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Martin Semmelrogge: ‚Seit «Manni, der Libero» gab es keine gute Fiction mehr zum Thema Fußball‘

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Er ist der Lieblings-Bösewicht der Nation: Schauspieler Martin Semmelrogge. Semmelrogge, der Name fasziniert, nicht nur den Boulevard. Mit Quotenmeter.de sprach Schlucke aus «Bang Boom Bang» über sein neues Tele5-Projekt und seine Zukunftspläne.

Alles zur Serie

„You’ll never walk alone“ ist das Motto der vier Ultralettes Betty (Nadine Pape, 28), Krissi (Joanna Semmelrogge, 26), Niki (Lilly Menke, 24) und Marie (Teresa Schergaut, 28). Die vier Girls haben die Schnauze voll vom Machogehabe der Fußballprolls in ihrem Heimatverein, dem „SBC Torpedo“. Sie gründen die Ultralettes, die erste ausschließlich weibliche Ultra-Gruppierung. Ihr Ziel ist es, endlich ernst genommen zu werden und gemeinsam eine starke Stimme im Club zu haben. Ein Glücksfall für den frisch gewählten Präsidenten Joachim „Joe“ Teffla, wie sich bald herausstellen soll... Die Fußballmannschaft ist eine Gurkentruppe und trudelt dem Abstieg entgegen. Der Verein ist pleite, die Insolvenz droht und sein Widersacher Vize-Präsident Götz von Rennberg strickt eine Intrige, die Teffla zu Fall bringen soll. Die Ultralettes sind die letzte Rettung. Nur sie können den Verein vor dem Untergang bewahren.
Inhalt: Tele5
Herr Semmelrogge, wir treffen Sie hier in München bei herrlichem Wetter. Da kann es einem doch kaum besser gehen?
Das ist richtig. Ich bin hier aufgewachsen, in Schwabing zur Schule gegangen. Ich habe neulich wieder hier am Deutschen Theater gespielt. Ich habe also gute Erinnerungen an München. Und nicht zuletzt verbinde ich Bayern immer mit Dingen wie Skifahren und anderem. Es ist schön hier.

Im Fernsehen sind Sie der klassische Antagonist. Wissen Sie noch, wann Sie zuletzt eine Rolle gespielt haben, die die Zuschauer so richtig lieb haben konnten?
Ach, den Schlucke in «Bang Boom Bang» haben alle geliebt. Erinnern Sie sich daran noch?

Natürlich. Aber das ist jetzt ziemlich genau 17 Jahre her. Seitdem sind Sie der Klischee-Fiesling?
Das ist einer der Gründe, weshalb ich zuletzt so viel am Theater gemacht habe. Da gab’s auch mal andere Rollen – vom Börsenmakler bis hin zum Inspector von Scotland Yard. Im Fernsehen aber versuche ich, weil Sie das Wort gerade genannt haben, das Klischee generell zu vermeiden. Wenn ich mal einen Bösewicht gespielt habe, dann war es ganz oft aber einer, der auch Herz hatte. Es stimmt aber, dass im Fernsehen die Protagonisten immer gut besetzt werden. Da schaut man, dass die Dialoge immer passen – und dann kommen halt irgendwann die Antagonisten. Ich bin demnächst in der neuen Sat.1-Serie «Einstein» in einer Episodenhauptrolle zu sehen, da spiele ich mal jemand richtig Bösen. Also eine Figur, der man wirklich nichts Gutes abgewinnen kann. Wobei die auch ein armes Schwein ist, eben weil sie so absolut grausam denkt.

Planen Sie denn für die nähere Zukunft wieder mit mehr TV-Auftritten?
Ich hab am Theater nun eigentlich alles durch. Ich habe in Deutschland und Österreich gespielt, in großen Häusern, Open Air. Von Karl May bis Edgar Wallace. Ich mache jetzt dann noch eine Schiffstour, die Full Metal Cruise vom Wacken Open Air auf Mein Schiff, wo ich mit meinem Programm "Rock and Read" auftrete, sodass ich jetzt schon gerne wieder mehr für’s Fernsehen machen würde. Aber wissen Sie, es muss passen. Ich schreibe seit Jahren auch mit meiner Frau an Stoffen und suche intensiv nach guten Ideen. So ist es letztlich auch ein Traum für mich, dass ich nun in «Dit is Fußball» mitwirken konnte.

Und in der Serie sind Sie endlich auch mal nicht der Böse?
Ich spiele da eine positive Rolle, den Präsidenten eines maroden Fußball-Vereins. Einen warmherzigen, sentimentalen Typen, der auch nicht doof ist. Die Serie bietet skurrile Figuren, starke Geschichten direkt aus dem Alltag und mal etwas abseits von Krimi und Co. Ich bin leidenschaftlicher Fußballfan und glaube zu wissen, was Menschen, die sich hier für Fußball interessieren, sehen wollen. Seit «Manni, der Libero» gab es keine gute Fiction mehr zum Thema Fußball. Da setzen wir an. Wir haben hier in Deutschland so viele Vereine von der Regionalliga bis runter zur Kreisklasse. Die sind Heimat für einsame und verlassene Menschen genauso wie für die, die nach oben kommen wollen.

Die Semmelrogges sind – auch wenn Sie als Vater jetzt zuletzt weniger TV-Auftritte hatten – aus den Medien nicht wegzudenken. Ihre Tochter spielte in «Rote Rosen» mit, auch Ihr Sohn Dustin ist immer wieder im Fernsehen zu sehen. Heißt also, dass es irgendwo schon eine Faszination an den Semmelrogges gibt. Wie erklären Sie sich diese?
Nicht zuletzt mögen die Menschen auch Schauspieler, die doch Ecken und Kanten haben und sich trauen, mal ihre Meinung auch offen zu sagen.
Martin Semmelrogge
Zuerst einmal ist es doch schön, wenn man als Schauspieler Beachtung bekommt. Wir alle versuchen einfach möglich nah am Leben der Zuschauer zu sein. Arroganz gibt es bei uns quasi nicht. Und natürlich: Es kommt auf die Stoffe an, mit denen man arbeitet. Ich sage mal: Aus einem schlechten Auto machst du keinen Mercedes. Und dann arbeiten wir professionell. Ich glaube, nicht zuletzt mögen die Menschen auch Schauspieler, die doch Ecken und Kanten haben und sich trauen, mal ihre Meinung auch offen zu sagen. Grundlegend wichtig ist sicher, dass wir mit unserem Job unterhalten. Gelingt das, dann darf und soll man aber schon auch in die Tiefe gehen.

Bei «Dit is Fußball» treffen Sie als Urgestein der Branche, dessen Filmkarriere in den 70ern begann, mit Newcomern zusammen…
Ja, die vier Wochen am Set waren ein echt wilder Ritt. Die Serie ist ja in Zusammenarbeit mit der Filmhochschule Babelsberg entstanden. Und es war toll. Wir hatten vier junge Regisseure und junge Kameraleute, die ihr ganzes Herz reingesteckt haben. Ich hoffe, es wird ein Erfolg.

Wir drücken die Daumen. Alles Gute Ihnen.

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