Wochenquotencheck

VOX bewegt sich zwischen drei Quoten-Traumreisen und «Schrankalarm»-Tränen

von   |  1 Kommentar

Selten zuvor stand das Nachmittagsprogramm des Senders so im Fokus wie in dieser Woche: «4 Hochzeiten und eine Traumreise» generierte neue Allzeit-Rekorde, «Schrankalarm» wurde eingestellt. Alles in allem läuft es in diesen Tagen aber hervorragend für den Privatsender - und das mit einem Programm fernab jeder Daytime-Niedertracht.

Aktuelles VOX-Aufgebot am Nachmittag

  • 14h: «Schrankalarm»
  • 15h: «Shopping Queen»
  • 16h: «4 Hochzeiten und eine Traumreise»
  • 17h: «Zwischen Tüll und Tränen»
Nach Jahren des Scripted-Reality-Siegeszuges in der Daytime mehren sich mittlerweile die Anzeichen, die den Freunden von geistreicheren Unterhaltungsangeboten Hoffnung machen können. So gehörten bereits in den vergangenen Wochen mit «Bares für Rares»  und «Gefragt - Gejagt»  zwei Formate zu den großen Gewinnern der Stunde, denen man gewiss nicht vorhalten kann, ihr Publikum nicht ernst nehmen zu wollen und mit Trash, Krawall und intellektuellem Nonsens an dessen niederste Instinkte anzudocken, um möglichst hohe Einschaltimpulse zu generieren - während im Gegenzug «Köln» und «Berlin»  zunehmend an Strahlkraft verlieren.

Mit VOX hat sich überdies ein Sender schon vor einiger Zeit aus der substanziellen Hölle herausgewagt, sämtliche Scripted Realitys aus seinem Aufgebot entfernt und wartet am Nachmittag stattdessen aktuell mit einem Dokusoap-Viererpack auf, das äußerst heimelig, harmlos und frauenaffin daherkommt. Während die Mehrzahl der Formate inzwischen herausragende Werte verzeichnet, reichte auf der anderen Seite auch ein leichter Aufwärtstrend nicht mehr, um das schwächste Glied der Kette zu retten - obwohl es zuletzt sogar vermehrt auf Höhe des Senderschnitts rangierte.


Das Sieger-Trio feiert Rekorde um Rekorde


Als Format der Stunde kann man wohl mit Fug und Recht das um 16 Uhr laufende «4 Hochzeiten und eine Traumreise» bezeichnen, das in seiner mittlerweile immerhin schon fast viereinhalb Jahre umfassenden Fernseh-Historie noch nie so stark performte wie an diesem Montag, wo großartige 15,7 Prozent Zielgruppen-Marktanteil bei 0,59 Millionen Fernsehenden zu Buche standen (wir berichteten). In Anbetracht dessen war es fast eine Enttäuschung, dass man hier insgesamt nicht über 0,97 Millionen und vergleichsweise devote 7,3 Prozent Marktanteil hinaus kam, schließlich hatten im Januar und Februar dieses Jahres schon insgesamt drei Folgen mehr als eine Million Interessenten zum Sender gelockt. Daran zeigt sich aber: Die Rekorde der Sendung lassen sich mit Ausnahme des höchsten Gesamt-Marktanteils (8,2 Prozent im April 2016) allesamt auf das aktuelle Kalenderjahr datieren und mit momentan fast ausnahmslos klar zweistelligen Marktanteilen in der Kernzielgruppe ist man ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Das gilt schon seit Jahren auch für die «Shopping Queen», die sehr lange das große Vorzeige-Produkt der VOX-Daytime war und mit Guido Maria Kretschmer sogar ein Sendergesicht etablierte, das mittlerweile nationale Bekanntheit über die Sendergrenzen hinweg erlangt hat. Mit 14,5 Prozent der Zielgruppe kam man am Montag auf den höchsten Wert seit vier Jahren und lag in den vergangenen Tagen auch beim Gesamtpublikum regelmäßig bei über 0,8 Millionen Fernsehenden und rund sechseinhalb Prozent. Im direkten Vergleich mit den «4 Hochzeiten» geht Kretschmer allerdings inzwischen immer häufiger als Verlierer aus dem Quotenrennen - was insofern nicht weiter dramatisch ist, dass es keineswegs an der eigenen Schwäche, sondern einzig und alleine an der Stärke des nachfolgenden Programms liegt. Zudem gelingt es VOX um 15 Uhr besser als den meisten anderen großen Sendern, Immunität gegenüber dem strahlend hell leuchtenden Trödelstern am ZDF-Himmel unter Beweis zu stellen.

Vergleichsweise frisch im Aufgebot ist die 17-Uhr-Sendung «Zwischen Tüll und Tränen», die im vergangenen Jahr noch mit großem Erfolg eine Stunde zuvor getestet wurde und erst seit September einen festen Anker bei VOX darstellt. Seit Mitte Februar misslang lediglich ein einziges Mal der Sprung auf zweistellige Zielgruppen-Marktanteile, beim Gesamtpublikum kommt man derzeit regelmäßig auf mehr als eine Million Fernsehende sowie rund sieben Prozent Marktanteil. Und wenn es denn unbedingt des großen Rekord-Geprotzes bedarf, lässt sich sagen, dass drei der vier höchsten jemals gemessenen Zielgruppen-Marktanteile im noch jungen März 2017 verzeichnet wurden - einzig der ewige Rekord von 14,3 Prozent datiert noch vom 2. März 2016.

Was ist dein Lieblingsformat am VOX-Nachmittag?
«Schrankalarm»
25,9%
«Shopping Queen»
31,0%
«4 Hochzeiten und eine Traumreise»
19,7%
«Zwischen Tüll und Tränen»
12,1%
Ich schaue keine der Sendungen.
11,3%


Mittelmaß ist zu wenig, der «Schrankalarm» verhallt


Enttäuschung herrscht hingegen bei den Verantwortlichen der 14-Uhr-Dokusoap «Schrankalarm» vor, nachdem am Donnerstag das Aus der Sendung offiziell bekannt gegeben wurde (mehr dazu siehe hier). Und tatsächlich kann man es dem Team kaum verübeln, sollten sie mit ihrem Schicksal hadern, schließlich hatte man sich im Laufe der aktuellen Staffel zuletzt auf regelmäßig rund sieben Prozent Zielgruppen-Marktanteil verbessert - ja, nach dee Verkündung der Einstellung gelangte man am Donnerstag und Freitag sogar auf erstaunliche 8,9 bzw. 8,5 Prozent -, nachdem man bis in den Februar hinein bei reichlich miesen fünf bis sechs Prozent gelegen hatte. Doch da man nicht einmal ansatzweise mit dem anschließenden Quoten-Triumvirat mitzuhalten wusste und zumindest beim Gesamtpublikum bis zuletzt kein einziges Mal auf zumindest solide fünf Prozent gelangte, reichte der zu schüchterne Vorstoß bei den 14- bis 49-Jährigen einfach nicht mehr aus, um über eine vierte Staffel hinauszukommen.

Wobei: So ganz stimmt es nicht, dass man beim Gesamtpublikum nie die Fünf-Prozentmarke erreicht hatte. Beim vierwöchigen Testlauf im März 2015 wurde diese Marke noch mehrfach geknackt, allerdings auf dem schon damals deutlich dankbareren Post-«Shopping Queen»-Slot statt auf dem traditionell schwierigeren Sendeplatz davor. Dennoch muss festgehalten werden: Weder hüben noch drüben hat man in seinen immerhin gut zwei Jahren Bewährungsfrist jemals die wirklich großen Erfolge feiern können und sogar «Mein Kind, dein Kind» hatte mit rund acht Prozent im Dezember 2016 alles in allem bessere Zahlen verzeichnet - zumindest in der Zielgruppe. Deshalb wird eben jene Erziehungs-Soap auch ab der kommenden Woche wieder um 14 Uhr an den Start gehen, während «Schrankalarm» wohl ausgedient hat und auf den Fernsehfriedhof wandern wird.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
medical_fan
11.03.2017 17:16 Uhr 1
VOX setzt weiterhin auf Scripted Reality nur nicht so offensichtlich wie RTL oder Sat1.
Das einzig richtig gute Format bei VOX von Mo-Fr ist eigentlich nur "Hautnah"
Shopping Queen ist ja der größte Trash und die anderen(4 Hochzeiten,Zwischen Tüll und Tränen und besagter Schrankalarm) sind auch nicht viel besser.

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