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«Shooter»: Trotz Terminchaos ein voller Erfolg

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Das USA Network musste seine neue Serie nach zwei Amokläufen kurzfristig in den Herbst verschieben. Ab dann entwickelte sich «Shooter» zur zweistärksten Drama-Serie des Senders.

Eins kann man den US-Amerikanern noch immer nicht absprechen: Sie lieben ihre Waffen. Dementsprechend existiert auch in der Unterhaltungsindustrie der USA seit langer Zeit ein großer Markt für Produktionen mit Waffen-Action, mit der die Motion Picture Association deutlich lockerer umgeht als mit Erotik. Wie der Titel schon andeutet, sollte auch «Shooter» eine Serie sein, in der Waffennarren auf ihre Kosten kommen. Stephen Hunters Buch «Point of Impact», das bereits 2007 mit Mark Wahlberg fürs Kino verfilmt wurde, lieferte dabei eine populäre Vorlage für die neue USA Network-Serie um einen im Ruhestand befindlichen Sniper-Schützen aus dem Marine Corps, der einer Verschwörung zum Opfer fällt.

USA Network: Tapetenwechsel bringt Quotendruck


«Shooter» , das Anfang Dezember auch hierzulande auf Sky1 debütierte, nahm dabei eine wichtige Stellung im Seriensegment ein. Das Jahr 2016 kennzeichnete einen großen Umbruch im Drama-Bereich des USA Network, denn gleich fünf neue Formate debütierten im vergangenen Jahr beim Kabelsender, womit nur noch zwei weitere Produktionen dem Programm erhalten blieben. Nachdem das zum Start gefeierte «Mr. Robot»  in Staffel zwei deutlich an Zuspruch verlor und Gallionsfigur «Suits»  über die Jahre hinweg sichtlich an Strahlkraft verlor, war es an den neuen Formaten, einen echten Hit hervorzubringen.

Dies gestaltete sich im Falle von «Shooter» zunächst alles andere als einfach. Nachdem das USA Network die Premiere der Serie von John Hlavin bereits vom 19. auf den 26. Juli 2016 verschob, da am 7. Juli in Dallas mehrere Polizisten Waffengewalt zum Opfer fielen, folgte am 17. Juli eine weitere tödliche Schießerei in Baton Rouge, die einen eventuellen Start des Formats als unangebracht erscheinen ließ. Die lockere Gesetzgebung zum Waffenbesitz wurde «Shooter» damit ironischerweise zum Verhängnis. Schließlich verschob das USA Network den Start der Serie auf den 15. November 2016. Zum Zeitpunkt des neuen Starttermins stand das Format um «Eiskalte Engel»-Star Ryan Phillippe unter noch größerem Quotendruck, nachdem alle weiteren neuen Formate bis auf «Colony»  in ihrer ersten Staffel keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterließen.

Trotz des Terminchaos um die Serienadaption einer Romanvorlage, erfüllte «Shooter» aber die Hoffnungen der Senderverantwortlichen: 1,44 Millionen Zuschauer verfolgten die Premiere des Action-Dramas, womit das Format das Beste aus seinem starken «WWE: Smackdown» Lead-In machte und am Kabel-Dienstag zum großen Gewinner avancierte. 0,53 Prozent aller in den USA lebenden 18- bis 49-Jährigen verfolgten «Shooter», kein anderes Format im Kabelfernsehen schlug sich im 22 Uhr-Slot besser.

Aktuelle Drama-Eigenproduktionen des USA Network

  • «Suits» (seit 2011)
  • «Mr. Robot» (seit 2015)
  • «Colony» (seit 2016)
  • «Queen of the South» (seit 2016)
  • «Falling Water» (seit 2016)
  • «Eyewitness» (seit 2016)
  • «Shooter» (seit 2016)
Etwas weniger Zuschauer maß die zehnteilige erste Staffel in Folge zwei am 22. November. Noch 1,25 Millionen Personen hielten dem Format die Treue, was jedoch keine Ankündigung eines kommenden Zuschauerrückgangs darstellen sollte. Schon am 29. November erreichte «Shooter»  am Dienstagabend sogar 1,67 Millionen Interessenten. Mit einem konstanten Rating von 0,52 Prozent musste sich «Shooter» zwar hinter der neuen A&E-Doku über Schauspielerin Leah Reminis Erfahrungen bei Scientology anstellen, noch immer rangierte die Serie jedoch auf Platz zehn aller Kabelformate des Abends in Bezug auf die Quote beim jungen Publikum.

Nächster Hit gefunden? «Shooters» beeindruckender Einstand


Auch im Dezember stellte «Shooter» seine beachtliche Konstanz im Hinblick auf seine Zuschauerzahlen unter Beweis. Am 6. Dezember schalteten 1,36 Millionen Personen ab zwei Jahren ein, die bei den 18- bis 49-Jährigen weiterhin zu 0,5 Prozent führten. Sieben Tage später lag die USA Network-Sendung in der jungen Altersgruppe zwar nur noch bei 0,4 Prozent, mit insgesamt 1,30 Millionen Zuschauern wandten sich jedoch nicht viele Personen von der Serie ab. Ohnehin ging es in Sachen Reichweite und Quote bereits am 20. Dezember 2016 wieder aufwärts, als 1,53 Millionen Zuseher zu Buche standen. Angesichts der hocherfreulichen Zahlen verlängerte das USA Network bereits einen Tag davor offiziell für eine weitere Staffel.

Eine Folge stand im Jahr 2016 damit noch aus, die mit 1,63 Millionen Interessenten das zweitbeste Ergebnis der ersten Staffel einfuhr. Zwischen dem 20. Dezember und dem Staffelfinale am 17. Januar 2017 hielt «Shooter» die Sehbeteiligung bei allen in den USA lebenden 18- bis 49-Jährigen konstant bei 0,5 Prozent, im neuen Jahr schalteten jedoch etwas weniger Personen ein als zum Jahresabschluss 2016. Trotzdem bewegten sich die Reichweiten auf einem konstant hohen Niveau: Lockte «Shooter» am 3. Januar 1,43 Millionen Personen an, hielten am 10. Januar noch 1,42 Millionen Personen der Paramount Television-Produktion die Treue. Schließlich gewann das Staffelfinale am 17. Januar wieder knapp 30.000 Zuschauer, wodurch die erste Season von «Shooter» vor den Augen von 1,45 Million endete.

Vor dem außerplanmäßigen Start musste das USA Network um verschenktes Potenzial und unbefriedigende Quoten im Rahmen von «Shooter» fürchten. Den chaotischen Verschiebungen zum Trotz entwickelte sich «Shooter» jedoch schnell zur zweitstärksten Kraft im Drama-Segment hinter «Suits» . Sollte die Anwalt-Serie im Rahmen der kommenden Staffel weiter Zuschauer verlieren, könnte dem in Staffel eins überaus konstanten «Shooter» bald eine noch größere Verantwortung im Aufgebot des USA Network zukommen. Durchschnittlich 1,45 Millionen Personen ab zwei Jahren verfolgten die zehn Episoden des neuen Action-Dramas, das so zu einem der beliebtesten Kabel-Programme am Dienstagabend avancierte.

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