Quotencheck

Formel 1 (Saison 2016)

von

Abwärtstrend gestoppt: Nach Jahren der kontinuierlichen Verluste gelang es RTL in diesem Jahr tatsächlich, zumindest ein kleines Reichweiten-Plus einzufahren. Sky punktete im kleinen Rahmen.

Quotenentwicklung Formel 1 (RTL)

  • 2010: 6,29 Mio. (40,7% / 38,1%)
  • 2011: 5,89 Mio. (40,2% / 37,7%)
  • 2012: 5,55 Mio. (36,5% / 34,7&)
  • 2013: 5,23 Mio. (35,1% / 30,7%)
  • 2014: 4,36 Mio. (30,4% / 25,9%)
  • 2015: 4,18 Mio. (28,4% / 23,7%)
Durchschnittliche Werte aller Rennen.
Die Entwöhnung der deutschen Zuschauer von der Formel 1 hatte in den vergangenen Jahren bedenkliche Ausmaße angenommen: Waren fünf Jahre zuvor noch durchschnittlich deutlich mehr als sechs Millionen Menschen an den Rennen interessiert gewesen, schalteten 2015 gerade einmal noch gut vier Millionen ein (siehe Infobox) - was zweifelsfrei noch immer mit sehr guten Marktanteilen für RTL einherging, die jedoch auch mit hohem Aufwand für die Übertragungsrechte teuer erkauft wurden. Die leichte Trendwende, die es in diesem Kalenderjahr nun endlich gab, war also nicht nur dringend nötig, sondern eingedenk der Tatsache, dass das Titelrennen zwischen Lewis Hamilton und dem deutschen Fahrer Nico Rosberg bis zum Saisonfinale noch offen war, in der Bescheidenheit ihres Ausmaßes vielleicht sogar doch eher eine kleine Enttäuschung.

Aber der Reihe nach. Vom Saisonauftakt am 20. März war wie bereits in den vergangenen Jahren nicht allzu viel zu erwarten, startete man doch traditionell in Australien um sechs Uhr morgens deutscher Zeit. Dementsprechend konnten sich auch gerade einmal 1,94 Millionen Menschen zum Konsum der Live-Übertragung aufraffen, was aufgrund der insbesondere für einen Sonntag äußerst unchristlichen Stunde dennoch mit einem herausragenden Marktanteil von 37,9 Prozent einherging. Ganz ähnlich sah es in der werberelevanten Zielgruppe mit tollen 38,2 Prozent bei 0,85 Millionen aus. Deutlich zuschauerfreundlicher war das Rennen von Bahrain, das zwei Wochen später um 17 Uhr auf ungleich stärkere 4,43 Millionen Fernsehende, allerdings nur noch auf 25,0 bzw. 21,9 Prozent gelangte. Mitte April fuhr man dann in China ebenfalls sehr zeitig um acht Uhr morgens vor 3,21 Millionen Menschen.

So wirklich aussagekräftig waren die erzielten Werte erst im Mai, als mit Russland, Spanien und Monaco Staaten ins Visier genommen wurden, die eine Übertragung zur gewohnten Formel-1-Sendezeit um 14 Uhr ermöglichten. Während die Rennen von Sotchi und Barcelona mit 4,45 bzw. 4,58 Millionen Zuschauern sowie 29,8 bzw. 27,0 Prozent ganz ordentlich liefen, war der Grand Prix in Monaco angesichts von 5,78 Millionen Fernsehenden und 34,8 Prozent mit der quotenstärkste überhaupt in der jüngeren Geschichte des Rennsports. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen lief es mit 31,5 Prozent bei 1,82 Millionen herausragend, nachdem in Spanien zuvor nur maue 20,8 Prozent und in Russland ganz gute 26,5 Prozent zustande gekommen waren.

Wer im Zuge dessen Hoffnungen hegte, die Menschen könnten sich eventuell auch mal wieder dafür erwärmen, zur besten Sendezeit einzuschalten, wurden am 12. Juni beim Einsatz in Kanada eines Besseren belehrt: Gerade einmal 3,83 Millionen Gesamt-Zuschauer gingen bereits mit mauen 10,3 Prozent Marktanteil einher, doch so richtig dramatisch fielen die 8,0 Prozent Zielgruppen-Marktanteil bei nur 1,11 Millionen Fernsehenden aus - denn damit lag man mal locker fünf Prozentpunkte unterhalb der Sendernorm. Selbstredend dürfte es der Formel 1 an diesem Abend auch nicht besonders zuträglich gewesen sein, dass sie teilweise gegen das EM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Ukraine anzutreten hatte.

Im Anschluss daran liefen gleich acht Rennen am frühen Nachmittag, keines davon wusste allerdings aus Sicht der Einschaltquoten herauszuragen: Die Reichweiten lagen in allen Fällen bei 4,30 bis 4,95 Millionen, was jeweils rund 30 Prozent des Gesamtpublikums sowie etwa 25 Prozent der Zielgruppe ausmachte. Erst im Oktober mussten die Fans wieder eine deutlich höhere Flexibilität bezüglich der Sendezeiten hinnehmen, wobei zunächst Malaysia und Japan wieder am frühen Morgen stattfanden und entsprechend mit Werten von bis zu 38,0 Prozent die Marktanteile ankurbelten, bevor es Ende Oktober dann wieder die für RTL sehr problematischen Sendezeiten um 21 Uhr (Großer Preis der USA) und 20 Uhr zu überstehen galt. Und immerhin: Mit jeweils rund viereinhalb Millionen Zuschauern sowie 13,4 bzw. 12,6 Prozent kam man zumindest beim Gesamtpublikum auf ganz ordentliche Zahlen, während es in der Zielgruppe angesichts von jeweils nur 11,4 Prozent bei knapp anderthalb Millionen Interessenten wieder knapp unter den Senderschnitt ging.

Toll lief dafür das vorletzte Rennen in Brasilien, von dem sich viele Zuschauer wohl bereits die Krönung Nico Rosbergs erhofft haben dürften. Mit 6,83 Millionen sahen so viele wie seit fast vier Jahren nicht mehr dabei zu, wie Lewis Hamilton zum dritten Mal in Folge die Oberhand behielt und sich vor dem Großen Preis von Abu Dhabi auf zwölf Punkte an Rosberg herankämpfte. Da das Rennen um 17 Uhr und damit zu einer für deutsche Zuschauer zu einer doch bereits recht konsumintensiven Uhrzeit lief, fiel der Marktanteil mit 24,2 Prozent eher unspektakulär aus - bei den 14- bis 49-Jährigen langten 1,91 Millionen ebenfalls nur zu sehr unspektakulären 19,9 Prozent. Das große Saisonfinale sahen schließlich am 27. November im Schnitt genau sechs Millionen Menschen, was zumindest ein Rekord auf dem 14-Uhr-Slot war und mit guten Marktanteilen von 32,0 bzw. 26,7 Prozent einherging.

Die Formel 1 lebt! Die deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist ein sehr eindeutiger Hinweis darauf, dass Deutschland die Königsklasse liebt. Schon jetzt freuen wir uns auf die neue Saison, die durch zahlreiche Regel-Veränderungen noch mehr Spannung und Action verspricht.
RTL-Sportchef Manfred Loppe zur Quoten-Entwicklung der Formel 1
Durchschnittlich sahen 4,51 Millionen Menschen die 21 Rennen dieser Saison, womit die 4,18 Millionen aus dem Vorjahr knapp überboten wurden. Ähnliches galt auch in der besonders wichtigen werberelevanten Zielgruppe, wo mit 1,34 Millionen ebenfalls eine leichte Steigerung gegenüber den 1,25 Millionen aus dem Vorjahr zu erkennen war. Einen wirklichen Grund zum Feiern gab es aber alleine schon aus dem Grund nicht, dass die Marktanteile mit 28,2 statt 28,4 Prozent (ab 3) bzw. mit 23,9 statt 23,7 Prozent im Gegensatz zu den durchschnittlichen Zuschauerzahlen sich minimal veränderten und somit wahrlich keine Rede von einem neuen Hype um die Formel 1 sein kann. Bedenkt man dann noch die große Spannung zum Saisonende rund um das Duell Rosberg gegen Hamilton, verliert das Mini-Plus bei den Reichweiten auch seinen letzten Rest Glanz.

Zu den Zahlen der RTL-Übertragungen lassen sich dann noch durchschnittlich 0,32 Millionen Menschen hinzuziehen, die sich die Rennen lieber bei Sky ansahen und dem Pay-TV-Kanal immerhin einen durchschnittlichen Marktanteil von 2,2 Prozent bescherten. Einzig das Rennen von Kanada verpasste hier die Prozenthürde, auf der anderen Seite war allerdings auch der Einsatz in Japan mit 4,0 Prozent bereits der Höchstwert. Interessant aber: Während RTL quasi durchweg beim Gesamtpublikum höhere Zahlen generierte als in der klassischen werberelevanten Zielgruppe, war es bei Sky genau andersrum: Mit 2,7 Prozent bei 0,14 Millionen fielen die Zahlen bei den Jüngeren etwas freundlicher aus und überstiegen in gleich vier Fällen die Marke von vier Prozent - wobei auch hier die morgendliche Übertragung aus Japan mit 5,3 Prozent am besten abschnitt. Eine ernsthafte Bedrohung für den Erfolg von RTL stellt der Bezahlkanal mit diesen Werten allerdings nicht dar, zumal der jahrelange Aufwärtstrend hier auch längst gestoppt werden konnte: Mit 0,44 Millionen Fernsehenden im Saisonmittel und 3,0 Prozent Gesamt- bzw. 3,6 Prozent Zielgruppen-Marktanteil war man hier 2013 auf neue Rekorde gelangt.

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