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Der Tausendsassa: Von «Brisant» zum «Boxenfunk»

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Es gibt quasi nichts, das Andreas Spellig noch nicht gemacht hat. Boulevard, Fußball, Motorsport. Mit uns sprach er über seine neue Sendung, Schumi und die Probleme der Formel 1.

“Im Motorsport fühle ich mich mittlerweile wohler. In Deutschland gibt es 80 Millionen Bundestrainer, aber vielleicht nur 20 oder 30 Millionen Motorsport-Fans, die glauben, im richtigen Auto genauso schnell wie die Weltspitze zu sein.“ Andreas Spellig auf die Frage, wieso er inzwischen nicht mehr über Fußball, sondern schnelle Jungs und scharfe Kurven berichtet.


Sportrechte werden für Fernsehsender wichtiger und wichtiger: Große Events haben auch heute noch die Kraft, ganze Familien und Cliquen zum Live-Erlebnis vor den Fernseher zu holen. Doch auch hier befindet sich das Medium Fernsehen im Wandel: Rechte werden teurer und teurer und neue und innovative Player drücken auf den Markt. Eines haben alle gemeinsam: Ihre Sendungen lassen sie von Menschen machen, die ihren Sport leben, lieben und so emotional begleiten wie es sonst selten ist in der TV-Landschaft. Die, die lieben und leiden, wollen wir in dieser neuen Reihe zu Wort kommen lassen.

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Mal vorgestellt..*

  • Lieblingsauto: "Da muss ich nicht lange überlegen: Ich würde immer zu Ferrari wechseln."
  • Lieblingsstrecke: "Spa oder Suzuka, weil es wirkliche Fahrerstrecken sind. Ich durfte mal mitfahren, nicht in einem Formel-1-Auto, aber immerhin: Es ist unbeschreiblich. In Spa, in der Eau Rouge, zu erleben, wie die Fahrer wirklich beide Arschbacken zusammenkneifen müssen, um nicht doch mal kurz vom Gaspedal zu gehen…"
  • Lieblings-Teamkollege: "Im Rennsport ist dein Teamkollege immer dein erster Gegner. Da will man also auch nicht, dass der einem zu viel über die Schulter schaut. Ich denke, ich würde mich aber für Bernd Schneider entscheiden, der ja in der DTM sicher kein ganz schlechter war…"
Moderator Andreas Spellig auf die Frage, wie er als Rennfahrer-Star entscheiden würde
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da kommt ein ehemaliger Turner, der gelernter Sportlehrer ist und mischt die TV-Welt mal so richtig auf. Es kommt ja schon selten genug vor, dass ein Sportreporter sowohl im Motorsport als auch in der Welt des Fußballs unterwegs ist – das ist bei Andreas Spellig aber bei Weitem noch nicht alles. In einer inzwischen rund 30-jährigen TV-Karriere war er Moderator des ARD-Boulevard-Magazins «Brisant», machte in den 90ern diverse Sportübertragungen für die ARD und ihre Dritten Programme, präsentierte knapp sieben Jahre lang die «Lokalzeit», arbeitete für n-tv und moderierte «Das Sat.1 Automagazin». Nun kommt mit einem Motorsport-Talk namens «Boxenfunk» noch ein weiteres Format hinzu.

Das ist quasi ein Ritt einmal quer durch’s Beet. „Oder eben ein ziemlicher Spagat“, lacht der heute 51-Jährige in Hinblick auf seine einstige Turner-Karriere. Sein Leben als Kommentator von Fußballspielen ist da schon am längsten her. 1994 berichtete er noch von der Fußball-WM, die damals in den USA stattfand. Später dann moderierte er noch vereinzelt Fußball-Events. „Im Motorsport fühle ich mich mittlerweile wohler. In Deutschland gibt es 80 Millionen Bundestrainer, aber vielleicht nur 20 oder 30 Millionen Motorsport-Fans, die glauben, im richtigen Auto genauso schnell wie die Weltspitze zu sein“, sagt er. Insofern müsste die Fußball-Crew seines neuen Senders Sport1 keine Sorge haben. „Den Fußball überlasse ich weiterhin ihnen.“

Spellig hat in der Tat ein ganz anderes Herzensprojekt beim Privatsender. Mit «Boxenfunk» startet er am Mittwoch um 22 Uhr eine neue Show – den ersten Motorsport-Talk im deutschen Fernsehen. Eine Marktlücke, meint Spellig. «Doppelpass» und «Sky 90» seien bekannte Marken im TV-Business. „Und das wollen wir jetzt für die Motorsport-Welt werden. Mit interessanten Gästen und einem Analyse-Tool.“ Für die erste Sendung haben sich neben dem festen Experten Peter Kohl, DTM-Pilot Timo Glock, Formel-1-Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer sowie Stuntfrau und Actionmodel Miriam Höller angekündigt. In den Sendungen werden sich die Gespräche hauptsächlich um das Geschehen in der DTM drehen, aber es werde auch einen Blick auf andere Klassen geben, sagt Spellig.

Themen jedenfalls gibt es genug. Zahlreiche Rennserien befinden sich gerade im Wandel. Unter anderem die Formel 1. „Bernie Ecclestone will die Formel 1 weiter internationalisieren. Die treusten Fans, nämlich die in Europa, stößt er aber damit vor den Kopf. Die finden es nicht gut, dass am Nürburgring, in Imola oder in Frankreich nicht mehr gefahren wird.“ Entsprechend müsse man sich nicht wundern, dass die Reichweiten in Deutschland Stück für Stück zurückgehen. Das sei zwar schade für lokale Helden wie Sebastian Vettel, liege aber neben der Gesamt-Vermarktung der Strategie auch daran, dass die aktuellen deutschen Piloten keine neuen Schumis sind.

Michael Schumacher durfte Spellig bis zu seinem ersten Formel 1-Rücktritt 2006 15 Jahre lang begleiten. Und er ist auch heute noch begeistert vom x-fachen Weltmeister. „Das war ein unglaublicher Sportler, zu dem ich engen Kontakt haben durfte. Von dem her habe ich aktuell keine Wünsche mehr nach speziellen Gästen aus der Motorsportwelt,“ sagt er. Freilich, Lewis Hamilton sei momentan wohl die schillerndste Figur des Rennzirkus – ob er mit ihm in einer Talkshow aber klar käme, stellte Spellig zumindest mal in Frage.

Die Fahrer der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft seien da nahbarer, allgemein sei die Rennklasse eher an den Fans orientiert. „Die DTM ist auf einem guten Weg. Sie bietet Sport zum Anfassen“ – und mit «Boxenfunk – Der Motorsport-Talk» bekommt die Klasse nun auch ein ganz neues Experimentierfeld.

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