Die Kritiker

«Wilsberg – Kein Weg zurück»

von

Neuer Fall, altes Muster. «Wilsberg» kämpft mal wieder um die Unschuld eines Mannes, lässt dabei aber nicht die prägenden Merkmale des Formats außen vor. Insgesamt besinnt das Format sich wieder stärker auf alte Tugenden.

Cast und Crew

Vor der Kamera:
Leonard Lansink als Georg Wilsberg, Oliver Korittke als Ekkehardt Talkötter, Ina Paule Klink als Alex Holtkampf, Rita Russek als Anna Springer, Roland Jankowsky als Overbeck, Bernd Michael Lade als Enno Fellner, Katja Studt als Kamilla Marks, Marcus Mittermeier als Gert Marks, Christina Hecke als Dr. Isolde Flint und Alexander Hörbe als Paco


Hinter der Kamera:
Regie: Martin Enlen, Drehbuch: Sönke Lars Neuwöhner und Natalia Geb, Schnitt: Monika Abspacher, Kamera: Philipp Timme, Kostüme: Bea Gossmann, Musik: Matthias Weber
Im neuesten Teil der «Wilsberg»-Reihe mit dem Titel „Kein Weg zurück“ geht es um einen Vergewaltiger, der nach Absitzen seiner Gefängnisstrafe beweisen will, dass er unschuldig eingesessen hat. Dadurch erhofft er, nicht weiter von der Gesellschaft vorverurteilt zu werden und somit die Möglichkeit zu erlangen, wieder ein normales Leben zu führen. Obwohl ihm sonst niemand glaubt, steht Wilsberg dennoch zu ihm und setzt alles daran, seine Unschuld zu beweisen. Gleichzeitig muss Ekki sich bei einer Therapeutin mit seinen Depressionen auseinander setzen und lernen, dass er kein Verlierer ist.

Enno Fellner, so der Name des vermeintlichen Vergewaltigers, sinnt auf Wiedergutmachung. Seiner Meinung nach ist er Opfer einer Lüge möchte dies belegen. Doch immer wieder wird sein früheres Opfer bedroht und die Indizien verdichten sich, dass Fellner sehr wohl schuldig war und es ihm seit seiner Haftentlassung nur um Rache geht. Während Wilsbergs Nichte, die Anwältin Alex, nicht bereit ist, Fellner zu vertreten, nimmt sich Wilsberg des Falls an und beginnt, das Rätsel zu lösen.

„Kein Weg zurück“ schafft es dabei sowohl, als anspruchsvoller Krimi zu glänzen, aber auch mit den gewohnt humoristischen Einlagen der Reihe. Zu bestechen Ein besonderes Highlight stellt hier einmal mehr die Figur des Overbeck, gespielt von Roland Jankowski, dar. Fiel er zuletzt in der Episode „90-60-90“ ein wenig in den Schatten, bekommt er in „Kein Weg zurück“ ein ums andere Mal die Möglichkeit, aufzutrumpfen. In gewohnt tollpatschiger und peinlicher Manier sorgt er immer wieder für die nötigen Lacher und Schmunzler, die «Wilsberg» so unverwechselbar machen.

Doch auch Oliver Korittke fällt als Ekkehardt „Ekki“ Talkötter positiv auf. Es wirkt äußerst komödiantisch, den eigentlich so guten Geist mit übertriebenen Selbstzweifeln und Depression zu sehen. Vor allem sein Zusammenspiel mit Christina Hecke, die eine Psychologin spielt, sorgt für tolle Fernsehmomente.

Doch nicht nur die Komödienelemente besitzen eine gewisse Strahlkraft, auch Bernd Michael Lade, bekannt aus dem Leipziger «Tatort», spielt seine Rolle ganz hervorragend. Die dunklen Seiten, wenn Fellner von Hass, Zorn und Wut erfüllt ist, wirken absolut glaubwürdig. Aber auch seine weichen Momente, in denen er sich dem Zuschauer offenbart, wirken dabei großartig inszeniert, so dass man als Zuschauer beginnt, seine Person zu hinterfragen, ohne einen konkreten Beweis dafür zu haben.

Martin Enlen schafft es mit „Kein Weg zurück“, einen tollen Samstagabendkrimi zu inszenieren und sich dabei vor allen Dingen auf das Fundament der Reihe zu stützen. «Wilsberg» ist, war und bleibt eine Krimireihe, die es dennoch schafft, mit dem konträren Element der Komik positive Akzente zu setzen. Insgesamt sorgt „Kein Weg zurück“ für 90 Minuten spannende und abwechslungsreiche Unterhaltung. Dabei ist es gar nicht mal so sehr der Kriminalfall, der besonders überzeugend oder genial aufgezogen wirkt, sondern viel eher das gute und durchweg überzeugende Schauspiel der Darsteller sowie eine gehörige Brise Situationskomik.

«Wilsberg - Kein Weg zurück» ist am 03. Januar um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen.

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