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Neuausrichtung nötig? Die Quotenprobleme von «Rote Rosen»

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Die 17. Staffel ist zu Ende – Alex und Astrid haben ihr Glück gefunden. Die Serie an sich steht im Linearen längst nicht mehr so gut da wie noch vor wenigen Jahren. Eine Analyse.

Am Montagnachmittag gab es Grund zur televisionären Glücklichkeit. Alex und Astrid haben sich nach 200-teiliger Irrung und Wirrung final gefunden und die Stadtgrenzen Lüneburgs überschritten, um letztlich auswärts ihr Lebensglück zu genießen. Somit endete die Ära Claudia Schmutzler bei der täglichen Serie «Rote Rosen» (linear im Ersten zu sehen um 14.10 Uhr) nach knapp einem Jahr. Für die Dailynovela, die längst eine Familienserie für reiferes Publikum ist, hätte es seit dem Start Ende Oktober 2019 aber deutlich besser laufen können.

Das zeigt schon der ganz schnelle Blick auf die Quoten. Holte die 16. Staffel, die großflächig 2019 lief, noch im Schnitt 12,8 Prozent bei allen Zuschauern, sank der Mittelwert der jetzigen 200 Folgen auf 11,3 Prozent. Die 12,8 Prozent, die damals schon nur Mittelmaß waren, waren in der Astrid&Alex-Staffel kaum zu erreichen. Keine Folge kam über 13,4 Prozent Marktanteil hinaus. Grundsätzlich gab es überhaupt nur sieben Ausgaben, die überhaupt eine 13 vor dem Komma im Gesamtmarkt stehen hatten.

Das schmerzt, bedenkt man, dass die 14. Staffel zum Beispiel noch an die 15 Prozent im Schnitt holte, die 15. Staffel immerhin noch gut 13 Prozent. Immerhin schaffte es die Mehrzahl der Episoden noch über den Senderschnitt. Es ist aber unverkennbar, dass die Macher der Studio Hamburg Serienwerft nicht auf einfaches ‚Weiter so‘ vertrauen können.

Hinter den Kulissen weht inzwischen frischer Wind: Er langjährige Dailymacher wird sich auf seine Aufgaben als Geschäftsführer der Produktionsfirma konzentrieren, neuer Produzent der Daily ist Jan Diepers, der einst «GZSZ» machte oder «Alisa – Folge deinem Herzen». Für die nun am Dienstag startende neue Liebesgeschichte scheinen in der Tat inhaltliche Korrekturen angedacht zu sein.

Alleine schon der neue Vorspann lässt vermuten, dass sich «Rote Rosen» noch mehr als bisher zu einer generellen Familien-Ensemble-Serie entwickeln soll. Anders als zuvor tauchen nämlich nahezu alle Figuren auch im Vorspann auf, der Fokus liegt dabei deutlich weniger auf dem Hauptpaar. Das gibt es zudem auch gar nicht mehr so im klassischen Sinne.

Im Grunde genommen erzählt die neue Staffel eine Liebesgeschichte zwischen Freundschaft und Verrat. Oder wie es der Pressetext sagt: Zwei Frauen kämpfen um ihren Glauben an die Liebe, nachdem auffliegt, dass sie seit Jahren von demselben Mann betrogen wurden – und werden Freundinnen. Die Hauptrollen übernehmen Jana Hora-Goosmann als Mona Herzberg und Judith Sehrbrock als deren Rivalin Tatjana Petrenko. Sie sind doppelt betrogen: Die gelernte Möbeltischlerin Mona Herzberg (Jana Hora-Goosmann) lebt mit ihrer Adoptivtochter Sara in Münster und ahnt nicht, dass ihr Mann, Vertriebsleiter einer Hotelwäschefirma, sich auf seinen Reisen nicht nur dem Geschäft widmet. Erst als sie nach Lüneburg umziehen, um endlich eine richtige Familie zu sein, wird Mona über die plötzlichen Widersprüche ihres Mannes und seine Erklärungen stutzig. Hat er eine Affäre? Und sogar ein Doppelleben in Lüneburg?

Auch Tatjana Petrenko (Judith Sehrbrock) ist mit ihrem Sohn Sascha nach Lüneburg gezogen, um beruflich voranzukommen. Als taffe Geschäftsfrau plant sie die Eröffnung eines hochwertigen MöbelShowrooms und kommt darüber zufällig mit Mona ins Gespräch. Die beiden Frauen mögen sich, es entwickelt sich eine schöne, unbelastete Frauenfreundschaft. Insgesamt begrüßt die Serie zur neuen Staffel acht neue Hauptfiguren, zählt man den seit wenigen Monaten mitwirkenden Arne Rudolf als David Wagner noch mit dazu, sogar noch einen mehr. Auf der anderen Seite bleiben 13 Figuren dabei, unter anderem der große Berger-Clan. Mit somit 22 Darstellern im Hauptcast und einigen weiteren im Nebencast ist das Ensemble für eine Daily recht groß.

Für die Macher wird es darum gehen, den jüngsten Schwung mitzunehmen: Im Monat September etwa sicherte sich die Produktion 12,3 Prozent Gesamtmarktanteil im Schnitt, lag also klar oberhalb des Staffeldurchschnitts. Das ist speziell gegenüber Juli, als man genau einen Prozentpunkt tiefer lag, eine klare Steigerung. Zur Ehrenrettung der zurückliegenden Staffel von «Rote Rosen» muss derweil auch der Sonderumstand Corona berücksichtigt werden. Die Serie ging in eine siebenwöchige Produktionspause, in der im TV die allerersten Episoden wiederholt wurden und auch am Set gab es nach der Wiederaufnahme der Arbeiten ganz andere und für jeden Beteiligten ungewohnte Umstände. Möglicherweise hat man sich zur neuen Staffel nun besser auf das eingestellt, was dieser Tage eben nötig ist: Abstand, Vorsicht und Rücksicht.

Dann blühen auch die «Roten Rosen» wieder. Weiter unklar ist derweil, wie oft die Serie mittlerweile in der Mediathek angeschaut wird. Nur unregelmäßig kommen grobe Zahlen an die Öffentlichkeit; und die besagen: Die Abrufe pro Folge liegen im weit sechsstelligen Bereich.

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