Eher Plunder, kein Prachtstück: «Hallo Schatz» versagt aus Quotensicht

Seit dieser Woche zeigt Das Erste nachmittags um 16.10 Uhr eine neue Sendung, die den Titel «Hallo Schatz» trägt. Von akzeptablen Quoten ist man nach zwei von 30 Folgen meilenweit entfernt.

«Bares für Rares» im ZDF, «Die Superhändler» bei RTL und seit dieser Woche auch «Hallo Schatz - Vom Plunder zum Prachtstück» im Ersten. Mit der Sendung, die zweifelsfrei vom Trödelshow-Hype inspiriert sein dürfte, versuchen die Verantwortlichen der ARD, ein Erfolgsrezept für den kriselnden Sendeplatz gegen 16.10 Uhr zu finden. Dort lief bis zuletzt «Verrückt nach Meer» mit Quoten zwischen acht und neun Prozent beim Gesamtpublikum eher überschaubar. Das Dokutainment-Format «Hallo Schatz» beschäftigt sich nun vor allem mit dem Upcycling von alten Dingen und begleitet nicht nur den Verkauf. Unterschiede zu den klassischen Trödelshows sind folglich nicht von der Hand zu weisen (mehr dazu in unserer TV-Kritik hier). Doch reicht das auch für einen Quotenerfolg?

Zum Beginn der Woche am Montag zeigten die Verantwortlichen erst noch eine Folge von «Verrückt nach Meer», die sich angesichts von 8,8 Prozent Marktanteil nicht mit Ruhm bekleckerte. 1,09 Millionen Zuschauer schalteten ab 16.10 Uhr durchschnittlich ins Erste Deutsche Fernsehen, bei den Jüngeren blieb die Quote bei mäßigen 5,4 Prozent hängen. Nur: Verglichen mit den Werten von «Hallo Schatz» sollten das noch verhältnismäßig gute Zahlen sein.

Der Start der Sendung am Dienstagnachmittag ging jedenfalls komplett in die Hose. Ab 16.10 Uhr schalteten «Hallo Schatz» nur 0,66 Millionen Zuschauer ein, was zu richtigen miesen 5,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum führte. Der Senderschnitt des Ersten wurde damit halbiert. Noch schlechter lief es bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren, bei ihnen führten 80.000 Interessenten zu weit unterdurchschnittlichen 2,8 Prozent. Besonders bitter: Die beiden «Tagesschau»-Ausgaben im Sandwich hatten es gegen 16 und 17 Uhr auf jeweils mehr als eine Million Zuschauer gebracht.

Am Mittwoch ging es für die zweite Folge des Neustarts noch leicht bergab, sie musste sich mit 0,62 Millionen Interessenten und 5,5 Prozent bei allen begnügen. Beim jungen Publikum verharrte der Sender angesichts von 2,2 Prozent nur knapp oberhalb der Zwei-Prozentmarke, nur 60.000 14- bis 49-Jährige wurden gemessen. Mit diesem Ergebnis landete die blaue Eins am Nachmittag auf dem letzten Rang unter den großen Acht. Selbst Nitro setzte sich mit einer Folge von «Knight Rider» (3,3% beim jungen Publikum) in der Zwischenzeit problemlos gegen «Hallo Schatz» durch.

Durchschnaufen konnten die Verantwortlichen am Donnerstag und Freitag, als der Neustart aufgrund von Wintersport-Übertragungen am Nachmittag erst einmal pausierte. Folge drei von «Hallo Schatz» folgt somit erst am kommenden Montag, 25. März - Luft nach unten hat die Sendung angesichts weit unterdurchschnittlicher Quoten aber jetzt schon nicht mehr. Aktuell läuft das Format sogar Gefahr, das Niveau von «Verrückt nach Zug» zu unterbieten. Die 14-teilige Reihe, die für Das Erste im südlichen Afrika produziert wurde, lief vergangenen Sommer vor durchschnittlich 0,76 Millionen Zuschauern und 7,0 Prozent - und war bereits mit diesen Werten meilenweit von einem Erfolg entfernt.
23.03.2019 15:00 Uhr  •  David Grzeschik Kurz-URL: qmde.de/108090