Zweiter Weihnachtsfeiertag auf Sat.1

Oder wie man wohl bei Sat.1 sagen könnte: Der Wiederholungstag. Nahezu ausschließlich Wiederholungen aus den letzten Tagen sollten Zuschauer am 26. Dezember zu Sat.1 bewegen, mit Erfolg?

Zu Beginn sollte gesagt sein, dass Filme zu wiederholen grundsätzlich nichts Schlechtes sein muss. Es gibt viele verschiedene Sender und nicht immer kann man jeden Film, den man eigentlich sehen möchte aufgrund der Programmdichte verfolgen. Möchte man es jedoch negativ ausdrücken, kann man durchaus sagen, dass Wiederholungen schlicht die Programmliste füllen sollen, wenn einem Sender augenscheinlich nichts Neues einfällt.

Was aber lief nun am zweiten Weihnachtsfeiertag? Wiederholung Nr. 1: «Der Polarexpress». Lief erst am 24. Dezember und schon zu diesem Termin nicht etwa in der Primetime sondern um 14:10 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt ergaben sich 0,97 Millionen Zuschauer im Gesamten und 0,4 Millionen in der jüngeren Zielgruppe. Die Marktanteile beliefen sich auf 6,4 und 9,6 Prozent. In einen wirklichen Kontext kann man die Wiederholung nun nicht setzen, da sie bereits um 05:10 Uhr früh morgens startete und so ergaben sich folgende Quoten. Im Gesamten schalteten 0,15 Millionen Zuschauer ein und erspielten so einen Marktanteil von 5,7 Prozent. In der Zielgruppe waren zu dieser Zeit schon oder noch immerhin 0,08 Millionen Rezipienten wach und erzielten so einen Marktanteil von 11,3 Prozent. Somit kein Erfolg für die erste Wiederholung des Tages, jedoch wohl eher der Uhrzeit geschuldet.

In Runde 2 der Wiederholungen schickte Sat.1 «Nachts im Museum 2», zuletzt gesehen am 25. Dezember ab 13 Uhr. Hier ergaben die Quotenmessungen 0,61 Millionen Zuschauer gesamt und 0,3 Millionen aus der Zielgruppe und die Marktanteile stellten 4,4 und 7,5 Prozent dar. Auch hier ist der Vergleich noch wenig aussagekräftig, da die Wiederholung ebenfalls sehr früh um 08:50 Uhr startete. Es ergaben sich jedenfalls Einschaltquoten von 0,4 Millionen Gesamtrezipienten und 0,14 Millionen aus der Zielgruppe, was auf die Anteile am Markt blickend 4,3 und 5,3 Prozent bedeutete. Auch hier sorgte also die Wiederholung für niedrigere Werte als bei letzter Ausstrahlung, jedoch darf wie gesagt die Sendezeit nicht außeracht gelassen werden.

Wiederholung Nr. 3: «Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen». Zuletzt am 25. Dezember um 17:55 Uhr gesendet. Die besprochene Wiederholung lief bei Sat.1 nun um 13:25 Uhr und somit sollten sich die Ergebnisse besser vergleichen lassen. In der letzten Ausstrahlung erreichte der Film 1,08 Millionen Rezipienten und immerhin 0,39 Millionen aus der Zielgruppe. In Marktanteilen erreichte man 4,7 und 7 Prozent. Die Wiederholung blieb weit hinter diesen Werten zurück. Im Gesamten schauten nur 0,59 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer zu und aus der Zielgruppe waren es 0,29 Millionen. In Marktanteilen beurteilt erreichte die Wiederholung 4 Prozent Gesamtanteil und 7,3 Prozent in der werberelevanten Gruppe. Somit brachte die Wiederholung sichtlich keinen Erfolg, jedoch blieb man nahezu konstant in der Zielgruppe, immerhin.

Wiederholung Nr. 4 und 5: «Kevin – Allein Zu Haus» und «Kevin – Allein in New York». Teil 1 zuletzt am 24. Dezember in der Primetime gesehen und Teil 2 zuletzt am 25. Dezember ebenfalls in der Primetime gesendet. Die Primetime-Ergebnisse des ersten Teils ergaben 2,82 Millionen Rezipienten und davon 1,32 Millionen 14- bis 49-Jährige. Kevin in New York erspielte einen Tag später nahezu identische Ergebnisse mit 2,83 Millionen Gesamtzuschauern und 1,28 Millionen aus der Zielgruppe. Die jeweiligen Wiederholungen konnten wohl logischerweise nicht mit der Primetime mithalten, erspielten jedoch für das Vorabendprogramm beachtliche Ergebnisse. Das Zuhause-Drama verfolgten 1,27 Millionen Zuschauer und davon aus der Zielgruppe waren 0,58 Millionen. Im Gesamten wurde so ein Anteil von 7,2 Prozent vermeldet und in der Zielgruppe erreichte der Sender 13,1 Prozent. Die New York-Reise des kleinen Kevins hob diese Werte dann nochmal auf 1,89 Millionen Zuschauer an, wobei 0,9 Millionen aus der Zielgruppe stammen. Auch die Marktanteile können sich sehen lassen mit 7,2 und starken 15,1 Prozent.

Was fängt man nun an mit diesen Vergleichen? Sicherlich kann man nicht darauf schließen, dass Wiederholungen im Fernsehprogramm per se schlecht oder gut sind. Für den ein oder anderen, welcher einen Film verpasst hat ist es sicherlich eine willkommene Sache, für wieder andere jedoch sehr lästig. Die Frage nach einer Strategie des Senders stellt sich jedoch relativ klar. Geht man davon aus, zu den Zeiten der Wiederholungen komplett andere Zuschauer zu erreichen als zu den vorangegangen Sendeterminen oder hat man schlicht kein anderes Angebot zur Verfügung? Geht man nun davon aus, dass der Sat.1-Zuschauer von vor zwei Tagen zuvor immer noch Sat.1 einschaltet kann man wohl kaum davon ausgehen ihn mit einer Wiederholung zu halten. Abschließend bleibt wohl unbeantwortet ob daraus zu interpretieren ist, dass Wiederholungen sich lohnen oder ob sie mit den Ergebnissen der "Zuvor-Ausstrahlungen", welche sich gar nicht so sehr unterscheiden zeigen, dass die Filme grundsätzlich eher schlecht liefen.
27.12.2020 10:29 Uhr  •  Felix Maier Kurz-URL: qmde.de/123792