«Joko & Klaas live» wurde dieses Mal zur «Wer weiß denn sowas?»/9live-Corona-Parodie

Alberne Aufmachung, Schnellfeuerkritik an Corona-Verschwörungen: So lief «Joko & Klaas live» diese Woche.

Einmal mehr tauschte ProSieben sein Senderlogo gegen das «Joko & Klaas»-Symbol aus, weil Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf 15 Liveminuten erspielt haben. In den vergangenen Wochen gab es bei «Joko & Klaas live» sowohl alberne TV-Anarchie als auch einen sozialkritischen Beitrag zu sehen – dieses Mal krachten diese beiden Welten zusammen: Unter dem an das ARD-Vorabendquiz «Wer weiß denn sowas?» angelehnten Titel «Wer glaubt denn sowas?» moderierten Joko und Klaas ein bewusst-billiges Call-in-Quiz – mit einem Twist.

Sämtliche Fragen und Rätsel drehten sich um Verschwörungstheorien aus den vergangenen Wochen sowie um haltlose Corona-Skepsis. Wer angerufen und diesen Unfug vernünftig sowie mit kühlem Kopf beantwortete, bekam einen Geldpreis im dreistelligen Bereich zugesprochen. Gespickt war die streng genommen etwas mehr als 15 Minuten lange «Joko & Klaas live»-Sendung, die im visuellen Stil des früheren Abzock-Quizsenders 9live gehalten war, zudem mit Serienreferenzen: Als Jingle ertönte mehrmals die «Akte X»-Melodie, die Leitungen, die man angeblich treffen musste, um ins Studio durchgestellt zu werden, waren die Nummern 4, 8, 15, 16, 23 und 42 – die legendäre Zahlenkombination aus «Lost». In Laufbändern am Bildrand mahnten Slogans wiederum, mehr Vernunft an den Tag zu legen. Und auch zum Abschluss der Sendung riefen Joko und Klaas dazu auf, im Angesicht der Pandemie einen kühlen Kopf zu bewahren, statt nach schnellen Antworten zu suchen, die nur daraus bestehen, einen Sündenbock zu finden.



Joko und Klaas in bewusst-dämlichen Outfits, 9live-Optik, seltsame Verschwörungstheorien und sinnbefreite Corona-Anzweifelei: Sehr viel Quatsch auf einem Haufen. Schon am Mittwochnachmittag versprach Thomas Schmitt (Geschäftsführer der Produktionsfirma Florida TV und Mittelpunkt der Technik-Rubrik im Podcast «Baywatch Berlin»), dass diese Ausgabe der 15 Liveminuten sehr viel Quatsch beinhalten wird:



Zu den früheren Live-Aktionen von Joko und Klaas zählen neben den viel thematisierten «Männerwelten», durch die Sophie Passmann führte, 15 Sendeminuten, die sie drei sozial engagierten Menschen gegeben haben, um über ihre Anliegen zu sprechen. Darüber hinaus gab es bereits eine Art Mini-Gameshow, in der Fernsehende Geld gewinnen konnten, wenn sie die in der «Joko & Klaas Live»-Ausgabe gezeigten Drehorte schnellstmöglich entdecken und einen Losungssatz von sich geben. Die erste «Joko & Klaas Live»-Show in diesem Jahr zeigte das Duo dagegen beim RTL-Schauen.

Übrigens: Theoretisch haben Joko und Klaas noch eine Ausgabe ihrer 15 Liveminuten frei. Denn das Unterhaltungsduo gewann die am 8. Oktober 2019 ausgestrahlte Premiere der zweiten Staffel von «Joko & Klaas gegen ProSieben». Somit hätten Joko und Klaas am 9. Oktober 15 Sendeminuten zu ihrer freien Verfügung gehabt. Da es an diesem Tag zu einem schweren Anschlag in Halle kam, verzichteten sie jedoch darauf, ihren in «Joko & Klaas gegen ProSieben» gewonnenen "Gutschein" einzulösen.
27.05.2020 20:41 Uhr  •  Sidney Schering Kurz-URL: qmde.de/118670