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Interview

Die Bundesliga boomt: „Das Produkt ist so attraktiv wie nie“

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Sky Media feiert die Hinrunde der Fußball-Bundesliga. Rekordquoten statt Langeweile. Im Interview verspricht Thomas Deissenberger über das runde Leder, massive Zugewinne in der zweiten Liga und auch über Erfolge aus dem fiktionalen Erfolg. Entsprechend: Welche Hoffnungen setzt Sky Media in «Das Boot»?

Zur Person: Thomas Deissenberger

Thomas Deissenberger (geboren 1964) ist seit 1. September 2015 Geschäftsführer der Sky Media GmbH. Vor seinem Einstieg bei Sky Media war Deissenberger bis 2014 Vorsitzender der Geschäftsführung des Sport1-Vermarkters Sport1 Media und Geschäftsführer der DSF Deutsches Sportfernsehen GmbH (heute Sport1 GmbH). Zuvor war er Mitglied des Executive Board Council der EM Sport Media AG, der heutigen Constantin Medien AG.
Die Bundesliga kehrt wieder zurück. Seit dieser Saison haben mehr Unternehmen Rechte an Bundesliga-Fußball als zuvor. Allein im Highlight-Bereich kamen neben ARD, ZDF und Sport1 jetzt auch noch Nitro und DAZN hinzu. Wie haben sich die Zahlen in der Hinrunde bei Ihnen entwickelt?
Allen Unkenrufen zum Trotz aufgrund der erneuten Dominanz der Bayern ist die Fußball-Bundesliga so spannend und auf Sky so beliebt wie nie. Wir verbuchen rekordträchtige Reichweiten: 1,44 Millionen Zuschauer sahen durchschnittlich die Bundesliga-Konferenz am Samstag, mehr als in jeder Halbserie zuvor. Durchschnittlich 4,04 Millionen Zuschauer sahen in der Hinrunde die Samstags- und Sonntagsspiele und damit 35 Prozent mehr als in der Vorsaison. Nach wie vor sehen wir jedoch die Notwendigkeit einer realitätsgetreuen Abbildung der Reichweiten auf Sky über sämtliche Verbreitungswege. Es gibt weiterhin eine signifikante Lücke in der Ausweisung zu unserem eigenen Zuschauerpanel und Zuschauerpotenziale im zweistelligen Bereich sind nicht in der AGF abgebildet.

Was man auch nicht vergessen darf: Die zweite Liga gibt es live nur noch bei Sky. Hier ist der Blick natürlich vor allem auf den Montagabend gerichtet, wo Sie sich früher die Rechte mit Sport1 geteilt haben und jetzt exklusiv senden. Das hatte steigende Zahlen zur Folge. Aber wie stark sind sie gestiegen und sind Sie damit zufrieden?
Wir sind sehr zufrieden. Mit der exklusiven Übertragung am Montagabend konnten wir die Reichweite um 62 Prozent steigern. Insgesamt waren es in der Hinrunde durchschnittlich 1,03 Millionen Zuschauer pro Spieltag und damit 30 Prozent mehr als in der Vorsaison.

Nach wie vor sehen wir jedoch die Notwendigkeit einer realitätsgetreuen Abbildung der Reichweiten auf Sky über sämtliche Verbreitungswege. Es gibt weiterhin eine signifikante Lücke in der Ausweisung zu unserem eigenen Zuschauerpanel und Zuschauerpotenziale im zweistelligen Bereich sind nicht in der AGF abgebildet.
Thomas Deissenberger, Chef von Sky Media
Allgemein ist die zweite Liga ja ein Garant für hohe Zuschauerzahlen. Da schauen ja nicht selten eine halbe Million Leute zu. Wäre es da für Sie aus Vermarkter-Sicht nicht wünschenswert, die Rahmenberichte ein wenig auszuweiten, um noch weitere Werbeblöcke anbieten zu können?
Die steigenden Reichweiten sind ein Beleg für die Attraktivität der zweiten Liga. Wir prüfen regelmäßig, inwieweit wir das Rahmenprogramm anpassen können. Konkrete Pläne haben wir aktuell nicht.

Neu ist die zweite Liga freitags und sonntags auch bei Sky Sport News HD – eines der Aushängeschilder des Nachrichtensenders sind die Free-TV-exklusiven Highlights. Wie hat sich die Reichweite hier nach ja doch etwas schleppendem Start entwickelt?
Die Reichweiten sind zufriedenstellend, es gibt aber sicher noch Luft nach oben. Dass die 2. Liga äußerst attraktiv für unsere Zuschauer ist, haben die Reichweiten der Live-Übertragungen in der Hinrunde gezeigt.

Ins Duell mit dem «Doppelpass» ist «Wontorra» gegangen. Moderator Jörg hat nie ein Geheimnis draus gemacht, dass er erst mal einen Ein-Jahres-Vertrag hat, weil man schauen wollte, wie alles so funktioniert. Jetzt ist ja quasi Halbzeit – und man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Aber um im Bild zu bleiben: Führen Sie schon 3:0 oder steht‘s noch 1:1?
«Wontorra – der Kia Fußballtalk» hat sich etabliert, durchschnittlich sahen bislang 110.000 Zuschauer die Sendung, in der Spitze sogar über 200.000 Zuschauer. Außerdem braucht es immer Zeit, bis sich das Format und der Sendeplatz etabliert.

Allgemein ist die Werbeauslastung der Bundesliga bei Sky ja sehr gut. Mal so gefragt: Müssen Sie manchmal schmunzeln, wenn ein Moderator am Ende des „BetWay Countdowns“ noch auf das „Bwin Topspiel“ hinweist und dann sagt, dass man sich in der „Tipico Halbzeitanalyse“ wiedersieht?
Das Produkt Fußball-Bundesliga ist so attraktiv wie nie – von daher ist es logisch, dass unsere größten Werbepartner auch besonders aufmerksamkeitsstarke Platzierungen wie Titelpatronate buchen. Es bleibt allerdings dabei: Wir gehen auf Sky mit dem Werbung sensibel um und versuchen, den Zuschauer nicht zu überfrachten.

Die Formel1 ist bei Sky noch in der Schwebe: Bei relativ überschaubaren Kosten bringen die Rennen Sky Sport aber gut und gerne 500.000 Zuschauer – das erreichen manche Bundesliga-Spiele nicht. Auch aus Vermarkter-Sicht: Wäre für Sie eine Verlängerung des Vertrags wünschenswert?
Hierzu kann ich aktuell nichts sagen.

Erstmals ist es uns gelungen, die Königsklasse des europäischen Club-Fußballs in Deutschland und Österreich komplett ins Pay-TV zu holen. Wir erwarten, dass diese Botschaft vom Werbemarkt sehr positiv aufgenommen wird.
Thomas Deissenberger, Chef von Sky Media
Wichtig wird in diesem Jahr die Champions League: Ab Sommer läuft sie exklusiv im Pay-TV, auch wenn noch nicht ganz klar ist, welche Spiele Sie an DAZN sublizensieren. Mit welcher Steigerung rechnen Sie denn und wie ist diese Botschaft auch auf dem Werbemarkt aufgenommen worden?
Mögliche Steigerungen kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht nennen. Erstmals ist es uns gelungen, die Königsklasse des europäischen Club-Fußballs in Deutschland und Österreich komplett ins Pay-TV zu holen. Wir erwarten, dass diese Botschaft vom Werbemarkt sehr positiv aufgenommen wird.

In den vergangenen Wochen gab es nicht viel Live-Sport im Sky-Pay-TV: Sind Sie da manchmal neidisch auf die englischen Kollegen, die dann Darts, Football und eben keinen ruhenden Ligafußball haben?
Neidisch nicht, aber es stimmt – zu anderen Zeitpunkten im Jahr zeigen wir dafür Live-Sport in Hülle und Fülle. Rund um Weihnachten haben wir zuletzt exklusiv die Live-Spiele der Handball-Bundesliga gezeigt.

Wenn wir mal kurz noch weggehen vom Sportlichen und auch einen Blick auf Fiktionales und Unterhaltung werfen: Wie entwickelt sich Ihrer Meinung nach Sky1 und dort auch die Eigenproduktionen?
Mit Sky 1 haben wir mit Shows, frauenaffinen Formaten und Lifestyle-Sendungen eine neue Programmfarbe entwickelt, durch die wir jenseits des Sports ganz neue Zielgruppen erreichen. Mit der bisherigen Entwicklung sind wir zufrieden. Sky 1 wird bei unseren Zuschauern immer beliebter und verbucht insbesondere seit Jahresmitte steigende Zuschauerzahlen: 50 Prozent Steigerung der Sehbeteiligung, 41 Prozent mehr Netto-Seher seit Juni. Aber auch für Sky 1 gilt: gute TV-Formate und Sender brauchen Zeit um sich zu etablieren und bei Sky nehmen wir uns diese Zeit.

Welches Fazit ziehen Sie bei «Babylon Berlin» aus Vermarktersicht und wie groß ist die Freude schon auf das nächste Serienhighlight, «Das Boot»?
«Babylon Berlin» ist ein Riesenerfolg und hat unsere bereits hohen Erwartungen noch einmal übertroffen. Mit rund 570.000 Zuschauern (linear und nichtlinear) durchschnittlich pro Episode war «Babylon Berlin» die zweitstärkste Serie auf einem Sky Sender – nur «Game of Thrones» war reichweitenstärker. Zudem haben wir mit Schweppes und Schauinsland Reisen starke Marken für das «Babylon Berlin»-Umfeld gewinnen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das nächste Serienhighlight «Das Boot» zuschauer- und vermarktungsseitig ebenfalls ein Riesenerfolg sein wird.

Danke für das Interview.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Sentinel2003
12.01.2018 19:53 Uhr 1
Mein Gott, immer diese "frauen affinen Formate"! Ich kann es nicht mehr Lesen und Hören....als ob die weibliche Zunft ein ganz spezielle menschliche Gattung ist...

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