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Grill die Quoten: Warum Hensslers und Mälzers Kochshows so erfolgreich sind

von   |  1 Kommentar

Mit «Grill den Henssler» und «Kitchen Impossible» bescheren die Köche ihrem Sender VOX Traumquoten – dank ungenießbarer Fischblasen, großer Sprüche und Starköchen im pinken Anzug. Wir nennen fünf Zutaten des Erfolgs.

Zutat 1: Die Charaktere

Facts zu «Grill den Henssler»

  • seit 2013 bei VOX
  • Nachfolger von «Die Promi-Kocharena»
  • Quoten: 2,20 Mio. Zuschauer gesamt, 10,5% MA (14-49-Jährige) in der letzten Staffel
  • derzeit zeigt VOX Sommer-Specials
Nicht immer waren Steffen Henssler und Tim Mälzer mit TV-Formaten erfolgreich, auch sie hatten schon Flops. Sie waren und sind allerdings in der glücklichen Lage, dass sie ausprobieren dürfen – notfalls so lange, bis die ideale Show für sie gefunden wird. Vor allem VOX hat dahingehend Mut und Durchhaltevermögen gezeigt. Zuletzt bei «Kitchen Impossible», das nach einer erfolglosen Pilotsendung trotzdem weitergeführt wurde und dann zum Zuschauerhit wurde. Mit diesem Format hat Tim Mälzer seine ideale Show gefunden: Er kann sich in den härtesten Kochduellen gegen die härtesten Konkurrenten beweisen, mit Gerichten, die so spannend wie neu sind. Gerade die augenzwinkernde Überheblichkeit Mälzers in Verbindung mit dem fordernden Wettkampf macht «Kitchen Impossible» unterhaltend.

Ähnlich viel Selbstvertrauen zeigt Steffen Henssler bei seiner Show «Grill den Henssler»: Mit seinem Ehrgeiz und – positiven – Hochmut treibt er sich selbst und die Gegner zu Höchstleistungen. Dass Henssler der Show ihre Würze gibt, zeigt auch ein Blick auf das Vorgängerformat «Die Kocharena», als noch unterschiedliche Köche gegen Promis antraten. Es fehlte dadurch der kontinuierliche Wettkampfcharakter. Der «Kocharena» ging irgendwann die Luft aus, gleichzeitig war sie nie so erfolgreich wie «Grill den Henssler». Mälzer und Henssler: Beide sind letztlich Entertainer, beide verstehen es zu unterhalten, besser als manch anderer TV-Koch. Ob Henssler im pinken Anzug kocht oder Mälzer das Kochen einer Fischblase zur kulinarischen Aufgabe stilisiert – Langeweile kommt bei den beiden nicht auf.

Zutat 2: Der Wettkampf
Der ganz klare Wettkampfcharakter ist essentiell für den Erfolg der Shows. In «Grill den Henssler» bedient der Starkoch den Mythos des nahezu Unbesiegbaren mit jedem gewonnenen Duell mehr. Noch mehr als Raab beispielsweise bei «Schlag den Raab». In der letzten Staffel der Kochsendung verlor das Promi-Team immer, insgesamt hat Henssler 41 von 47 Shows gewonnen, knapp 90 Prozent. Diese Form des David-gegen-Goliath-Kampfes macht «Grill den Henssler» ungemein spannend: das nahezu Unmögliche zu schaffen führt dazu, dass auch Promis und Zuschauer mit vollem Herzblut dabei sind.

Eine andere Art des Wettkampfs bietet «Kitchen Impossible»: Zwei Starköche treten gegeneinander an, oft sind es gute Bekannte von Tim Mälzer. Dies führt dazu, dass die beiden Duellanten sich gegenseitig anstacheln und für den jeweils anderen die gemeinsten Aufgaben bereithalten. Es sind sehr persönliche Wettkämpfe, die die Köche in den verschiedensten Ländern dieser Erde antreten. Der Duellcharakter wird dadurch noch geschärft, dass die Konkurrenten ihre Erlebnisse noch gemeinsam kommentieren und sich dabei mit Schimpfwörtern, Beschuldigungen und Flachwitzen nicht zurückhalten. Die härteste Kochshow erfordert eben auch die härtesten Sprüche. Herrlich unterhaltsam und unkonventionell!

Zutat 3: Die neuen Einsichten

Facts zu «Kitchen Impossible»

  • Pilot 2014, erste Staffel 2016 bei VOX
  • zweite Staffel kommt 2017
  • Quoten: 1,90 Mio. Zuschauer gesamt, 10,4% MA (14-49-Jährige) in Staffel 1
Gerade «Kitchen Impossible» schafft seinen Reiz auch aus der kulturell-kulinarischen Entdeckungsreise um den Globus: Es gilt, einheimische Spezialitäten nachzukochen, seien sie noch so ungenießbar. Man lernt aber nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern auch das Handwerkszeug des Kochs: Vom Einkaufen in lokalen Märkten über die Suche nach der richtigen Rezeptur bis zur Verzweiflung in der Küche zeigt die VOX-Show alles. Nicht ohne Grund wird das Konzept der kulinarischen Reiseberichte verstärkt aufgegriffen: in «Henssler grenzenlos» beispielsweise oder demnächst bei der «Karawane der Köche». Bei «Grill den Henssler» ist vor allem beim sogenannten „Impro-Gang“ spannend zu beobachten, wie Steffen Henssler ohne vorherige Kenntnis der Zutaten ein Gericht völlig improvisiert zubereitet. Als Hobbykoch kann man sich von den Ideen inspirieren lassen. Übrigens: Die Promis kennen die Zutaten des Impro-Gangs schon vorher, sodass es Henssler doppelt schwer gemacht wird. Trotzdem gewinnt er fast jedes dieser Duelle spielend…

Zutat 4: Grenzen überschreiten
In «Kitchen Impossible» sind Tim Mälzer und sein Konkurrent regelmäßig gefordert, ihre Grenzen zu überschreiten – die psychologischen, die kulinarischen und die der persönlichen Belastbarkeit. Sich in fremden Kulturen mit Hand und Fuß verständigen, in Asien Fischblase essen und zuzubereiten, Erbsensuppe für 60 Leute in der Mini-Kajüte eines Militärschiffs kochen: Die Herausforderungen sind so vielfältig wie schwer. Bei «Grill den Henssler» müssen die Promis über sich hinauswachsen, um gegen ihren Konkurrenten überhaupt eine Chance zu haben. Und immer wieder kann auch Schadenfreude einen Unterhaltungswert bieten: Wenn ein Sternekoch bei «Kitchen Impossible» an der Rezeptur einer gewöhnlichen Frikadelle verzweifelt oder wenn Henssler in der Hektik die Suppe verschüttet oder die Kartoffeln verbrennt, kommt man um ein Schmunzeln nicht herum.

Zutat 5: Primärziel Unterhaltung
Alle Erfolgszutaten, die vorher genannt wurden, laufen letztlich auf einen Nenner hinaus: Das oberste Ziel heißt Unterhaltung. «Grill den Henssler» und «Kitchen Impossible» sind die modernsten Vertreter des Kochshow-Booms. Dort wird nicht mehr viel Wert darauf gelegt, dem Zuschauer zu zeigen, wie man kocht oder wie bestimmte Rezepte funktionieren. Nein, auf die Zubereitung von Gerichten kommt man bei «Grill den Henssler» nur selten zu sprechen, bei «Kitchen Impossible» regen die ungewöhnlichen Menüs nicht zum Nachkochen an. Stattdessen wird auf pure Unterhaltung gesetzt, Kochen als Event. Das zeigt auch, wie etabliert die Zutat Kochen im Fernsehen mittlerweile ist. Vom Kochshow-Boom spricht niemand mehr: Der Boom ist längst zum Dauerbrenner geworden.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Sentinel2003
06.08.2016 15:41 Uhr 1
Warum ist Steffen sooooooo gut??? :-)



Weil er es einfach kann!!! :-)

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