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Website-Check: Wer präsentiert sich im Netz am besten?

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Quotenmeter.de bewertet die Internetauftritte der acht großen TV-Sender. Wer weiß zu überzeugen und wer fällt durch?

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Im Juni gab RTL bekannt, seinen Online-Aufritt grundlegend repositionieren zu wollen. Zukünftig sollen bei „rtl.de“ nur noch programmeigene Inhalte verfügbar sein, Klatsch-Berichte und andere News sollen im Gegenzug verschwinden. Ausgelagert werden sollen diese dafür auf eine neue Seite, die den Namen „rtlnext.de“ tragen soll. Wir wollen den Anlass nutzen, um einmal die Websites der acht großen Vollprogramme zu vergleichen. Wie präsentieren sich Öffentlich-rechtliche und Privatsender im Internet?

RTL und VOX: Schmuddelecken und Langeweile


Vom Design her ähnlich sind die Internetauftritte von RTL und VOX gestaltet. Gerade die Seite von RTL ist sehr vollgepackt, was auf den ersten Blick unübersichtlich wirkt. Relevante News-Meldungen auf populären Positionen kommen zwar selten vor, sind unter der Dachmarke «RTL aktuell» aber vereinzelt zu finden– Pluspunkt, denn das machen die meisten anderen Privaten nicht. Ein klares Minus ist hingegen, dass RTL tatsächlich eine Reihe an Inhalten verwendet, die nach außen hin ableiten – beispielsweise auf „Sport.de“ oder „Frauenzimmer.de“. Das wirkt sehr lieblos und zeugt nicht von großem Interesse der Verantwortlichen, die Seite ansprechend zu gestalten. Auch auf eine kleine Schmuddelecke mag der Sender mit dem „Girl des Tages“ nicht verzichten. Eigene Sendungen wie «GZSZ» oder «DSDS» werden zwar auch beworben, kommen verglichen mit anderen Websites aber eher kurz.

Von der Verpackung her ist VOX sehr ähnlich, allerdings unterscheidet sich der Inhalt gegenüber dem großen Bruder RTL doch recht deutlich. So bewirbt der Sender auf seiner Website vor allem sein eigenes Programm. Verweise auf die «Höhle der Löwen» oder «Revenge» machen unvermeidlich klar, dass man sich im Reich der Kölner befindet. Positiv ist zudem, dass die Seite nicht ganz so vollgepackt ist wie bei RTL. Allerdings schafft man es nicht, in irgendeiner Form Akzente zu setzen - die Seite ist solide aufgebaut, bleibt aber reichlich unspektakulär. Gar keinen Platz finden News-Meldungen - nicht einmal Klatsch und Tratsch. Information nimmt auf der Website also genauso wenig Relevanz ein wie im VOX-Programm.

ZDF & ARD: Der eine simpel, der andere genial
Geht man auf die Website des ZDFs, bekommt man neben einer Bildergalerie mit TV-Highlights zum Durchklicken zunächst nicht viel geboten. Ganz oben ist eine Leiste angebracht, über die man zum Beispiel zu den Webangeboten von ZDFneo oder ZDFinfo gelangt. Im Hauptbereich gibt es neben den TV-Empfehlungen, die an oberster Stelle stehe, die Rubriken „ZDF Mediathek“, „Sendungen und TV-Programm“, „Nachrichten“ und „Sport“ – alles im selben Design aufgemacht. Das lässt die Seite sehr strukturiert wirken und macht sie leicht zu verstehen bzw. zu durchschauen. Anderseits droht bei dem überkonsequenten und reichlich unkreativen Aufbau, dass die Website den User langweilen könnte.

Schon anders sieht die Website des Ersten aus, die etwas bunter aufgemacht daherkommt. Der Sender bietet gleich mehrere Schlagzeilen zum Durchklicken als Topthema an. Dabei beziehen sich die meisten zwar auf das eigene Programm, aber auch politisch-relevante Meldungen der «Tagesschau» finden einen Platz. Weiter unten findet man eine Galerie mit TV-Highlights der letzten und kommenden Tage. Ansonsten gibt es noch die Rubriken „Film-Debuts“ und „Telenovelas“, in denen die Senderhits angepriesen werden. Im Bereich „Aktuelles“ im unteren Bereich der Seite finden sich Meldungen aus aller Welt, Sport und zum Wetter wieder. Insgesamt ist der Aufbau lockerer als beim sehr strukturierten ZDF, aber nicht zu unübersichtlich, als dass man sich verlaufen könnte.

Sat.1, ProSieben und kabel eins: Zweimal solide, einmal lieblos
Praktisch nur zum Bewerben des eigenen TV-Programms dient die Website von Sat.1. Die Topthemen rotieren im Sekundentakt und beziehen sich ausnahmslos auf das Programm des Senders. Völlig flach fällt der Aspekt Information - Minuspunkt. Angenehm ist die Anordnung der Themen, die nicht so dicht ist, dass man als User überfordert sein könnte. Das liegt zum Teil auch daran , dass die Verantwortlichen mit großen Bildern arbeiten – etwas, das bei anderen Sendern nicht so groß geschrieben wird. Nett ist zudem die Galerie mit den Senderhighlights, die gleich unter der Schlagzeile durchgeklickt werden kann.

Ähnlich sieht das bei ProSieben aus, das vom Design her sehr Sat.1 ähnelt. Die großen Bilder, viele Senderinhalte und kurze Videos aus dem Programm des Senders sind weit oben platziert. Der vielleicht größte Unterschied ist, dass man mit der Rubrik „Stars“ einen kleinen Teil für Inhalte außerhalb des eigenen TV-Programms opfert. Auffällig populär platziert ist zurzeit Werbung für «Got to Dance». Die zahlreichen Trailer zur Show befinden sich direkt unter dem Topthema. Das ist zwar sehr offensiv, aber im Vergleich zu anderen Websites durchaus mutig. Kleiner Minuspunkt ist die auf der Seite verwendete Werbung, die teils zu offensiv daherkommt.

Der Internetauftritt von kabel eins orientiert sich – wie sollte es anders sein – ebenfalls an denen von ProSieben und Sat.1, fällt aber aus inhaltlicher Sicht eindeutig durch. Neben den eigenen Programmhighlights (die bei kabel eins in der Tat rar gesät sind), gibt es vor allem viele softe Inhalte, die mit dem Sender zum Teil nichts zutun haben – anders ist ein Artikel zu „10 nützlichen Fakten über Whisky" wohl nicht zu erklären. Eine andere Rubrik heißt „Spielen, Quizzen und Gewinnen“ und ist in dem Zusammenhang wohl ebenfalls nur als Indiz für einen Sender zu werten, der kaum eigene Highlights anzubieten hat.

RTL II: Die positive Überraschung


Designtechnisch sehen lassen kann sich dafür RTL II, das ähnlich wie ProSieben und Sat.1 mit einem rotierenden großen Teaser und ansprechenden Bildern aufmacht. Dabei geht es vor allem, aber nicht nur um Programminhalte. Auch die Rubrik „RTL II Spiele“ findet einen Platz, ansonsten gibt es vor allem erweiternde Infos zum RTL II-Programm. Eine wichtige Rolle spielt zurzeit natürlich «Popstars», aber auch die Vorabend-Sendungen werden kräftig beworben. Hauptunterschied zu kabel eins: RTLII konzentriert auf sein eigenes Programm und füllt nicht mit irrelevanten Meldungen auf. Zudem hat man auch beim Design das richtige Maß zwischen zu wenig und zu viel gefunden. Einzig und allein die starke Werbung wirkt - ähnlich wie bei ProSieben - ein wenig zu offensiv.

And the winner is…


Fazit: Die ZDF-Website ist einfach, strukturiert und schlicht gehalten und somit vor allem für Internetanfänger ansprechend gestaltet. ProSieben und Sat.1 versuchen vor allem ihr eigenes Programm zu bewerben und scheuen dafür nicht vor großen Bildern zurück, was prinzipiell nicht schlecht ist. VOX pusht ebenfalls das eigene Programm – das ist solide, aber nicht mehr als Business as usual. Löblich ist der Internetauftritt von RTL II, da er sich an keinem anderen orientiert und vor allem mit Programminhalten zu überzeugen weiß.

Der Gewinner aus unserer Sicht ist Das Erste, das sowohl vom Design her als auch inhaltlich zu überzeugen weiß. Die Seite ist nicht überladen, arbeitet mit Inhalten zum Programm und bietet zudem relevanten externen Stoff. Schlusslichter sind dagegen RTL und kabel eins. Letzterer Sender füllt zu viel Platz mit absolut irrelevanten Meldungen, was recht lieblos wirkt. RTL verweist indes auf derart viele externe Inhalte, dass man glatt zu vergessen droht, dass man sich auf der Website eines TV-Senders befindet. Immerhin haben die Kölner ja schon angekündigt, die Dinge verbessern zu wollen. Das ist auch gut so.

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