Wochenquotencheck

Back for Bad: Publikum schlägt olle Vorabend-Kamellen aus

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Weil die Neustarts für keinerlei Quoten-Aufschwung sorgten, reaktivierte kabel eins in dieser Woche «Mein Lokal, dein Lokal» und «Achtung Kontrolle!». Die Zuschauer zeigten sich davon arg gelangweilt - wie schon zuletzt vor der temporären Absetzung der beiden Formate.

Es gibt zur Zeit sicherlich dankbarere Aufgaben, als den Vorabend von kabel eins betreuen zu müssen. Während nämlich das Nachmittagsprogramm mit altbekannten US-Crimeserien überwiegend erfolgreich abschneidet und «Abenteuer Leben täglich»  um 17 Uhr zumindest noch solide Werte verzeichnet, hat sich die Schiene von 17:55 Uhr bis zur Primetime in den vergangenen Monaten zu einem großen Sorgenkind entwickelt. Um hier für den dringend benötigten frischen Wind zu sorgen, installierte der Sender erst im März zwei neue Sendungen, die allerdings tendenziell eher noch schlechter als besser liefen als «Mein Lokal, dein Lokal» und «Achtung Kontrolle!» zuletzt. Die einigermaßen verzweifelt wirkende Rolle rückwärts brachte in dieser Woche allerdings keinerlei Linderung der Schmerzen mit sich, die Restaurierung des bereits zuletzt abgenutzten Materials in Folge einer vierwöchigen Lagerung in der senderinternen Mottenkiste schlug wenig überraschend fehl.

Besonders schwach lief es gleich am Dienstag, wo gerade einmal 0,34 bzw. 0,39 Millionen zusahen und desolate Werte zwischen 1,5 und 2,1 Prozent für beide Sendungen in beiden wichtigen Zuschauergruppen zustande kamen. Insofern dürfte es fast schon eine Erleichterung für die Programmplaner gewesen sein, dass sich «Mein Lokal, dein Lokal» am Mittwoch und Donnerstag auf 0,40 und 0,36 Millionen Zuschauer steigerte und bei den 14- bis 49-Jährigen auf zumindest einigermaßen hinnehmbare 3,8 sowie 3,5 Prozent gelangte. «Achtung Kontrolle!» wurde im Anschluss von 0,49 bzw. 0,45 Millionen Menschen gesehen, auch hier waren die damit verbundenen Zielgruppen-Werte mit 3,4 und 3,5 Prozent nicht mehr ganz so furchtbar wie unmittelbar nach der Rückkehr. Zum Wochenabschluss wurden dann in beiden Fällen 3,9 Prozent der jungen Zuschauer bei 0,41 bzw. 0,60 Millionen generiert.

Aber hat sich damit die Rückkehr zum Altbekannten damit zumindest ein Stück weit ausgezahlt? Um das zu bejahen, bedarf es schon einer sehr wohlwollenden Interpretation der Vergleichswerte, denn «Schätze unterm Hammer» erzielte mit seinen vier Folgen in der Vorwoche zwischen 0,31 und 0,36 Millionen Interessenten - also nahezu identische Reichweiten wie das jetzige 18-Uhr-Angebot. Die damit verbundenen Marktanteile bei den 14- bis 49-Jährigen betrugen zuletzt zwischen 2,2 und 3,4 Prozent und legten damit eine ebenso starke Flop-Beharrlichkeit an den Tag wie «Mein Lokal, dein Lokal», das übrigens auch in seiner letzten Ausstrahlungswoche vor der gescheiterten Lüftung des miefigen Vorabends mit Frischwind ähnlich schwach unterwegs war. Hier also tat sich im Prinzip: Gar nichts.

Etwas mehr Verständnis für den programmplanerischen Aktionismus trotz Armut an Alternativen kann man jedoch mit Blick auf die Kräfteverhältnisse um 19 Uhr aufbringen, wo das tägliche Magazin «Sicher ist sicher» bei seinen letzten acht Einsätzen nur ein einziges Mal überhaupt einen Zielgruppen-Wert verzeichnet hatte, der über 2,4 Prozent lag. Damit war dieses Projekt auch mit viel gutem Willen nun wahrlich nicht mehr tragbar, zumal sich die Werte innerhalb der vierwöchigen Ausstrahlungsperiode eher noch verschlechtert hatten, als irgendeine Hoffnung auf Besserung zu machen. Hier hat «Achtung Kontrolle!» definitiv das höhere Zuschauer-Potenzial, vor der temporären Absetzung kam man immerhin auch einige Male auf mehr als vier Prozent der 14- bis 49-Jährigen - Peter Giesel gelang dieser Sprung hingegen kein einziges Mal.

Düster bleiben die Aussichten für den Sender aber ohnehin, da mit den alten Inhalten mittlerweile kaum mehr Quote zu machen ist und er sichtlich im Dunklen stochert, was die Entwicklung eines zugkräftigen neuen Angebots anbetrifft. Dabei ist es nicht so, dass kabel eins in den vergangenen Tagen überhaupt keine Erfolge erzielt hätte: Mit seinen zahlreichen älteren Spielfilmen zur Daytime kam der Sender über die Ostertage auf fast durchweg starke Einschaltquoten und erreichte mitunter weit mehr als eine Million Zuschauer. Mit seinem regulären Vorabend-Programm unter der Woche hingegen hat man zuletzt kaum mehr jemanden hinter dem Ofen hervorgelockt.

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