Hintergrund

Damon Lindelof: Mit «The Leftovers» zurück zu den Wurzeln

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MIt der Serie «Lost» feierte Autor und Produzent Damon Lindelof die größten Erfolge. Nach einem nicht übermäßig erfolgreichen Intermezzo im Kino-Bereich widmet er sich wieder einer Mystery-Serie.

Zur Person

Damon Laurence Lindelof wurde am 24. April 1974 Teaneck, New Jersey geboren. Der Drehbuchautor für FIlm und Fernsehen sowie Serien- und Filmproduzent wird vor allem mit seinem Engagement als Showrunner im Zuge des ABC-Hits «Lost» in Zusammenhang gebracht. Außerdem arbeitete er auch an Drehbüchern von Blockbustern wie «Prometheus» oder «Star Trek: Into Darkness». 2005 heiratete er Heidi Mary Fugeman, mit der er ein Kind hat.
Ein in New Jersey-geborener, ambitionierter Drehbuchautor sorgte im Jahr 2004 für Furore im Network-Fernsehen. In diesem Jahr lief die Drama-Serie «Lost» an, die als vereinnahmender Genre-Mix Mystery und Science-Fiction auf einer Insel verband, welche eigentlich zeitlich in der Gegenwart anzusiedeln war. Das dadurch unkonventionelle Format erfuhr einen ungeheuren Hype und hielt in 121 Episoden Fernsehende in Atem. Einige der Produzenten und Autoren, die an dieser Serie beteiligt waren, sollten auch in den Folgejahren erfolgreich für Fernseh- und Filmprojekte verantwortlich zeichnen. Neben J.J. Abrams, der als Executive Producer an «Lost» beteiligt war, hatte vor allem der in Teaneck, New Jersey geborene und eingangs erwähnte Damon Lindelof einen großen Anteil am Erfolg von «Lost».

Als Showrunner zusammen mit Carlton Cuse sowie als Autor von 44 Episoden und Executive Producer setzte er in Sachen Network-Dramas mit «Lost» Maßstäbe, was sich prompt auszahlen sollte. 2005 gewann er mit der Insel-Mystery den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Drama Series“. Bis 2010 und damit zu dem Jahr, in dem «Lost» endete, heimste er bei den Emmys in der gleichen Kategorie jährlich Nominierungen ein. Hinzu gesellten sich Preise der Writers Guild of America. Dem heute 41-Jährigen standen nach dem «Lost»-Ende nahezu alle Türen offen.

Dieser Tage entwickelt Lindelof für HBO ein Format mit einer ähnlich spannenden wie ungewöhnlichen Prämisse. Die HBO-Serienbestellung «The Leftovers» spielt auf der Erde kurz nach dem Jüngsten Gericht, im Zuge dessen 140 Millionen Menschen auf unerklärliche Art plötzlich verschwanden. Die übrig gebliebenen Erdenbewohner sehen sich mit der Frage konfrontiert, warum sie nicht ausgewählt wurden, kann man viele der Auserkorenen doch nicht als gute und gläubige Christen beschreiben. So liest sich die am 29. Juni startende HBO-Show, die zum nächsten Hit beim Kabelgiganten werden könnte, inhaltlich. HBO scheint von dem Projekt so angetan zu sein, dass es eine seiner Tugenden dabei hinten anstellt: Das Format von Showrunner Damon Lindelof stellt die erste HBO-Serie dar, die nicht von HBO alleine produziert wird, sondern von Warner Bros. Television. Mit Mimen wie Justin Theroux («Tropic Thunder», Foto links aus «The Leftovers») und Liv Tyler («Der Herr der Ringe») ist die Serie zudem hochkarätig besetzt.

Viel Vertrauen ruht also in «The Leftovers» und Damon Lindelof. Ein Vertrauen, das sich der Kreative über die Jahre erst erarbeiten musste und das in Anbetracht der jüngeren Vergangenheit gar nicht so selbstverständlich scheint. Bevor Lindelof mit «Lost» Erfolge feierte schrieb er ein Jahr für das CBS Polizei-Drama «Nash Bridges», ehe er von 2001 bis 2004 für NBCs «Crossing Jordan» seine Ideen zu Papier brachte und die Serie auch mitproduzierte. Nach seinem vorläufigen Karrierehöhepunkt «Lost» wandte Lindelof dem Network-Fernsehen allerdings den Rücken zu. Stattdessen zeichnete er für die Drehbücher hochbudgetierter Kino-Produktionen verantwortlich. Sowohl für «World War Z» (2013) mit Brad Pitt als auch für «Star Trek Into Darkness» (2013, Foto) stellte Paramount 190 Millionen Euro zur Verfügung. Beide Produktionen spielten jedoch in den USA nur wenige Millionen Euro mehr ein als der Film kostete. In Sachen US-Einspiel hatten «Prometheus» (2012) und «Cowboys & Aliens» sogar ein Defizit vorzuweisen. Vor allem letztere Produktion enttäuschte mit nur 100 Mio. eingespielten US-Dollars gegenüber etwa 163 Millionen Dollar, die für den Science Fiction-Film mit Daniel Craig und Harrison Ford aufgewendet wurden.

Dennoch dürfen sich Serienfans in den USA ab Ende Juni auf zehn Episoden Qualitätsfernsehen freuen, im Zuge derer Lindelof hoffentlich seine Wurzeln in Bezug auf gekonnte Serienproduktion wiederfand, gleichwohl auch Ron Yerxa als Autor Einfluss auf das Ergebnis nimmt. Schließlich steht HBO in den USA wie kein zweiter Sender für hochwertiges Fernsehen, das beweist das Kabelunternehmen Jahr für Jahr. Vielleicht steht Kino Lindelof gar nicht so sehr zu Gesicht, auch wenn man von den von ihm geschriebenen Filmen nicht behaupten kann sie seien vorwiegend grandios gefloppt. Mit «Lost» machte Lindelof in den Medien bisher am meisten Spaß, also besteht durchaus die Berechtigung sich wieder auf ein unkonventionell ansehnliches und doppelbödiges Format zu freuen.

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