Vermischtes

Ein Abo für alle Medien: Das soll sich bei RTL+ ändern

von   |  13 Kommentare

Neben Filmen und Serien sollen auf der aus TVNow entstandenen Streamingplattform RTL+ künftig auch Musik, Podcasts, Hörbücher und Premium-Magazine angeboten werden. Dafür will RTL Deutschland seine Investitionen deutlich erhöhen.

Seit Donnerstag heißt TVNow nun RTL+, viel geändert hat sich auf der Streamingplattform von RTL Deutschland dadurch aber nicht. Zum Rebranding hat man selbstverständlich ein paar neue Inhalte zur Verfügung gestellt, wie das Justiz-Drama «Ferdinand von Schirach – Glauben». Weitere Projekte wie «Sisi» oder «Faking Hitler» sollen noch in diesem Jahr folgen. Damit wird man es in Köln aber nicht belassen, denn die Streamingplattform soll sich nicht nur auf Filme und Serie beschränken, sondern künftig weitere Entertainment-Inhalte umfassen. Man möchte RTL+ im ersten Halbjahr 2022 zum „ersten allumfassenden Medien-Abo in Deutschland“ weiterentwickeln. Abonnenten sollen dann nicht nur Filme und Serien, Shows, Dokumentationen, Sport und Information, sondern auch ein umfangreiches Musikangebot, exklusive Podcasts, eine gut gefüllte Hörbuch-Bibliothek und Zugang zu digitalen Premium-Zeitschriften erhalten. RTL Deutschland spricht daher von einem „One app, all media“-Angebot.

Das Ziel hinter dieser Strategie lautet Vereinfachung. RTL+ möchte die Nutzung von Streaming für Menschen aller Altersgruppen vereinfachen, die sich gern mit einer einzigen Anmeldung umfassend informieren und unterhalten lassen wollen. Dabei setzt man vor allem auf ein einfaches Abo-Modell, das mit einer Zahlung sämtliche Medien abdecken kann. Durchaus ein Vorteil in einem immer wilder werdenden Abo-Dschungel. Über die künftigen Kosten machte RTL Deutschland allerdings noch keine Angaben. Vielmehr warb man für eine weitere Vereinfachung bei der Nutzung. Abonnenten werden die vielfältigen Inhalte „einfach, intuitiv und individualisiert“ nutzen können. Dafür habe RTL+ in die Entwicklung einer KI-basierten Technologie investiert. Mithilfe eines Empfehlungsalgorithmus werden über alle Mediengattungen hinweg mit Hilfe intelligenter Text-, Audio- und Videoanalyse passende Inhalte vorgeschlagen. Damit soll der Nutzer nicht nur zum nächsten neuen Inhalt geleitet werden, sondern auch von ergänzenden Formaten erfahren.

Als Zugpferd für die Bündelung medienübergreifender Inhalte dient die Fusion mit dem Verlag Gruner + Jahr zum 1. Januar 2022. Dadurch verfügt man bei RTL+ über Premiuminhalte in den Bereichen Video, Audio, Podcast und Magazine. Dank der Zugehörigkeit zu Bertelsmann kooperiert RTL+ mit der ebenfalls zum Unternehmen gehörenden deutschsprachigen Penguin Random House Verlagsgruppe, um Hörbücher ins Portfolio aufzunehmen. Im Bereich Musik hat RTL Deutschland eine Partnerschaft mit Deezer geschlossen.

„RTL+ macht Streaming so einfach wie noch nie. Mit einem Abo erhalten unsere Kunden Zugang zu einer in ihrer Vielfalt einzigartigen Entertainmentwelt. Serien, Filme und Sport, Dokumentationen und News, Musik, Podcasts und Hörbücher sowie Premiumzeitschriften – nach Herzenslust können sie mehr sehen, mehr hören und mehr lesen“, erklären die beiden Co-CEOs von RTL Deutschland Matthias Dang und Stephan Schäfer. Sie sprechen von einer auch für den internationalen Medienmarkt „echten Innovation“. Durch den engen Austausch mit unserem Publikum wisse man, dass sehr viele Menschen auf ein solches Angebot gewartet hätten. „Für uns fügt sich damit in einem Angebot zusammen, was wir strategisch gerade entwickeln: Das erste vollintegrierte Medienunternehmen in Deutschland, das mit positiver Unterhaltung und unabhängigem Journalismus über alle Mediengattungen hinweg wachsen und seine führenden Marktpositionen ausbauen will.“

Derzeit zählt RTL+ 2,4 Millionen zahlende Abonnenten, die allerdings durch eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom angehäuft wurden. Diese Kooperation wurde bereits zu TVNow-Zeiten eingeführt und hat auch unter RTL+ weiter Bestand. Auch die neue Entertainment-Plattform RTL+ wird die Telekom bei MagentaTV integrieren – „exklusiv und mit Preisvorteil für ihre Kunden“, wie RTL Deutschland verspricht. Die Ambitionen sind groß, schließlich hat man das Ziel ausgerufen in fünf Jahren gemeinsam mit dem niederländischen Dienst Videoland insgesamt zehn Millionen Kunden zu zählen. Dieser zählt aktuell eine Million Kunden. Inhalte sollen dabei helfen, das Ziel zu erreichen, weswegen man die Programminvestitionen weiter erhöhen möchte. Im Jahr 2026 sollen rund 600 Millionen Euro in die RTL-Streamingdienste investiert werden.

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Blue7
05.11.2021 14:19 Uhr 1
Deezer ist jetzt nich so geil, aber für Deezer Kunden definitiv ein Mehrwert, wenn man via RTL+ noch anderen Kram dazubekommt.
Max Headroom
05.11.2021 15:06 Uhr 2
Also es wird auf jeden Fall einen saftigen Preisaufschlag geben, welcher im Hinblick auf das dürftige internationale Film-u. Serienangebot nicht gerechtfertigt ist!
eis-fuchsi
05.11.2021 17:33 Uhr 3
schon erstaunlich was ihr euch alles so abonniert....ne Zeitung haben wir ^^



hatte noch nie Sky, und gestreamt wird bei uns auch nicht, werd mir auch nie nen Podcast anhören oder meine Freizeit bei

youtube/instagram/Facebook verplempern.....

....und wir waren im Jahr 2000 mit Free-TV glücklich und sind es jetzt auch noch :)

gibt doch genügend Sender, da findet jeder was: Quiz, Krimis, Doku, Sport, Animes, Horror, .....
Vittel
05.11.2021 18:17 Uhr 4


Der Witz ist ja, dass VOD Abos ggf. günstiger sind als ne Zeitung. Die großen Tageszeitungen kosten 60-70€ pro Monat... (ich behaupte nicht, dass man eine Tageszeitung durch VOD ersetzen kann)



Ich zahle 13€ für Netflix und 6€ für Amazon (insgesamt, also auch Versand etc) und da ich keinen Kabelanschluss für TV mehr brauche, spare ich sogar (fast) noch was ein. (früher über 20€ pro Monat, heute würde das afaik 15€ für Vodafone Connect kosten)

Noch verrückter ist, dass ich in meinen Bibliotheksgebühren (unter 20€ pro Jahr) einige Tageszeitungen und über 100 Zeitschriften und Magazine enthalten habe. Zigtausende Ebooks und Hörbücher sind da natürlich auch enthalten und Podcasts sind ja in der Regel kostenfrei (ich spende ab und zu mal was direkt an die Podcaster)



Klar waren wir früher zufrieden, wir kannten es nicht anders. Aber dann kam Streaming (deutlich günstiger und flexibler als Pay-TV von damals) und ab da war es mit meiner Akzeptanz für Werbung und ausschließlich dt. Tonspur bei Filmen und Serien vorbei.



RTL+ brauche ich allerdings auch nicht. Mir reichen die Mediatheken von ARD/ZDF und Netflix+Amazon und alle Jahre mal einen Monat Disney+



Aber zum Glück kann ja jeder selbst über Medienkonsum und dafür fällige Ausgaben entscheiden.
Fabian
05.11.2021 18:30 Uhr 5
Wer zahlt denn 70€ für eine Zeitung? Die Kosten deutlich weniger und kann man - man mag es kaum glauben - mit vielen Leuten teilen. Ich bin seit Jahren Abonnement einer kompletten überregionalen Zeitung und zahle 7,50€
Vittel
05.11.2021 19:17 Uhr 6
Süddeutsche

https://service.sueddeutsche.de/lesermarkt/service/preisuebersicht-inland.html



FAZ ist billiger mit 40€

https://abo.faz.net/
Fabian
05.11.2021 19:34 Uhr 7
Süddeutsche habe ich ein Angebot für 15€ derzeit. Allerdings alles digital - aber alle Artikel per App und Website.
Vittel
05.11.2021 19:42 Uhr 8
Ja, Angebote gibt es immer mal wieder und nach Digital, Papier und Digital+Papier muss man natürlich auch unterscheiden.

Der Printmarkt ist ohnehin unter starkem Druck. Den Playboy als Papiermagazin (wer es mag) gibt es aktuell für 106,6€ inkl. 105€ Amazon Gutschein für ein Jahr. Das sind 12 Cent pro Heft.
Fabian
05.11.2021 20:02 Uhr 9
Der Print Markt setzt unfassbar viel Geld um. Sobald man 10-20.000 Abonnenten hat, kann man ein 3 monatiges Magazin mit 10 Redakteuren finanzieren und Gewinn erwirtschaften
Blue7
06.11.2021 11:33 Uhr 10
Letztendlich bleibt die Frage was RTL+ mit Deezer oder Zeitungen dann kosten wird.

Es kann mir keiner sagen, dass RTL+ weiterhin für nen 5er mit Deezer Premium geben wird, wenn Deezer Premium schon 9,99€ kostet.

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