künstlern in einem Umfang von 15 Millionen Euro bereitgestellt werden. Beschäftigt werde sich jedoch nicht nur mit monetären Hilfen, denn darüber hinaus, möchte man der Kultur- und Kunst-Branche mit einer schrittweisen Öffnungsperspektive zur Hilfe kommen. Wenn man also bei ersten Öffnungen des Einzelhandels auch an Museen, Galerien, Theater oder Oper denken wolle, dürfte zu keiner Zeit das Erreichte verspielt werden.
26.02.2021 12:29 Uhr  •  Felix Maier Kurz-URL: qmde.de/125166