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Amazon-Google-Krieg zu Kosten der Kunden

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Seit über zwei Jahren streiten sich die Technologiefirmen Amazon und Google und tragen dies auf dem Rücken ihrer Kundschaft aus. Kommt bald die Erlösung?

Ein Streit ist das offene Austragen einer Meinungsverschieden und muss nicht zwingend feindselig sein – einen Leidtragenden gibt es aber: Den Kunden. Als der Versandriese Amazon vor über zwei Jahren Apples „Apple TV“ und Googles „Chromecast“ aus dem Angebot nahm, weil diese Gerätschaften nicht mit dem Amazon-Video-Angebot funktionieren, war das eine oberflächlich logische, wenngleich sehr selbstzentrische Begründung. Es folgte zudem eine Mail an alle Market-Händler, dass der Verkauf komplett untersagt sei. Wer sich daran nicht hält, werde von der Verkaufsplattform ausgeschlossen. Noch dreister ist das Unterfangen, wenn man weiß, dass in Deutschland erst ein halbes Jahr zuvor der Amazon Fire TV auf dem Markt gebracht worden war. Das Unternehmen aus Seattle wollte natürlich seine Hardware besser verkaufen, indem es die Konkurrenten aus den Shops nahm.

Das Unternehmen Google holte Ende des vergangenen Jahres zum Gegenschlag aus und drohte Amazon an, dass sie die Unterstützung von YouTube auf Amazon-Endgeräten beenden werden. Demzufolge können seit Januar 2018 keine YouTube-Inhalte auf dem Fire TV, Fire Stick oder Echo Show angesehen werden. Inzwischen gibt es Umwege, wie die YouTube-App aufrufen, die dann mittels Silk-Browser auf YouTube.com verlinkt. Ältere YouTube-Apps, die nicht regelmäßig aktualisiert wurden, sind komplett von der Sperrung befreit. YouTube, das seit 13 Jahren zu Google gehört, ist ein wirkungsvolles Druckmittel. Die App ist bei den Nutzern sehr beliebt und ermöglicht das Konsumieren von YouTube-Inhalten bequem auf dem Fernseher.

Die Manager bei Google wissen: Um ihre Produkte wie den Chromecast schnell und einfach zu verkaufen, benötigen sie Amazon. Mitte Dezember 2017 kam dann von Amazon ein „Friedensangebot“. Man werde die Hardware der Konkurrenten wieder ins Sortiment aufnehmen. Inzwischen sind die Produkte bei Amazon.com gelistet, aber kaufen kann man die Produkte (noch) nicht. In Deutschland müssen Kunden ebenfalls direkt bei den Herstellern oder bei anderen Versandhäusern die Ware beziehen. Trotz „Friedensangebot“ kann immer noch kein YouTube über die App auf den Fire-Geräten geschaut werden.

Man bekämpft sich: Google bietet zwar eine Amazon-App auf dem Chromecast an, mit der kann man allerdings nur shoppen und nicht die Amazon Video-Angebote streamen. Das Versandhaus macht das nicht anders und lässt keine Google-Inhalte zu. Immerhin hat sich Apple gebeugt und bietet seit einigen Wochen eine Amazon-Video-App für das Gerät Apple TV an. Zuletzt ist auch Amazon damit aufgefallen, dass das Unternehmen ein Patent für ein eigenes nutzerbasiertes Streamingangebot angemeldet hat. In dem Patentantrag sind die Namen „Amazon Tube“ und „Open Tube“ gefallen, die Ähnlichkeit zu „YouTube“ dürfte wohl kein Zufall sein.

Eine Zusammenarbeit von Google und Amazon hätte allerdings großes Potenzial, denn so wirklich erfolgreich ist der Bezahldienst von YouTube nicht. Das Angebot, welches exklusive Inhalte bietet und Videos ohne Werbung abspielt, könnte mit Amazon weltweit angeboten werden. Die Zahlung würde über die Fire-TV/Stick-App bequem ablaufen, sodass der Kunde nur eine Taste drücken muss – schon würde ein Monatsabo abgeschlossen.

Gibt es noch Hoffnungen für eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen? Amazon hat sich mit der Browser-Funktion von YouTube zunächst einmal unabhängig von Google gemacht. Wird der Suchmaschinen-Riese diese Funktion blockieren, sodass Amazon tatsächlich in Zugzwang kommt? Die Konkurrenten, die in großen Teilen aber auch Partner sind, streiten sich nicht öffentlich und ihre Statements fallen meist kurz und sachlich aus.

In anderen Bereichen harmonieren die Unternehmen: Smartphones wie Google Pixel 2 oder andere Geräte, die das Google-Betriebssystem benutzen, sind im Store verfügbar. Auch an Apples Produkten wie generalüberholten iPhones, neuen iPads oder den vielen Zusatzprodukten verdient das Unternehmen Geld. Apple kann es sich auch nicht mit Amazon verscherzen, da dies ein seriöser Partner ist.

Allzu schnell dürfte der Streit nicht vorbei sein, denn die technischen Verantwortlichen bei Amazon haben gute Arbeit geleistet. YouTube funktioniert bei den Fire Sticks und Fire TVs auch ohne Google-Unterstützung. Auch die Anwender können den Mehraufwand mit einem Klick pro App-Start verkraften.

Kurz-URL: qmde.de/98298
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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Mr. Cutty
19.01.2018 13:07 Uhr 1
Das mit YouTube auf dem Fire TV ist eigentlich kein Beinbruch, da man eh im Browser im Vollbild die übliche Version die man aus dem Smart TV Bereich oder auch von anderen Geräten kennt, aufgrufen wird. Ist ja nichts anderes als eine Url.

https://www.youtube.com/tv

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