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«Das Nachrichtenjournal»

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Die seriöseste halbe Stunde Fernsehen im wöchentlichen Programm von RTL II läuft in der Zielgruppe unter Senderschnitt, muss eine Absetzung aber nicht fürchten.

Auf arte flimmern nachts mitunter Formate, die als eher skurril zu bezeichnen sind – die Situation bei RTL II gestaltet sich eher gegenteilig. Dort versteckt sich die Ernsthaftigkeit in den Sendestunden nach Sonnenuntergang, verstärkt zwischen Mitternacht und 1 Uhr am Montagmorgen. Dann geht «Das Nachrichtenjournal» auf Sendung, das im Jahr 2002 aus der Taufe gehoben wurde – eine nicht ganz freiwillige Tat des Vollprogramms. Denn eben jene medienrechtliche Bezeichnung, die mit einer begehrten Lizenz verbunden ist, war zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts für den boulevardesken Kanal in Gefahr.

Damals bemängelte die zuständige Landesmedienanstalt den unzureichenden Anteil an Informationssendungen, der für ein Vollprogramm verpflichtend ist. RTL II reagierte mit einer täglichen Wiederholung der Abendnachrichten – und der Einführung von «Das Nachrichtenjournal».

„RTL II hat den "klassischen" Informationsanteil dadurch erhöht und den Vollprogrammcharakter gefestigt“, urteilte damals die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und bestätigte den Status von RTL II. Dabei erfüllt das Format mehr als zehn Jahre später nicht nur die Rolle einer lästigen Pflicht, sondern fährt zudem durchaus ordentliche Werte ein, auch wenn die Sendedauer zwischenzeitlich auf 30 Minuten gekürzt wurde.

Im analysierten Zeitraum seit dem Jahresbeginn 2015 gelang zwar eher selten der Sprung über den Senderschnitt in der Zielgruppe, insgesamt läuft «Das Nachrichtenjournal» aber durchaus stabil. Seit dem 11. Januar wurde das Format jedoch nur zweimal vor Mitternacht gestartet, teilweise begann die Ausstrahlung auch erst gegen 3 Uhr am Morgen. Die erste Ausgabe des Jahres sprach 0,34 Millionen an, die gegen 2 Uhr nachts sehr gute 6,9 Prozent ausmachten. Auch bei den Jungen konnte die Einschaltquote von 7,7 Prozent überzeugen, verantwortlich zeigten sich dafür 0,19 Millionen zwischen 14 und 49 Jahren. Dass «Das Nachrichtenjournal» aber auch dann punkten kann, wenn es früher gezeigt wird, bewies die Sendung sieben Tage später, als 0,50 Millionen insgesamt ab 23.45 Uhr ordentliche 4,1 Prozent generierten. Aus den Reihen der Werberelevanten schalteten 0,32 Millionen ein, die 6,2 Prozent und damit einem Wert auf dem Senderschnitt entsprachen.

Eben jenem kam «Das Nachrichtenjournal» auch in der Folge des Öfteren nahe. So am 8. Februar, als 0,33 Millionen und 3,7 Prozent aus dem Gesamtpublikum angelockt wurden. Bei den 14- bis 49-Jährigen kamen 0,23 Millionen und 5,8 Prozent zusammen. In der Folgewoche wurden zwar die geringsten absoluten Zuschauerzahlen gemessen, das allerdings war der Sendezeit geschuldet: Die Interessierten mussten sich nach Mitternacht noch über drei Stunden gedulden, bis das Format auf Sendung ging. 0,15 Millionen ab drei Jahren entsprachen zu dieser Uhrzeit 5,2 Prozent, in der Zielgruppe durfte RTL II 7,2 Prozent verbuchen. Eher niedrige Zuschauerzahlen fuhr «Das Nachrichtenjournal» hie und da aber auch bei regulärem Ausstrahlungsbeginn ein. So wurden am 15. März ab 00.45 Uhr 0,26 Millionen und 3,1 Prozent aus dem Gesamtpublikum gemessen, bei den Jungen wurden für 0,15 Millionen 3,8 Prozent ausgewiesen. Die bislang letzte Ausstrahlung am 12. April wurde von 0,29 Millionen und 3,7 Prozent insgesamt sowie 0,19 Millionen und 5,4 Prozent der Werberelevanten verfolgt.

Im Durchschnitt verfolgten 0,30 Millionen und 4,2 Prozent aller Fernsehenden die 13 Ausgaben von «Das Nachrichtenjournal» seit Jahresbeginn. Bei den Jungen wurden 0,19 Millionen und 5,5 Prozent gemessen. Der Senderschnitt von RTL II lag im März dieses Jahres bei 4,0 Prozent im Bereich des Gesamtpublikums sowie 6,4 Prozent für die Werberelevanten. Konnte das Format damit bei den relevanteren 14- bis 49-Jährigen nicht ganz überzeugen, zeigen die überdurchschnittlichen Zahlen bei allen Fernsehenden doch, dass die Sendung ihr Publikum findet.

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