Vermischtes

«ESC»-Desaster: Führte erst interne Kritik zu Naidoo-Rückzieher?

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Offenbar soll anders als behauptet nicht der öffentliche Druck, sondern erst ein Brandbrief zahlreicher NDR-Mitarbeiter dazu geführt haben, dass der Sender von seiner Naidoo-Verpflichtung Abstand nahm.

Der NDR machte in den vergangenen Jahren ohnehin selten eine gute Figur bei seinem Engagement für den «Eurovision Song Contest», sobald er nicht auf tatkräftige Unterstützung von Stefan Raab bauen konnte. Doch die Posse um das Zwei-Tage-Engagement Xavier Naidoos für den Wettbewerb gehört schon jetzt zu den größten Blamagen, die sich der Norddeutsche Rundfunk eingehandelt hat. Und es wird nicht besser: Wie die "Bild"-Zeitung nun in Erfahrung gebracht haben will, sei der Rückzieher vom Samstag anders als zunächst behauptet nicht aufgrund der lautstarken öffentlichen Kritik erfolgt. Es habe viel mehr erst noch eines Brandbriefs aus den eigenen Reihen bedurft, bis man Konsequenzen zog.

Demnach sollen 40 Mitarbeiter ein gemeinsames Schreiben an die Senderleitung geschickt haben, in dem sie sich über die Naidoo-Verpflichtung echauffierten, obgleich er mit Fremdenfeindlichkeit, Homophobie, fragwürdigen religiösen Ansichten und Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht werde. Der Bereich Zeitgeschehen, Kultur und Doku habe "die Entscheidung mit Unverständnis und Fassungslosigkeit aufgenommen" und gehe davon aus, dass sie "das Ansehen der ARD und damit unser aller Arbeit nachhaltig" beschädige, zitiert "Bild" konkret aus dem angeblichen Schreiben. Unter den zahlreichen festangestellten Redakteuren sollen sich auch Personen in leitenden Positionen befunden haben.

Damit erreicht das ohnehin schon große PR-Desaster des NDRs noch einmal eine neue Dimension - denn zum einen offenbart sich, dass Xavier Naidoo wohl selbst in den eigenen Reihen kaum Rückendeckung genossen haben und die Entscheidung zu seinen Gunsten von einigen Wenigen durchgedrückt worden sein dürfte und zum anderen stellt es die öffentlich kolportierten Beweggründe für den Rückzieher stark in Frage. Am Samstag hatte bereits Naidoo in einem Facebook-Statement betont, dass die ARD konkret auf ihn zugekommen und die Anfrage "der alleinige Vorschlag der ARD" gewesen sei. Insofern kann man auch noch den Umgang der Sendeanstalt mit dem Künstler kritisch hinterfragen.

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