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Dank neuer Regeln? «ESC» stark wie seit Lena nicht mehr

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Trotz des einmal mehr erbarmungswürdigen Abschneidens: Mit weit über neun Millionen Zuschauern war der «Eurovision Song Contest» hierzulande nicht nur die mit Abstand zuschauerstärkste Sendung des Samstags, sondern lief so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr.

«ESC»: Abschneiden und Quoten seit Lena

  • 2010 (Platz 1, Lena 1): 14,69 Mio.
  • 2011 (Pl. 10, Lena 2): 13,83 Mio.
  • 2012 (Pl. 8, Roman Lob): 8,29 Mio.
  • 2013 (Pl. 21, Cascada): 8,21 Mio.
  • 2014 (Pl. 18, Elaiza): 8,96 Mio.
  • 2015 (Pl. 26, Ann Sophie): 8,11 Mio.
Das war dann wohl mal wieder nichts: Während sich die Menschen anderenorts berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen und entsprechend euphorisch ihrem Act die Daumen halten konnten, musste der deutsche Beitrag beinahe schon traditionell beim «Eurovision Song Contest 2016»  jedes Pünktchen mühsam zusammenkratzen - letztlich kamen gerade einmal elf Zähler zustande, womit man im Gesamtranking schon wieder Schlusslicht war. Spannend war das von den Organisatoren kreierte neue Votingsystem allerdings offenbar auch für die deutschen Zuschauer, jedenfalls sahen deutlich mehr Menschen zu als in den vergangenen Jahren.

So lag die Live-Übertragung aus Stockholm ab 21 Uhr bei einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von 9,33 Millionen, womit der «ESC» erstmals seit 2011 wieder mehr als neun Millionen Fernsehende erreichte (siehe auch Infobox). Der damit verbundene Marktanteil betrug 36,8 Prozent, womit die 34,0 bis 36,6 Prozent der Post-Lena-Ära eher reproduziert wurden. Besonders erfolgreich - und damit eine Anomalie im sonstigen inhaltlichen Aufgebot des Ersten Deutschen Fernsehens - war der Musikwettstreit aber in der Zuschauergruppe zwischen 14 und 49 Jahren, wo 4,59 Millionen Interessenten mit herausragenden 46,0 Prozent Marktanteil einhergingen. Dass die Quote bei den Jungen stärker ausfiel als beim Gesamtpublikum, entsprach aber ebenfalls den Beobachtungen der vergangenen Jahre - da allerdings auf etwas geringerem Niveau: Seit 2012 waren zwischen 40,7 und 43,6 Prozent drin.

Babsi und «Wort zum Sonntag» komplettieren starken Samstagabend


Beachtliche Erfolge verzeichnete bereits um 20:15 Uhr der «Countdown für Stockholm», in dem die in der «ESC»-Berichterstattung omnipräsente Barbara Schöneberger schon einmal auf den Wettbewerb einstimmen wollte. Durchschnittlich 4,48 Millionen Menschen bekundeten Interesse daran, gemeinsam mit Babsi und unter anderem den Jurymitgliedern Sarah Connor und Namika in Richtung Song Contest zu schreiten, was bereits respektablen 16,3 Prozent Marktanteil entsprach. Besonders gut lief es aber auch hier bei den Jüngeren mit 23,7 Prozent bei 2,03 Millionen. Die «Grand Prix Party» ab 0:45 Uhr wurde schließlich noch von 2,24 Millionen bzw. 24,3 Prozent des Gesamtpublikums verfolgt.

Über einen besonderen Erfolg durfte sich einmal mehr «Das Wort zum Sonntag» freuen, das sich längst zu einem skurrilen Kult inmitten der Berichterstattung zum Song Contest entwickelt hat, ist es doch das einzige Format, das um 20:50 Uhr für eine kurze Unterbrechung der abendlichen «ESC»-Dauerbeschallung sorgt. Mit genau 5,00 Millionen Zuschauern und 17,4 Prozent hatte die Sendung ihre sprichwörtlichen fünf Minuten Aufmerksamkeit pro Jahr, denn damit lief es ungleich besser als normalerweise am späteren Samstagabend nach den «Tagesthemen». Bei den 14- bis 49-Jährigen sahen 2,46 Millionen keine Veranlassung dafür, sich den Redebeitrag der Pastorin Annette Behnken nicht anzusehen - tolle 26,9 Prozent aller potenziell erreichbaren Fernsehenden waren die Folge.

Letzter Platz für Jamie-Lee - verdient?
Ja, sie hat einfach nicht überzeugen können.
17,2%
Naja, so schlecht war sie nicht, aber belanglos.
35,5%
Nein, da gab es deutlich Schlechteres als ihr Lied.
47,4%


Da überdies auch die Bundesliga-Berichterstattung am Vorabend zu begeistern wusste und Das Erste somit von 18 Uhr bis weit nach Mitternacht das Geschehen auf dem TV-Markt dominierte, fielen auch die Marktanteile dementsprechend gigantisch aus: Beim Gesamtpublikum standen sensationelle 21,8 Prozent zu Buche, bei den 14- bis 49-Jährigen sogar noch etwas bessere 23,6 Prozent. Zum Vergleich: Das ZDF erreichte als zweitstärkstes Angebot insgesamt nur 9,3 Prozent, RTL errang bei den Jüngeren Silber mit nur 9,1 Prozent.

© AGF in Zusammenarbeit mit der GfK/TV Scope/media control. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
Kurz-URL: qmde.de/85583
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