Popcorn & Rollenwechsel

Die sieben Stufen des Disney-Sportfilms

von

Von alberner Grabbeltischware bis hochdramatisch und trocken: Disney-Sportfilm ist nicht gleich Disney-Sportfilm.

Vollkommen bescheuert: «Snow Buddies» und Co.
Sprechende Tiere! Pupswitze am laufenden Band! Ein Plot, der auf einen halben Bierdeckel passt! Grelle Farben! Flache Dialoge, die im feinsten Overacting gen Kamera gerufen werden! Gefällt es euch nicht?! Unterhält euch das nicht?! Warum seid ihr dann hier?!

Humor pur: «Johnny Tsunami» und Co.
Familienorientierte Unterhaltung in Lehrbuchqualität: Die jüngeren im Publikum erfreuen sich am leichtherzigen Slapstick und den lockeren Sprüchen, die älteren an den knallig-sympathischen Figuren und dem zügigen Erzähltempo. Oder sie erfreuen sich ebenfalls am pointierten Slapstick und den launigen Dialogen – je nach Belieben. Inszenatorisch wahrlich kein großes Kino, aber solide.

Ansteckend gut gelaunt: «Mighty Ducks» und Co.
Sport-Slapstickkomödien (meist über Jugendteams), die sich durch kleine Feinheiten vom Familienkinoallerlei abheben. Das kann eine unerwartete, spürbare Passion in der filmischen Umsetzung sein, der dezente Einsatz von dramatischen Zwischentönen in der Figurenzeichnung oder eine mitreißende Filmmusik – oder alle drei Aspekte zusammen.

Komödien-Irrsinn, aber mit Herz: «Ein toller Käfer» und Co.
Anders als stupide Wegwerfware wie die «Buddies»-Filme oder der lustlos runtergefilmte «Herbie dreht durch» sind diese goldigen Familienklassiker allesamt Sportfilme mit einem albern-verrücktem Gimmick, das durch liebevolle oder gar tolldreiste Inszenierung dem Ganzen ein künstlerisches Gewicht verleiht. Sportfilme über pupsende Welpen? Bescheuert. Ein Rennfilm über einen VW-Käfer mit Seele, der zwischendurch aufgrund mangelnder Gegenliebe, die ihm zukommt, über Selbstmord nachdenkt? Oh, da sprechen wir auf einmal eine ganz andere Sprache!

Sei inspiriert: «Miracle – Das Wunder von Lake Placid» und Co.
Anfang der 2000er, bevor das Haus der Maus beschloss, (fast) nur noch Mega-Blockbuster verantworten zu wollen, leckte Walt Disney Pictures (vorübergehend) Blut im Bereich des dramatischen Films. Bevorzugt waren dies inspirierende, wahre Geschichten, die mit Ernst, aber dennoch leichtmütig erzählt wurden. Darin lassen sich gerne mal große Schauspielnamen entdecken sowie eingängige, anschwellende musikalische Leitmotive.

Der Problemfilm mit der guten Disney-Laune: «Gegen jede Regel» und Co.
Ein Film über Rassismus (oder andere gesellschaftliche Probleme), der mit spitzer Feder aufzeigt, wie ichbezogen auf der interpersonellen Ebene sowohl Progression auch Regression begründet werden und wie doppelzüngig gerne die braven Kirchengänger und Gesetzeshüter sind? Aber all dies mit temporeichen, mitreißenden Sportszenen, lustigen Sprüchen und (optional) Gesangs- und Tanzsequenzen? All dies in entsättigten, atmosphärischen Farben eingefangen? Öh, na gut ... Origineller Wunsch, aber der lässt sich bedienen …

Das Leben ist kein Wunschkonzert, aber mit viel Glück können es ganz wenige schaffen: «Queen of Katwe» und Co.
Alle Jubeljahre scheint sich irgendwer bei Disney zu sagen: "Oh, um unser Prestige zu stärken, sollten wir besser mal wieder einen rundum ernsten Film produzieren und ihn nicht unter einem unserer Alternativlabels veröffentlichen – sondern schlicht als Disney-Film." Und so geschieht es dann, dass eine Armutsgeschichte wie «Queen of Katwe» oder ein stringent-ernster Rennsportfilm wie «Secretariat – Ein Pferd wird zur Legende» als Disney-Film das Licht der Kinowelt erblickt – bevor dann wieder jahrelang nichts vergleichbares anläuft.

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