Hintergrund

Die Corona-Meisterschaft

von   |  1 Kommentar

Ein paneuropäisches Fußball-Turnier während einer Pandemie. Die Fallhöhe des Turniers ist riesig, doch hat es auch das Potential den Sommer zum Sommer der Ablenkung zu machen.

Wie sinnvoll ist es ein Fußball-Turnier auf dem gesamten Kontinent verteilt auszutragen – und das auch noch zu Zeiten einer weltweiten Pandemie? Selbst ohne den Hinweis auf die Corona-Pandemie erscheint die Idee der UEFA nicht unbedingt sinnvoll, erschwert man es den Spielern doch zusätzlich durch erhöhte Reisestrapazen, die am Ende einer langen Saison sicher noch weniger gern in Kauf genommen werden. Nun gut, Russland und Brasilien, wo die letzten beiden Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, waren reisetechnisch ebenfalls nicht gerade einfach zu bewältigen, das ist aber das Los eines großen Landes. Für die erste paneuropäische Europameisterschaft hätte die UEFA durchaus Alternativen finden können und hätte dafür nicht mal außerhalb der eigenen Möglichkeiten schauen müssen. Im vergangenen Sommer wurde die UEFA Champions League und die UEFA Europa League kurzerhand in strukturstarke Gebiete (Lissabon und Nordrhein-Westfalen) gelegt. Bei der verlegten Euro 2020 kommt jedoch erschwerend hinzu, dass erneut 24 Mannschaften an den Start gehen.

Aufgeteilt in sechs Gruppen bestreiten die Teams danach Achtel-, Viertel- sowie Halbfinale und Finale – je nach dem wie erfolgreich man eben ist. Das dürfte zumindest in den Gruppespielen der Attraktivität schaden, denn vier Teams haben die Möglichkeit, sich als Gruppendritter für die K.O.-Phase zu qualifizieren, was im Umkehrschluss heißt: Verlieren verboten. Vor fünf Jahren standen somit Teams wie Nordirland und die Slowakei im Achtelfinale, hinlänglich nicht als Fußballgroßmächte bekannt und so war für beide Mannschaften prompt Schluss. Wie vor fünf Jahren dürfte somit einmal mehr die Defensive der Schlüssel zum Sieg sein, was ereignisreiche Spiele eher unwahrscheinlich werden lässt.

Es gibt sie also die nicht so positiven Aspekte der Euro 2020, die im Jahr 2021 stattfindet. Und doch hat das Turnier das Potenzial den Menschen Freude zu schenken, denn mit dem Turnier geht auch eine gewisse Ablenkung vom Corona-Jahr einher – sofern man es schafft, die nörgelnden Stimmen auszuschalten. Deutschland bestreitet seine Spiele in München, vor knapp 14.000 Zuschauern. Keine Selbstverständlichkeit, angesichts der niedrigen Inzidenzwerte von weniger als 20 aber nur allzu nachvollziehbar. Für Menschen, die es nicht in die Arena im Norden der Stadt schaffen, ist es erlaubt mit bis zu zehn Menschen aus drei verschiedenen Haushalten zusammen zu kommen und die Spiele zu verfolgen. Auch die Außen- wie Innengastronomie hat wieder geöffnet, was ein Public-Viewing-Erlebnis im kleinen Stil möglich macht – selbstverständlich unter Hygieneauflagen.

Diese gibt es vereinzelt auch an eigens eingerichteten Public-Viewing-Orten, wie am Nürnberger Albrecht-Dürer-Flughafen, den die DFB-Elf nutzt, falls sie Bedarf an Auslandsreisen im weiteren Verlauf des Turniers hat. Statt 20.000 Fans, wie es in der Vergangenheit üblich war, dürfen in diesem Jahr bis zu 500 Fans vor Ort schauen. Eine Reservierung der Karten ist erforderlich sowie eine Online-Registrierung vorab, um die Karten dann zu personalisieren. In der „Bergbühne Nürnberg“ darf man am Sitzplatz die Maske ablegen, außerhalb davon wird auf die Einhaltung der AHA-Regeln hingewiesen, also auch auf die Maskenpflicht. Bei schlechtem Wetter soll auf die Nürnberger Winterhütten ausgewichen werden, wie Markus Mende von der Eventagentur Werk:B Events versichert. „Ein richtiges Public Viewing ist es in diesem Jahr nicht. Es ist sehr reglementiert. Die Leute sitzen“, so Mende. „Was wir hier machen ist für uns als Eventagentur Schadensbegrenzung.“

Die bayerische Regierung, immerhin Gastgeber von vier Spielen, hat sich die Sache etwas vereinfacht und den Grenzwert von einer Inzidenz von 35 abgeschafft, was der Gastronomie etwas Planungssicherheit gibt. So darf man innen wie außen bis Mitternacht geöffnet bleiben, der Grenzwert liegt hier nun bei 100. In Bayern liegt der Wert derzeit bei 21,9 (Stand: Donnerstag, 10. Juni). Mit einer Überschreitung ist also nicht zu rechnen, was beispielsweise dem ersten Gruppenspiel der Deutschen in die Karten spielt, was bekanntlich am kommenden Dienstag um 21 Uhr angepfiffen wird. Mit den Regelungen vor der Beschlussänderung hätte man folglich in der Halbzeit nach Hause gehen müssen. In Nordrhein-Westfalen hat die dreigliedrige Staffelung noch Bestand. Für die Zeit der Europameisterschaft wurde die zeitliche Beschränkung bis 22 Uhr aufgehoben und wie in Bayern bis 24 Uhr verlängert. Je nach Inzidenzwert können die Behörden die Lockerungen aber anpassen. Deutschlandweit wird es riesige Fanmeilen wie in Berlin vor dem Brandenburger Tor nicht geben, darüber ist man sich einig. Auch am einzigen deutschen Spielort in München nicht. „Ein reines Public Viewing außerhalb der Gastronomie wird es nicht geben", sagte der Chef des Kreisverwaltungsreferats, Thomas Böhle (SPD), der ‚Bild‘. Mende betont ebenfalls: „Schwerpunkt ist die Gastronomie in unserem Biergarten, dem Sommergarten.“ Zwar hat sich das Bild im Vergleich zu anderen Phasen der Pandemie stark vereinfacht, dennoch gilt es lieber einmal zu oft als einmal zu wenig auf die Regelungen zu schauen, um nicht doch wegen einer verpassten Testpflicht die Livespiele zu verpassen. Der Weg nach Hause könnte dann mitunter hektisch verlaufen.

MagentaTV setzt auf geballte Fußballkompetenz
Stichwort Zuhause: Wer dort alle Partien der Endrunde verfolgen möchte, sollte sich umgehend ein MagentaTV-Abo holen, denn nur das Angebot der Deutschen Telekom zeigt exklusiv alle 51 Spiele live. ARD und ZDF müssen sich mit 41 Partien begnügen, was bedeutet, dass zehn Spiele nicht jedem zugänglich sind. Noch stehen nicht alle Partien fest, die MagentaTV exklusiv anbieten wird. Bislang sind fünf Spiele bekannt, die restlichen Partien entscheiden sich je nach Gruppenkonstellation am letzten Spieltag, der wie gewohnt in den Gruppen parallel ausgetragen wird. Da das ZDF die Partie Deutschland gegen Ungarn zeigt, steht aber schon fest, dass MagentaTV das Parallelspiel zwischen Frankreich und Portugal ausstrahlen wird – immerhin Welt- gegen Europameister.

Alle Exklusiv-Spiele von MagentaTV im Überblick:
– Samstag, 12. Juni: Wales – Schweiz (Gruppe A) live ab 15 Uhr
– Montag, 14. Juni: Schottland – Tschechien (Gruppe D) live ab 15 Uhr
– Mittwoch, 16. Juni: Finnland – Russland (Gruppe B) live ab 15 Uhr
– Freitag, 18. Juni: Schweden – Slowakei (Gruppe E) live ab 15 Uhr
– Mittwoch, 23. Juni: Portugal – Frankreich (Gruppe F) live ab 21 Uhr

Glaubt man dem WDR-Spielplan, so sind am letzten Spieltag die Partien Schweiz – Türkei, Ukraine – Österreich, Russland – Dänemark, Kroatien – Schottland und Schweden – Polen ebenfalls exklusiv bei der Telekom im Programm. Das dürfte allerdings noch nicht in Stein gemeißelt sein, hängt es wie erwähnt vom Turnierverlauf ab.

Die EM beginnt am Freitag mit in Rom mit dem Eröffnungsspiel zwischen der Türkei und Italien, Das Erste wird übertragen, vor Ort als Reporter ist Florian Naß, Bastian Schweinsteiger fungiert als Experte neben Moderatorin Jessy Wellmer in der italienischen Hauptstadt. Bei MagentaTV wird Wolff Fuss zusammen mit Nuri Sahin das Spiel kommentieren. Aus dem Studio meldet sich Johannes B. Kerner, der Michael Ballack, Fredi Bobic, Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich sowie Sahin zu Gast hat.

Ein Blick auf MagentaTV lohnt ohnehin. Der Dienst hat ein beachtliches Arsenal an Experten und allerhand technisches Knowhow zu bieten. Neben Ballack, Bobic, Ittrich und Sahin werden auch Uli Hoeneß, Lars Stindel, Martin Harnik, Alex Frei, Jürgen Kohler, Moritz Volz, Benny Lauth, Inka Grings und Adi Hütter als Experten und Co-Kommentatoren bei ausgewählten Spielen fungieren. Regelmäßig gibt es auch ein zweites Feed, das einen kommentierten Analyse-Kanal mit Ex-Schalke-Trainer Manuel Baum und Kommentator Benni Zander bietet. Wem das zu Fußball-nerdig ist, kann sich zudem auf einen Promi-Feed freuen, bei dem bunte Gäste wie Oliver Pocher oder Serdar Somuncu dabei sind.

Neben geballter Expertise weiß auch das 450 quadratmetergroße Studio zu überzeugen. Der Hauptbereich beinhaltet eine große LED-Wall mit Bespielungsflächen für Augmented Reality und virtuelle Grafiken. Daneben gibt es Platz für eine Lounge, einen Taktik-Bereich und einen Bereich für Social-Interaktionen. Die mit rund 250 Quadratmeter großzügig bemessene Aktionsfläche mit mehr als 50 Quadratmetern hochauflösenden Videoflächen sollen die Zuschauer ins Geschehen ziehen.

Die Europameisterschaft steht vor der Tür. Viele Fragen sind geklärt, nur die wichtigste Frage wird wie immer erst mit dem Abpfiff des Finalspiels beantwortet sein: Wer wird Europameister? Egal ob Frankreich, England, Belgien, Italien oder am Ende doch Deutschland, das Turnier wird von gemischten Gefühlen begleitet werden. Es liegt an jedem selbst, was man aus dem Turnier macht – nicht nur sportlich.

Kurz-URL: qmde.de/127354
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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Sentinel2003
11.06.2021 00:06 Uhr 1
Null Bock auf Magenta!! Ich werde dort garantiert nicht ein Spiel sehen....zudem ist mein Bedürfnis zur EM auch heute noch bei null....

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