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Ist jetzt schon WELT? So sieht der „neue“ Nachrichtensender aus

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"Bleibt alles beim Neuesten" - seit Donnerstagmorgen ist aus dem TV-Sender N24 nun WELT geworden. Ob sich mehr als das Logo verändert hat, verraten wir in ersten Bildern. Zudem haben wir mit Dr. Torsten Rossmann, Geschäftsführer von WeltN24, über 18 Jahre Nachrichtenfernsehen, neue Herausforderungen und die Multi-Channel-Strategie gesprochen.

Abgesehen von der Tatsache, dass man sein Programm immer weiterentwickelt, gibt es derzeit keinen Grund, am Programm etwas zu verändern.
WeltN24-Geschäftsführer Dr. Torsten Rossmann im Exklusiv-Gespräch mit Quotenmeter.de
Es ist der letzte Schritt der vollbracht wird: Seit Donnerstagmorgen heißt N24 nun Welt. Welt steigt somit zu einer der bekanntesten Nachrichtenmarken des Landes auf. Rund neun Millionen Menschen lesen nach eigenen Angaben die Print-Angebote der Axel-Springer-Marke, 20 Millionen nutzten zuletzt das Internetangebot – und jetzt kommt der erfolgreichste private Nachrichtensender endgültig zur Marke hinzu. Schon seit geraumer Zeit wird hinter den Kulissen eng zusammen gearbeitet. Schon beim zurückliegenden Design-Relaunch von N24 hat man an die Zeit als Welt gedacht. Das ist auch der Grund, weshalb man beim Launch in dieser Woche fast verleitet ist zu sagen: Bleibt alles beim Alten. Auch der offizielle Slogan von Welt, lehnt sich augendzwinkernd genau daran an. Er heißt: Bleibt alles beim Neuesten. „Lassen Sie es mich so sagen: Abgesehen von der Tatsache, dass man sein Programm immer weiterentwickelt, gibt es derzeit keinen Grund, am Programm etwas zu verändern. Unser Programmschema mit den beiden Säulen Nachrichten und Dokumentationen funktioniert nach wie vor sehr gut“, erklärt Geschäftsführer Dr. Torsten Rossmann, ein Urgestein dieser Firma.



„Unsere eigenen Doku- und Reportageformate, wie «Space Time» oder «Die Foodtruckerin», schärfen unser Profil zusätzlich. Insofern ist unsere Kampagne für die Zuschauer auch ein Versprechen: Sie werden auf WELT genau das Programm bekommen, für das sie bisher N24 geschätzt haben“, sagt Rossmann, der im 15. Jahr für den Sender arbeitet und wahrlich schon unruhigere Zeiten erlebt hatte. Insgesamt gab es N24 nun 18 Jahre, zehn Jahre lang als Teil der ProSiebenSat.1-Gruppe. Im Juni 2010 erfolgte ein Management-Buy-Out, seit 2013 gehört man zum Springer-Konzern.



Bleibt alles beim Neuesten - das WELT-Programm

  • Morgens: Nachrichten von 6 bis 13.05 Uhr
  • Danach: Kurznachrichten um 14 und 16 Uhr. Rund Viertelstündige News um 15, 17, 18 und 18.55 Uhr.
  • Abends: 5 Minuten News um 20 Uhr, danach Dokumentationen
„Mit der Namensänderung in WELT schlagen wir ein neues Kapitel in unserer Sendergeschichte auf. Der Sender selbst bleibt, was und wie er ist. Insofern verschwindet zwar der Name N24, nicht aber das, was wir uns in den letzten knapp 20 Jahren erarbeitet haben. Und das ist vor allem die Fähigkeit, Breaking-News-Situationen live im Programm abzubilden, wie wir es zuletzt beispielsweise beim G20-Gipfel in Hamburg über mehrere Tage erfolgreich unter Beweis gestellt haben,“ sagt Rossmann im Gespräch mit Quotenmeter.de. Solche Ereignisse treten heute regelmäßiger als früher auf, weiß der Nachrichtenprofi. An relevanten Nachrichtenereignissen habe es aber in 18 Jahren N24 nie gemangelt, ergänzt der Flensburger, der einst an der Uni Hamburg unter anderem Politikwissenschaften studierte.

Verändert hat sich das Nachrichten-Geschäft seit dem Startjahr 2000 durchaus. „Der Aktualitätsdruck ist dadurch, dass man sich jederzeit und überall informieren kann, enorm gestiegen, und die professionellen Anforderungen an unsere Nachrichtenredaktion sind über die Jahre entsprechend gewachsen. Auch in technischer Hinsicht hat sich die Arbeit deutlich verändert: Seit 2008 arbeiten wir ohne Bänder. Unsere Kollegen schneiden und vertonen selbst, und unsere Regie ist teilautomatisiert.“ Entsprechend seien diese Veränderungen „gravierend“, wie Rossmann sagt, aber sie würden eine Reaktion schneller und flexibler reagieren lassen.



N24 hat in seiner Zeit Vieles erlebt: Gleich zu Beginn natürlich die schlimmen Anschläge auf das World Trade Center, das Ende der Ära von Kanzler Schröder, den Start von Angela Merkel als Deutschlands „Mutti“, das Sommermärchen 2006, erste Terror-Anschläge in Europa, den Hype um Barack Obama und die Wahl seines Nachfolgers Donald Trump, Amokläufe und mehr Schreckenstaten. Seit 2014 profitiert auch die TV-Crew zunehmend von dem Know-How der WELT-Kollegen. Davon würden beide Seiten profitieren, sagt Rossmann heute. „Die Experten der WELT-Redaktion kommen zu uns ins Studio, und wir stellen zu allen wichtigen Themen Videobeiträge zur Verfügung, die erfolgreich im Digitalbereich zum Einsatz kommen. Die großen redaktionellen Themen gehen wir schon seit langem gemeinsam an“ – fortan nun auch unter gemeinsamem Namen.

Tatsächlich erlaubt der neue Tisch gerade auch in Breaking-News-Situationen, dass mehr Personen im Studio agieren können. So ist es z.B. möglich, dass neben den beiden Moderatoren unsere Social-Media-Kollegen im Studio sind und noch zwei externe Gäste dazukommen.
Dr. Torsten Rossmann, Geschäftsführer von WeltN24
Der Umbau ging schon zuletzt von Statten. Im On Air Betrieb, also hauptsächlich nachts und an Wochenenden, wurde das einst von blauen und organen Farben dominierte Nachrichtenstudio an 111 Einsatztagen umgekrempelt. Eine Stufe wurde entfernt, die Vidiwall deutlich vergrößert und vergangenen Sonntag als letzter Schritt nun ein neuer Tisch eingebaut. Dieser war eine Wissenschaft für sich. Damit, wie ein zeitgemäßer News-Tisch auszusehen habe, haben sich viele Leute intensiv befasst. „Was ein Möbelstück doch so alles bewirken kann“, sagt Rossmann lachend über die Planungsphase. „Tatsächlich erlaubt der neue Tisch gerade auch in Breaking-News-Situationen, dass mehr Personen im Studio agieren können. So ist es z.B. möglich, dass neben den beiden Moderatoren unsere Social-Media-Kollegen im Studio sind und noch zwei externe Gäste dazukommen. Die Form des Tisches, der auch auf die zuvor üblichen Aussparungen für die Moderatoren verzichtet, sorgt für bessere Gesprächssituationen und verhilft uns – genau wie die nun doppelt so große Vidiwall – zu deutlich mehr Flexibilität im Studiogeschehen.“



Als WELT will man das beibehalten, was N24 zuletzt schon so stark gemacht hat. Unterschiede zum zur RTL-Gruppe gehörenden n-tv, das man zuletzt in Sachen Quote ein Stück hinter sich lassen konnte, sieht Rossmann durchaus. „Beide Sender verfolgen ein ähnliches Programmkonzept. Sie unterscheiden sich vor allem in der Aufbereitung der Nachrichten, ihrer Präsentation und im Design voneinander. Einer der wichtigsten und augenfälligsten Unterschiede ist sicher unser Realstudio, das uns einfach mehr Möglichkeiten bietet und das sich mit seinem authentischen Look deutlich von der Konkurrenz abhebt.“



Einen Vorsprung erhofft man sich nun auch, weil WELT mehr als vergleichbare Angebote als Multi-Channel-Marke wahrgenommen wird. Man könne nun die Informationsgewohnheiten heutiger Mediennutzer umfassender als andere bedienen, sagt Rossmann. „Wir erreichen unser Publikum auf allen relevanten Kanälen. Die Nachrichtenvideos, den Livestream und die Programme in unserer Mediathek können sich die Zuschauer auf jedem Device ansehen – vom großen Flatscreen bis zum Smartphone-Display. Unser On-air-Design haben wir sehr bewusst an der Ästhetik und der Bewegungslogik digitaler Medien orientiert. Und wir haben ein Social-Media-Team, das einen kreativen und leidenschaftlichen Dialog mit der Community pflegt. Mit anderen Worten: Wir arbeiten sehr hart daran, ein wichtiger Teil des digitalen Lebens zu sein.“

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Blue7
18.01.2018 13:07 Uhr 1
"Als WELT will man das beibehalten, was N24 zuletzt schon so stark gemacht hat."
Also Dokus und fehlende Breakings News im Crawl und im TV?

"Unterschiede zum zur RTL-Gruppe gehörenden n-tv, das man zuletzt in Sachen Quote ein Stück hinter sich lassen konnte"
Gut billige Dokus gegen bis in die Nacht produzierte Live-Nachrichten bei ntv kosten halt Geld, Personal und bringen eventuell auch nicht die Quote rein, aber wenigstens kann ein Nachrichtensender dann da stehen wenn Nachrichten zu berichten sind statt Dokus am Abend oder am Wochenende/Sonntag/Feiertag zu zeigen. An Aktualität hat N24 die letzten Jahre wirklich nicht geglänzt.

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