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«Wir lieben Fernsehen»

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In vier Primetime-Shows die Geschichte des deutschen Farbfernsehens Revue passieren. Was ein großes nostalgisches TV-Event hätte werden können, war letztlich vor allem eins: Biederes Mittelmaß.

Die 50-jährige Geschichte des deutschen Farbfernsehens ist mit Sicherheit bewegt genug, um ausreichend Material für vier Abendshows zusammen zu bekommen. Ob man so jedoch vorgehen muss, wenn man seine nostalgische Reihe überwiegend als Mixtur aus Talks und Einspieler reduziert und als Moderatoren eben nicht die ganz großen Namen der Fernsehgeschichte gewinnt, sondern die eher für Durchschnittskost stehenden Johannes B. Kerner und Steven Gätjen, ist eine andere Frage - und im Falle von «Wir lieben Fernsehen!»  beantwortete sie das Publikum recht eindeutig mit: Weniger wäre mehr gewesen. Es sei denn, die Mainzer wollten von Beginn an nur mittelmäßige Einschaltquoten mit einem mittelmäßigen Angebot generieren. Dann nämlich wäre ihre Ausstrahlungsstrategie voll aufgegangen.

Dass die Fernsehgemeinde nicht gerade auf Kerner und Gätjen gewartet hatte, zeigte sich dabei schon am Donnerstag, den 17. August, wo die erste Folge über den Äther ging. Mit im Schnitt exakt drei Millionen Zuschauern und 10,8 Prozent erreichte der gut 90-minütige Rückblick auf «Unsere größten Film- und Serienstars» noch nicht einmal den Senderschnitt und war dem «Zürich-Krimi» im Ersten weit unterlegen, der zugleich auf fast viereinhalb Millionen Interessenten zu verweisen hatte. Beim jungen Publikum wurden indes zumindest einigermaßen solide 5,9 Prozent bei 0,50 Millionen Interessenten gemessen, womit man unter den großen Sendern aber eher im hinteren Drittel landete.

Etwas überraschend erzielte das auch bei den Kritikern nicht gerade sehr positiv besprochene Format dann in Woche zwei deutlich bessere 3,62 Millionen Interessenten und 13,5 Prozent Marktanteil, womit erst- und auch letztmals der Senderschnitt übertroffen wurde. Bei den 14- bis 49-Jährigen steigerte sich die Show ebenso signifikant auf respektable 7,7 Prozent bei 0,63 Millionen. Ganz offensichtlich hing dies aber eher mit dem für viele Zuschauer attrativen Thema Comedy zusammen als mit dem großen Gefallen hinsichtlich des Formats, denn die größten Sporthelden der Farbfernsehen-Geschichte fielen am letzten August-Tag wieder auf deutlich gemäßigtere 11,2 und 6,5 Prozent bei 3,13 Millionen zurück.

Die Gesamtbilanz des Vierteilers sollte dann am 2. September die einzige Samstagsausstrahlung retten, die überdies auch noch mit fast drei Stunden Laufzeit quantitativ so ausladend ausfiel wie keine zuvor. Das ging aber gründlich nach hinten los: Gerade einmal 2,53 Millionen Menschen sahen im direkten Wettbewerb zu «Klein gegen Groß» und «Ninja Warrior Germany»  zu, mit 9,8 Prozent wurde noch nicht einmal ein zweistelliger Marktanteil verbucht - und das, obwohl mit «Schlag den Henssler»  ein dritter Show-Konkurrent sogar kurzfristig abgesagt werden musste, sonst wäre das Desaster wohl nochmals größer ausgefallen. Immerhin: Beim jungen Publikum sah es mit 6,6 Prozent bei 0,53 Millionen nicht ganz so verheerend aus. Und doch dürften sich die ZDF-Verantwortlichen deutlich mehr erhofft haben, schließlich zeigen sonst Formate wie etwa «Der Quiz-Champion» , dass sie am klassischen Show-Samstag deutlich stärker performen können als donnerstags.

Im Durchschnitt gelangten die vier «Wir lieben Fernsehen!»-Ausgaben (bei doppelter Gewichtung der letzten Folge, da diese doppelt so lang wie die übrigen drei ausfiel) auf eine durchschnittliche Sehbeteiligung von gerade einmal 2,96 Millionen, was einem reichlich enttäuschenden Marktanteil von gerade einmal 11,0 Prozent entsprach. Damit war die Primetime-Show klar unterhalb des Senderschnitts unterwegs, denn dieser betrug zuletzt meist etwa 13 Prozent. Beim jungen Publikum zwischen 14 und 49 Jahren sah es mit 6,6 Prozent bei 0,55 Millionen etwas weniger unfreundlich aus, positionierten sich Kerner und Gätjen hier doch knapp oberhalb der Norm von rund sechs Prozent - und doch dürften die im Vorfeld auf diesem Projekt geruhten Hoffnungen um ein Vielfaches höher gewesen sein.

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