Wirtschaft

Constantin schielt in Richtung Gewinnzone

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Die 2012 eingeleiteten Maßnahmen im Sport-Bereich würden greifen, heißt es. Nicht zuletzt dank 360-Grad-Ausrichtung fließen jetzt Werbegelder.

Das Ergebnis auf einen Blick

  • Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 487,8 Mio. Euro (2013: 458,3 Mio. Euro)
  • Betriebsergebnis (EBIT) erreichte 21,4 Mio (Vorjahr: 7,9 Mio. Euro). 2014 allerdings auch weniger Aufwendungen und Materialkosten
  • Konzernjahresergebnis (Ergebnis nach Steuern) verbesserte sich um 10,3 Mio. Euro und erreichte 3,9 Mio. Euro (2013: -6,4 Mio. Euro)
  • Ergebnisanteil Anteilseigner lag bei -3,3 Mio. Euro
Die Hoffnung hatte man in Ismaning, in der Zentrale von Sport1, nie so ganz verloren. Trotz Marktanteilsgewinnen ließ sich Ende 2013 und Anfang 2014 nicht mehr Geld über Werbung umsetzen. Die Sport-Sparte von Constantin Medien blieb deutlich defizitär. Im Sport1-Programm gab es darüber hinaus nach dem kurzen Gastspiel von Senderchef Thilo Proff zahlreiche Baustellen. Erst Olaf Schröder, einst Fußballchef des Kanals, konnte diese schließen. Nicht immer mit populären Entscheidungen, dafür immer aber das große Ganze im Blick habend. Sport1.FM, der Radiosender, der die Bundesliga als Konferenz überträgt, zum Beispiel ist inzwischen nur noch in deutlich abgespeckter Variante On Air, dafür nun aber wirtschaftlich besser aufgestellt.

Entsprechend zieht man im Jahr 2014 gerne einen Strich unter die Bilanzen des Bereichs Sport – und das, obwohl die wichtigen Einnahmen des einstigen Fußballsenders Liga total! (beauftragt durch die Telekom) nun fehlen. Bereinigt um die im Vorjahr noch enthaltenen Erlöse aus der Veranstaltung des früheren Bundesliga-Senders LIGA total! wuchs der Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz. Umgesetzt wurden 2014 148,2 Millionen Euro, knapp eine Million mehr als im Jahr zuvor.

„Besonders hervorzuheben ist, dass im Segment Sport die Erfolge bei der bereits 2012 eingeleiteten Neuausrichtung immer klarer sichtbar werden. Es gelingt uns, die hohen Investitionen, die wir in Programm, Produktion und zahlreiche multimediale Plattformen getätigt haben, mehr und mehr zu monetarisieren“, sagte Bernhard Burgener, der Vorsitzender der Constantin Medien AG am Dienstagmorgen. Insgesamt verbesserte sein Unternehmen den Umsatz um 6,4 Prozent auf 487,8 Millionen Euro. Somit landete man am oberen Ende des selbst gesteckten Zielkorridors. Das Konzernjahresergebnis (Ergebnis nach Steuern) verbesserte sich um 10,3 Mio. Euro und erreichte 3,9 Millionen Euro (2013: -6,4 Mio. Euro). Der darin enthaltene Ergebnisanteil Anteilseigner lag bei -3,3 Millionen Euro (2013: -11,0 Mio. Euro) und war damit deutlich besser als die nach dem dritten Quartal 2014 bereits nach oben angepasste Zielspanne von zwischen Minus sieben und Minus neun Millionen Euro.

Entsprechend rechnet man bei Constantin Medien für 2015 mit einer Fortsetzung des positiven Trends. Man rechnet heuer mit einem Konzernumsatz von zwischen 450 bis 490 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Holding-Kosten sowie der Finanzierungsaufwendungen und Steuern erwartet die AG ein auf die Anteilseigner entfallendes Konzernergebnis von null bis zwei Millionen Euro. Dafür wurde aber auch kräftig investiert. Mit dem Kauf der Europa-League-Rechte, wo man kabel eins mal eben ausgebootet hat, setzte Sport1 ein positives Ausrufezeichen und will ab Herbst große Fußball-Abende am Donnerstag zelebrieren.

Neue Führungscrew bei Constantin Medien

Ihre Spitze neu aufgestellt hat die Constantin Medien AG: Der Vorstand bleibt weiterhin dreiköpfig: Neben Bernhard Burgener und Freg Kogel stößt nun Hanns Beese, Finanzvorstand der Constantin Film AG, zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Funktion als Finanzvorstand der Constantin Medien AG hinzu. Antonio Arrigoni verlässt das Unternehmen im Juni mit Ablauf der Hauptversammlung 2015 im freundschaftlichen Einvernehmen.

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Vermarktet werden sowohl Champions League als auch Europa League übrigens von TEAM, einer Firma, die zu Constantin gehört. Sie erzielte 2014 einen Umsatz von 41,1 Millionen Euro, ein Anstieg um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segment Film erhöhte 2014 den Umsatz um 10,2 Prozent auf 295,6 Millionen Euro. Zum Wachstum trugen insbesondere das Geschäftsfeld TV-Auftragsproduktion und der Bereich Home Entertainment mit den sehr erfolgreichen Neuveröffentlichungen «Fack Ju Göhte»  und «Chroniken der Unterwelt – City of Bones»  bei, heißt es seitens Constantin. Im Bereich Kinoverleih erzielten auf dem heimischen Markt die Komödie «Männerhort»  und das Jugendabenteuer «Fünf Freunde 3»  jeweils knapp 1,2 Millionen Zuschauer.

Schwerer könnte es die Film-Sparte in diesem Jahr haben, wird am Dienstag vorsichtig angedeutet: „Weil 2015 keine international vermarktbaren Eigenproduktionen in die Kinos kommen werden und im Bereich Home Entertainment von einem schwächeren Jahr auszugehen ist.“ In der Chefetage in Ismaning betrachte man das Erreichte nur als weiteren Zwischenschritt der Constantin Medien auf dem Weg zu stabilen schwarzen Zahlen, lässt sich Bernhard Burgener zitieren. „Neben der Weiterentwicklung unserer operativen Geschäfte werden wir in den kommenden Jahren auch einen stärkeren Fokus auf die Vereinfachung unserer Konzernstrukturen legen. Dadurch wollen wir Kosten sparen, Prozesse beschleunigen und das Unternehmen insgesamt schlagkräftiger machen.“

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