Wochenquotencheck

RTL-Wohnungs-Soap: Absetzung gerechtfertigt?

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«Unsere erste gemeinsame Wohnung» soll bald aus dem Programm der Kölner verschwinden. Dabei waren die Quoten der letzten Folgen gar nicht so schlecht, wie man vielleicht annehmen würde.

In dieser Woche gab RTL bekannt, «Unsere erste gemeinsame Wohnung»  im kommenden Jahr im Archiv verschwinden zu lassen. Im Umfeld von Scripted-Realites und Magazinen wirkte die Doku-Soap, ausgestrahlt vormittags um 11.30 Uhr, zuletzt eher wie ein Fremdkörper. Ab nächstem Jahr soll der Vormittag zwischen 9.30 Uhr und 12 Uhr komplett mit «Betrugsfälle»  und den «Trovatos» bespielt werden – eine Tatsache, die Kritiker nicht zum Jubeln veranlassen dürfte. Nach gegenwärtigen Angaben würde «Unsere erste gemeinsame Wohnung» damit nur noch zwei Mal zu sehen sein: Am kommenden Montag und am darauffolgenden Dienstag. Angesichts der baldigen Absetzung des Formats wollen wir auf die Quoten der letzten Ausstrahlungen schauen. War die Verbannung von «Unsere erste gemeinsame Wohnung» tatsächlich vonnöten?

Zunächst ist anzumerken, dass in den letzten zwei Wochen keine Folgen von «Unsere erste gemeinsame Wohnung» zu sehen waren. Stattdessen setzte RTL um 11.30 Uhr auf einen zweiwöchigen Testlauf der Doku-Soap «Traumkleid gesucht» . Die bis dato letzte Ausstrahlung von «Unsere erste gemeinsame Wohnung» lief demzufolge am 5. Dezember vor 0,53 Millionen Zuschauern und mäßigen 11,2 Prozent der Umworbenen. Bei allen blieb der Marktanteil an diesem Tag mit 8,8 Prozent deutlich einstellig. Dafür hatte es zu Beginn der Woche deutlich besser ausgesehen: Am Dienstag, 2. Dezember, sahen beispielsweise 0,66 Millionen Zuschauer und 14,6 Prozent der 14- bis 49-Jährigen zu – ein grundsolider Wert.

Ähnlich lief es beim Gesamtpublikum, bei dem annehmbare 10,9 Prozent ermittelt wurden. Im Schnitt standen in der ersten Dezember-Woche 12,3 Prozent der Umworbenen bei 0,58 Millionen Zuschauern zu Buche. Das waren in der Tat keine rühmlichen Werte – und dennoch lagen sie noch über den Quoten vieler anderer Flops, die RTL zurzeit im Programm hat (siehe «Berlin Models»). Hinzu kommt, dass «Unsere erste gemeinsame Wohnung» Anfang Dezember nicht seine stärkste Woche erwischte. Noch deutlich besser hatte es Ende November ausgesehen, als die Doku-Soap gleich zwei Mal über 15 Prozent gelangte. Am Dienstag, 25. November, hatte die Ausstrahlung mit 0,73 Millionen Zuschauern und 15,9 Prozent sogar ziemlich erfolgreich abgeschnitten. Selbst beim Gesamtpublikum standen an besagtem Tag überdurchschnittliche 12,2 Prozent zu Buche.

Betrachtet man die Quoten zwischen Mitte November und Anfang Dezember, kommt man für «Unsere erste gemeinsame Wohnung»  auf einen durchschnittlichen Marktanteil von 12,6 Prozent – kein wirklich guter, aber auch kein fürchterlich schlechter Wert. Die durchschnittliche Reichweite belief sich auf 0,59 Millionen Zuschauer. Bei allen ergaben sich im Mittel 9,9 Prozent, womit die Zweistelligkeit nur knapp verfehlt wurde – eine Tatsache, die RTL angesichts vieler Neustarts, die in dieser Zuschauergruppe sehr oft einstellig bleiben, eigentlich freuen sollte.

Trotzdem: Den Kölnern waren diese Werte unterm Strich nicht genug, weshalb man es ab nächstem Jahr nur noch mit gescripteten Sendungen am Vormittag probieren wird. Ob diese einen viel besseren Job machen werden, ist fraglich – zumal sie das Image von RTL nicht verbessern dürften. Dringend nötig wäre die Absetzung von «Unsere erste gemeinsame Wohnung» somit nicht gewesen.

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