Die Kritiker

«Sechs auf einen Streich: Das Wasser des Lebens»

von

Von guten Mächten geborgen und von bösen Mächten gefährdet – ein Film über zwei Brüder, die sich ungleicher nicht sein könnten: der eine klug, bedacht und friedvoll, der andere herrisch, arrogant und kämpferisch.

Cast & Crew

  • Darsteller: Marlene Tanzuik, Gustav Schmidt, Gil Ofarim, Matthias Brenner, Denise M'Baye, Luca Zamperoni, Ingolf Lück
  • Regie: Alexander Wiedl
  • Drehbuch: David Ungureit
  • Kamera: Marcus Stotz
  • Schnitt: Claudia Fröhlich
  • Producerin: Julia Sturm
  • Produzent: Martin Hofmann
  • Produktion: ProSaar Medienproduktion
«Sechs auf einen Streich» ist eine Filmreihe des Ersten mit Verfilmungen von Märchen, Erzählungen und Gedichten von berühmten Schreibern, wie den Brüder Grimm, Hans Christian Andersens oder Hoffmann von Fallersleben. Die Filme werden jeweils im Weihnachtsprogramm das erste Mal ausgestrahlt und wiederholen sich dann in unregelmäßigen Abständen. Von 2010 bis 2014 waren es unter dem Titel «Sechs auf einen Streich» nur vier verfilmte Titel pro Jahr, 2015 wurden wieder sechs Märchen vor der Kamera gedreht, allerdings haben es nur vier Stück ins damalige Weihnachtsprogramm geschafft, die anderen beiden kamen dann an Weihachten im Jahr darauf mit zwei Verfilmungen von 2016. Auch dieses Jahr wurden zwei Märchenverfilmungen für Weihnachten angekündigt: «Das Wasser des Lebens» und «Der Schweinehirt».

Wie auch in dem Märchen der Gebrüder Grimm ist König Ansgar (Matthias Brenner) sterbenskrank und der Medikus (Ingolf Lück) gibt ihm nur noch ein paar Tage bis er stirbt. Als einzige Möglichkeit bleibt, das „Wasser des Lebens“ in einem verwunschenen Schloss hinter dem Düsterwald zu finden. Falk (Gil Ofarim), der ältere der beiden Königssöhne, reitet sofort los, dabei hört er aber auf keine Ratschläge und hilft auch einer Frau nicht, die eine Bitte an ihn richtet. Kurz daraufhin bleibt Falk verletzt in einer Schlucht liegen und ungefähr ab diesem Zeitpunkt taucht in der Geschichte auch immer wieder rätselhafter schwarzer Nebel auf. Falks Pferd kehrt alleine zum Schloss zurück. Daher bricht der jüngere Prinz Lennard (Gustav Schmidt) auf um das Heilmittel zu finden. Hierbei hört er sich die Ratschläge von Jäger Baldur (Luca Zamperoni) und Stallbursche Gunther (Marcel Gewehr) an und hilft auch der Frau Salwa (Denise M´Baye), als diese ihn um etwas bittet. Im Gegenzug hilft Salwa ihm und so erfahren wir von den guten und bösen Mächten. Wieder hört der Prinz zu und befolgt die Ratschläge. So kann er die Prinzessin Friederike (Marlene Tanczik) wecken und versucht mit ihr den Fluch zu brechen, indem er drei Prüfungen vor dem zwölften Glockenschlag absolviert.

Als Belohnung für eine bestandene Prüfung bekommt er jeweils einen Art Glastropfen, den er in den Brunnen wirft. Die erste Prüfung lösen sie noch gemeinsam, doch bei Prüfung zwei und drei ist Lennard völlig auf sich alleine gestellt. Und während Lennard die Prüfungen meistert tickt die Uhr weiter und irgendwie erinnert das einen an das Spiel „Wer war’s?“. Auch bei diesem Spiel muss man so schnell wie möglich das Ziel erreichen, bevor die Uhr zwölf schlägt und das Böse siegt. Lennard schafft es mit dem Wasser gerade noch so rechtzeitig vor das Tor. Während der Sohn zu seinem kranken Vater zurückreitet und auf dem Heimweg seinen Bruder aufgabelt, erlöst Prinzessin Friederike die Bewohner ihres Schlosses von dem Fluch. Gleich danach reitet sie Lennard hinterher und findet mit Salwa‘s Hilfe auch den Weg zum Schloss. Als Lennard nun zu seinem Vater kommt und ihm das Wasser des Lebens gibt macht es den König noch kränker. Stattdessen kann Falk ihn retten.

Doch wieso? Warum hilft Falks Wasser und nicht Lennards? Falk erklärt seinem Vater, dass Lennard sie beide umbringen möchte. Um dies zu verhindern soll der Jäger Lennard bei einer vermeintlichen Jagd erschießen. Der König stimmt dem Vorschlag zu, doch bringt es Baldur über sein Herz den Prinzen zu töten? Oder lässt er ihn ziehen? Und was geschieht mit Falk und dem Königreich? Ist das Böse überhaupt schon besiegt? Und was geschieht, wenn der König wieder zu klarem Verstand kommt? Schafft es Friederike noch das schlimmste zu vermeiden?

Das Drehbuch von David Ungureit ist dem Märchen natürlich relativ ähnlich, doch dennoch gibt es natürlich auch Abweichungen: Statt drei hat der König nur zwei Söhne, statt einem Zwerg steht im Wald eine gute Fee, statt mit dem Schiff zu fahren reiten die Söhne, statt dass die Brüder die Prinzessin haben möchten, will Falk diese gar nicht und sie kommt zu den Brüdern, statt die Brüder zu ihr, Lennard half auch keinen drei Königreichen in Not und Falk ist – zumindest soweit man das im Film mitbekommt – nicht für immer verschwunden, nachdem seine Tat heraus kam. Positiv: Die Ereignisse überschlagen sich nicht, sondern die Handlung läuft ruhig und Schritt für Schritt ab. Es fehlt in der Geschichte Lennards Umhang, der beim Verlassen des Schlosses riss. Zum Beispiel hätte die Prinzessin ihn an diesem wiedererkennen können, da sie ja das Gegenstück dazu hatte.

Der Film von Regisseur Alexander Wiedl ist alles in allem durchaus sehenswert und perfekt dafür geeignet einfach mal mit der gesamten Familie zu entspannen. Es sind nicht wirklich Nebenhandlungen vorhanden, sondern es geht nur um diesen einen komplexen Hauptstrang, allerdings ist das ja genau das, was man von einem Märchen erwartet. Ein weiterer Pluspunkt ist der schwarze Nebel, von dessen Motiven man nichts weiß und so sich während dem Film seine Gedanken machen kann. Auch, dass die Glockenschläge mit der Zeit in immer kürzeren Abständen folgen, passt. Man bekommt das Gefühl, dass Lennard es nicht mehr schaffen wird und folglich steigt die Spannung.

Die ganzen Fragen klären sich am 25. Dezember 2017 um 14.45 Uhr im Ersten, wenn «Das Wasser des Lebens» das erste Mal ausgestrahlt wird. Der zweite Teil der Reihe «Der Schweinehirt» kommt am Tag darauf um 13.40 Uhr und hat ebenfalls eine Laufzeit von einer Stunde.

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