Quotencheck: «Promi Big Brother»

Am Ende war es eine Staffel der Rekorde, wenn auch nicht der Quotenrekorde.

Im August 2020 hat der Privatsender Sat.1 erstmals eine drei Wochen andauernde Staffel von «Promi Big Brother» gezeigt. Da einige Bewohner schon zwei Tage vor TV-Start einzogen, wohnten sie im Märchenland also drei Wochen und zwei Tage - länger als ihre Vorgänger. Die Münchner TV-Station startete die inzwischen acht Staffel mit Kandidaten wie Ikke Hüftgold, Jasmin Tawil oder Kathy Kelly am 7. August. Die bis nach Mitternacht dauernde Opening-Show erreichte dabei im Schnitt 1,88 Millionen Zuschauer und mit 17,7 Prozent Marktanteil bei den Umworbenen auch die beste Quote der ganzen Staffel. Danach verabschiedete sich das Format von diesem Level.

Schon die erste normale Tageszusammenfassung am 8. September fiel auf 11,7 Prozent Marktanteil – die um 22.15 Uhr gestartete Show erreichte noch 1,3 Millionen Leute insgesamt. Auf 1,49 Millionen steigerte sich nachfolgend die erste Sonntagssendung, die Sat.1 mit 14,1 Prozent einen Hoffnungsschimmer bescherte. Montags war «Promi Big Brother» 2020 immer dreistündig zu sehen – und holte am ersten Montag im Schnitt 1,65 Millionen Zuschauer. Bei den jungen Leuten sicherte sich die Realitysendung 12,7 Prozent. Die Dienstagsfolge erreichte schließlich 12,3 Prozent Marktanteil bei den Umworbenen.

Auf diesem Level bewegte sich die Sendung aus dem Hause Endemol Shine Germany auch danach – bis einschließlich Donnerstag immer mit Zielgruppen-Marktanteilen von zwischen zwölf und eben 13 Prozent. Gegen Ende der ersten Woche änderte sich, auch wegen freiwilliger Auszüge der Cast – zudem mehrten sich die Tage, an denen (im Pay-TV) Champions-League-Spiele mit deutschen Mannschaften liefen. Die Freitags-Live-Show, wieder ab 20.15 Uhr, schnitt mit 10,7 Prozent bei den Jungen passabel ab. An den beiden Wochenendtagen ging es – wieder zu späterer Beginnzeit – auf 13,3 sowie 13,7 Prozent nach oben. Mit der zweiten XL-Montagsshow sicherte sich «Promi Big Brother» letztlich genau zwölf Prozent bei den umworbenen Leuten. 1,73 Millionen Menschen ab drei Jahren schauten zu.

Gegenüber der Vorwoche stieg die Montagsreichweite somit klar an. Am Dienstag – gegen ein Champions-League-Spiel von RB Leipzig- kam der große Bruder auf routinierte Zahlen: 1,45 Millionen insgesamt und 12,3 Prozent in der Zielgruppe. Am Mittwoch hingegen (bei Sky und DAZN spielten und siegten die Bayern) lief es mit 10,2 Prozent vergleichsweise schwach. Doch die Zuschauer fanden wieder zurück; sie bescherten der Sendung am Donnerstag fast 14 Prozent, am Freitag sogar 14,6 Prozent in der Zielgruppe. Die Freitagssendung wurde von 1,77 Millionen Leuten gesehen.

Die beiden Wochenendsendungen gelangten auf fast eineinhalb und genau eineinhalb Millionen Zuschauer. Knacktpunkt war hier der Sonntag. Die Reichweite blieb quasi unverändert, wegen des teils parallel laufenden Champions-League-Finals zwischen Bayern und Paris (zu sehen auch im ZDF) brach die Quote auf 7,8 Prozent der Umworbenen ein.

11,8, 12,8, 10,7 sowie 12,4 Prozent Marktanteil sicherten sich die vier Liveshows der finalen Woche. Alle hatten gemeinsam, dass sie schon um 20.15 Uhr starteten – entsprechend waren auch die Reichweiten recht gut – bis zu 1,94 Millionen wurden beim Halbfinale gemessen. 2,17 Millionen Menschen sahen schließlich das fast vier Stunden lange Finale der Sendung, mit dem sich «Promi Big Brother» 16,3 Prozent Marktanteil und somit die zweitbeste Quote der Season schnappte. 2019 sahen den Schlusspunkt noch achtzehneinhalb Prozent der Jungen.

Einen Rekord gab es trotzdem: Sieger der Staffel wurde Werner Hansch, der während des Projekts seine einstige Spielsucht öffentlich machte und mit dem Geldgewinn nun viel anfangen kann. Hansch, der während des Projekts 82 Jahre alt wurde, ist nach Angaben von Moderator Jochen Schropp zudem der älteste Gewinner einer Realityshow weltweit.

Die achte Runde «Promi Big Brother» erreichte im Schnitt 1,67 Millionen Zuschauer insgesamt, 8,1 Prozent wurden bei den Ab-Drei-Jährigen ermittelt. 0,74 Millionen Umworbene bedeuteten letztlich 13,0 Prozent Marktanteil. Gegenüber den Vorjahren 2018 und 2019 stand die Show aber schlechter da. Vor zwei Jahren kam man noch auf 17,1 Prozent bei den Jungen, 2019 auf 16,4 Prozent. Dennoch: Die Schlussmoderation von Jochen Schropp mit den Worten „bis nächstes Jahr“ lässt auf ein Wiedersehen schließen.
31.08.2020 14:00 Uhr  •  Manuel Weis Kurz-URL: qmde.de/121028