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Die 90. Academy Awards: Rekorde und Meinungen

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«Three Billboards» sorgt für einen der meistdiskutierten Momente der Academy-Awards-Nacht, während die Show tonal unklar ausfiel: Meinungen und Statistiken zu den 90. Oscars.

Rekorde und statistische Besonderheiten


Für das Gelegenheitspublikum mag der Verlauf der Oscar-Nacht eher unspektakulär verlaufen sein – doch für die Freunde von Academy-Award-Statistiken gab es erneut einige bemerkenswerte Entwicklungen. Um etwa beim "Bester Film"-Gewinner zu beginnen: «Shape of Water – Das Flüstern des Wassers» ist erst der zweite Film in der Geschichte des Ensemble-Preises bei den Screen Actors Guild Awards, der den Oscar in der Hauptsparte gewinnt, ohne zuvor für den wichtigsten Preis der Schauspielgilde nominiert zu werden. In den 24 Jahren Jahren, in denen dieser Award besteht, gelang dieses Kunststück sonst nur Mel Gibsons Historien-Kriegsfilm «Braveheart».

Darüber hinaus wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. März der Rekord für den ältesten Oscar-Gewinner gebrochen: Diese Bestleistung liegt nun in den Händen des «Call Me By Your Name»-Drehbuchautoren James Ivory, der den Academy Award für das beste adaptierte Skript im Alter von 89 Jahren entgegen nahm. Zuvor hielt Christopher Plummer diesen Rekord, der im Alter von 82 Jahren für «Beginners» als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde. Ein weiterer Drehbuch-Meilenstein: Mit seinem Gewinn für das Original-Drehbuch des Horrorfilms «Get Out» ist Jordan Peele der erste Afro-Amerikaner, der in dieser Kategorie prämiert wurde.

Eine Trivia-Randnotiz stellt zudem Kobe Bryant dar, der für den Kurztrickfilm «Dear Basketball» gewürdigt wurde und somit der erste NBA-Spieler ist, der einen Oscar gewonnen hat. Und Mark Bridges, als Kostümdesigner für «Der seidene Faden» ausgezeichnet, gewann als erster Mensch in der Geschichte der Academy Awards einen Preis für die kürzeste Dankesrede des Abends. Zur Belohnung erhielt Bridges einen Jet-Ski.

Eine Show im tonalen Niemandsland


Die fünf meistdiskutierten Oscar-Momente bei Facebook

  1. «Shape of Water» wird als bester Film gekürt
  2. Gary Oldman gewinnt den Preis als Bester Hauptdarsteller
  3. Frances McDormands Dankesrede
  4. «Coco» gewinnt die Kategorie "Bester Animationsfilm"
  5. Jimmy Kimmel lädt Stars ein, das Publikum einer «Das Zeiträtsel»-Preview zu überraschen
Quelle: Deadline Hollywood
Die Verleihung der 90. Academy Awards fühlte sich, um gezielt einen Anglizismus zu verwenden, etwas awkward an. Einerseits war es eine Jubiläumsgala, mit mehreren Montagen, in denen Filmclips aus der Oscar-Geschichte ein Gefühl der Nostalgie erzeugen sollten. Doch abgesehen von diesen Rückblick-Clips, die in niedrigerer Quantität eh Bestandteil jeder Oscar-Verleihung sind, war nichts vom Glanz einer Jubiläumsshow zu spüren – keine großen Showeinlagen neben den obligatorischen "Bester Song"-Performances, keine sonstigen Festivitäten. Dies könnte auch der politisch aufgeladenen Stimmung geschuldet sein – die ersten Oscars nach Beginn der #TimesUp- und #MeToo-Bewegung zu einem sorglosen Hollywood-Fest aufzublasen wäre auch sicherlich falsch rüber gekommen.

Jedoch ist es auch nicht so, als hätte dieser Aspekt im Vordergrund gestanden. Gewiss: Ein betont aufklärerisch-positiver Einspielfilm führte den künstlerischen Zweck hinter #TimesUp vor. Diverse Filmschaffende, die nicht der männlich-heterosexuell-weißen Mehrheit angehören, die in Hollywood Projekte umsetzt, sprachen über ihre Vorbilder aus dieser Mehrheit und führten aus, wie wichtig es dennoch ist, sich selbst repräsentiert zu sehen – und dass mehr Vielfalt hinter den Kulissen mehr Abwechslung auf der Leinwand bedeutet. Ansonsten gab es in den Dankesreden zwar vereinzelte Momente, in denen breitere Repräsentation gewürdigt wurde – zumeist aber in einem Maße, das es auch in früheren Oscar-Shows zu sehen gab. Die Laudatio von Lupita Nyong'o und Kumail Nanjiani, die den Award für das beste Produktionsdesign verliehen, fiel dahingehend aus dem Rahmen und zeigte sich ambitionierter: Die Beiden nutzten ihre Zeit im Scheinwerferlicht, um jungen Migranten, die vom DREAM-Programm profitieren können, Mut zuzusprechen.

Die Extrameile ging zudem «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri»-Hauptdarstellerin Frances McDormand, die nach ihrem Oscar-Gewinn in ihrer Dankesrede alle nominierten Frauen aufforderte, aufzustehen und sich umzuschauen. Sie müssten einander unterstützen – und damit schnellstmöglich beginnen, da sie alle Geschichten zu erzählen und zu finanzieren hätten. Darüber hinaus forderte sie, dass verstärkt Inklusionsklauseln Eingang in Filmverträge finden, um eine gleichberechtigte Bezahlung zu sichern. Ansonsten waren es zwar nachdenklichere Oscars, aber noch immer gemäßigte – so dass die Gala ein wenig zwischen den Stühlen saß.

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