Quotencheck

«Bundesvision Song Contest»

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Zum zehnjährigen Jubiläum ging es für Stefan Raabs Wettbewerb wieder etwas aufwärts.

In diesem Jahr hatte der «Bundesvision Song Contest» sein zehnjähriges Jubiläum. Seit 2005 treten die verschiedenen Bands und Sänger als Vertreter der sechszehn Bundesländer gegeneinander an, wer gewinnt, entscheiden dabei die Zuschauer per SMS oder Telefon. Stefan Raab, der Gründer des Wettbewerbs, moderiert dabei die Show auf ProSieben und wurde im Laufe der Jahre durch verschiedene Prominente unterstützt. Am Samstag fand um 20.15 Uhr der zehnte «Bundesvision Song Contest» statt, diesmal in der Lokhalle in Göttingen. Gewinner war die Band Revolverheld mit ihrem Hit „Lass uns gehen“, damit ging der Sieg erstmals an Bremen. Der Wettbewerb ist eine Art Kleinformat des «Eurovision Song Contests», allerdings kann man bei Raabs Version auch für sein eigenes Bundesland stimmen. Die Kandidaten stellte Stefan Raab jedes Jahr in den Wochen vor dem Wettbewerb in seiner Show «TV total» vor.

Zum Auftakt der Show 2005 war der «Bundesvision Song Contest» ein echter Quotenknaller. 3,23 Millionen Zuschauer folgten am Samstag, den 12. Februar dem Wettbewerb, so kam ein Marktanteil von 11,0 Prozent zusammen, der Durchschnitt von ProSieben liegt hier bei 6,0 Prozent. Bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren sahen die Zahlen ebenfalls erfreulich aus. 2,55 Millionen Junge schalteten ein, der Marktanteil stieg auf 21,2 Prozent und überbot den Senderschnitt von ProSieben bei der werberelevanten Bevölkerung, der bei 11,8 Prozent liegt, also bei weitem. Als Gewinner ging damals die Band Juli, als Vertretung für Hessen, mit ihrem Hit „Geile Zeit“ hervor. Die neue Show bewerte sich quotentechnisch also und der Fortsetzung im Folgejahr stand nichts mehr im Wege.

Ein Jahr später fand der «Bundesvision Song Contest» am 9. Februar in der Mittelhessen-Arena in Wetzlar statt, der Veranstaltungsort wanderte zum Gewinner-Bundesland des Vorjahres. Janin Reinhardt unterstütze Raab bei der Moderation. Doch die Zuschauerzahlen kamen nicht an das Niveau des Vorjahres heran, der Sendeplatz wurde allerdings auch auf einen Donnerstag verlegt. 2,48 Millionen Zuschauer ab drei Jahren und 2,14 Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren schalteten ein, der Marktanteil schrumpfte im Vergleich zum Vorjahresniveau auf 9,1 Prozent und auf 18,3 Prozent bei den Werberelevanten, doch der Senderschnitt wurde trotzdem weit überboten und ProSieben hatte, trotz der Quotenverschlechterung gegenüber der ersten Show, keinen Grund zur Besorgnis. Zweiter Sieger des «Bundesvision Song Contest» wurde 2006 Berlin mit Seeed.

Bei der zweiten Show war es noch zu früh, um von einem Abwärtstrend zu sprechen, doch auch bei der dritten Show 2007 verschlechterten sich die Werte für ProSieben noch. Trotzdem wurde der angestrebte Marktanteil wieder überboten, auch beim dritten «Bundesvision Song Contest» fielen die Werte nicht unter den Senderschnitt, die Show wurde aber auch wieder auf das Wochenende verlegt und lief wieder am 9. Februar zur Primetime. Allerdings sollte die Show ursprünglich einen Tag später, also samstags, ausgestrahlt werden, ProSieben wollte aber die direkte Konkurrenz zu «Deutschland sucht den Superstar» vermeiden und verlegte den «Bundesvision Song Contest» vor. Diesmal fand der Wettbewerb im Berliner Tempodrom statt. Die Zuschauerzahl bei den Jungen sank auf 1,72 Millionen und der Marktwert auf 16,3 Prozent, was allerdings immer noch ansehnliche Werte waren. Insgesamt folgten der Show noch 2,04 Millionen Menschen und der Marktanteil lag bei 7,6 Prozent, kam hier also dem Gesamtschnitt von ProSieben langsam näher, allerdings aus einer unerfreulichen Richtung. Gewinner wurde Niedersachsen mit Oomph! feat. Marta Jandová.

2008 wurde die Show dann auf einen späteren Zeitpunkt verlegt, weil ProSieben die UEFA Cup-Rechte an den Spielen des FC Bayern Münchens besaß. Am 14. Februar lief die Show erst um 21.00 Uhr, diesmal aus Hannover. Die Moderation wurde neben Stefan Raab wie im Vorjahr von Johanna Klum übernommen, Brandenburg sicherte sich mit der Band Subway to Sally den Sieg. Insgesamt verbesserte sich der Marktanteil bei einer Zuschauerzahl von 1,58 Millionen leicht auf 8,0 Prozent, doch in der Zielgruppe sah das schon schlechter aus. Noch 1,31 Millionen Junge folgten dem Wettbewerb, der Marktanteil schrumpfte weiter auf 15,0 Prozent. Damit wurde der Abwärtstrend des «Bundesvision Song Contests» besorgniserregender, auch wenn der Senderschnitt noch nicht unterboten wurde, doch von der aufwendigen Show versprach sich ProSieben mehr.

Beim fünften «Bundesvision Song Contest» 2009 verzeichnete ProSieben dann erstmals wieder steigende Zahlen, auch wenn die Werte der ersten Show nicht erreicht wurden. 2,24 Millionen Zuschauer waren es, davon 1,91 Millionen Junge. Der Marktwert in der Zielgruppe stieg auf 17,5 Prozent und auf 8,1 Prozent bei den ab Dreijährigen. Die Show wurde aus Potsdam übertragen und wieder auf die Primetime verlegt, was den Quoten zuträglich war. Peter Fox holte mit „Schwarz zu Blau“ den zweiten Sieg für Berlin.

Im Jahr darauf sah es bei den Quoten wechselhaft aus. Die Show, die am 1. Oktober 2010 um 20.15 Uhr ausgestrahlt wurde, hatte zwar mit insgesamt 2,38 Millionen Zuschauern mehr Publikum als im Vorjahr, doch bei den Umworbenen sank die Zuschauerzahl auf 1,83 Millionen und der Marktanteil auf 17,5 Prozent. Ganz konnte ProSieben das Absinken der Quoten also nicht verhindern, gerade bei den für den Sender wichtigen jungen Zuschauern nicht. Sieger war diesmal Nordrhein-Westfalen mit Unheilig.

2011 ging es für Raabs «Bundesvision Song Contest» dann wieder deutlich abwärts. Diesmal fand der Wettbewerb in Köln statt, wieder zur Primetime. Bereits zum dritten Mal holte Berlin den Sieg, diesmal mit dem Sänger Tim Bendzko. Doch die Zahlen sahen nicht gerade erfolgsversprechend aus, 1,67 Millionen Zuschauer waren es noch, mit einem Marktanteil von 7,0 Prozent. Bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren sah es ähnlich mau aus, 1,31 Millionen Zusehende waren es hier, der Marktanteil in der Zielgruppe lag somit bei nur noch 12,8 Prozent und machte ProSieben zunehmend Bauchschmerzen. Der «Bundesvision Song Contest» versprach mit der ersten Ausstrahlung ein Quotenhit zu werden, doch den Traum musste der Sender recht schnell wieder aufgeben.

Trotz der zunehmend schlechteren Quoten ließ ProSieben den «Bundesvision Song Contest» 2012 auf dem besten Sendeplatz und strahlte den Wettbewerb am 28. September bereits zum achten Mal aus. Doch der Einsatz wurde nicht belohnt, im Gegenteil. Mit 1,32 Millionen Zuschauern rutschte der Gesamtmarktanteil auf 5,7 Prozent – und damit erstmals unter den Senderschnitt von 6,0 Prozent. Bei den Jungen sah es mit 1,07 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 11,9 Prozent zwar etwas besser aus, doch auch hier rutschten die Quoten auf einen besorgniserregenden Stand und auf das schlechteste Niveau seit Ausstrahlung des «Bundesvision Song Contests». Doch ProSieben hielt an dem Konzept fest und veranstaltete den Wettbewerb im Folgejahr in Baden-Württemberg, dem Gewinner-Bundesland von 2012, das durch das Gesangsduo XAVAS vertreten wurde.

Im Jahr 2013 wurde dann der bis jetzt schlechteste Wert in der Geschichte des «Bundesvision Song Contests» geholt. Der fast kontinuierliche Abwärtstrend der Show setzte sich fort, nur noch 1,29 Millionen Zuschauer schalteten am 26. September ProSieben ein, 1,02 Millionen davon waren zwischen 14 und 49 Jahre alt. Der Marktanteil rutschte auf ein Rekordtief der Show von 5,6 Prozent, in der Zielgruppe holte der Wettbewerb mit 11,5 Prozent ebenfalls schlechte Zahlen, nun traf auch noch die Befürchtung des Senders ein und der Senderschnitt wurde unterboten. Von den tollen Anfangswerten entfernte sich der «Bundesvision Song Contest» also immer mehr. Einzig Niedersachsen durfte sich bei der Show freuen, das Bundesland holte mit Bosse den Sieg.

Doch zum zehnjährigen Jubiläum des Wettbewerbs ging es dann endlich wieder aufwärts, die Zuschauerzahlen verbesserten sich am Samstag auf 1,44 Millionen Zusehende und 6,3 Prozent Marktanteil, also ordnete sich die Show wieder oberhalb des Senderdurchschnitts an. Von den Werberelevanten Zuschauern schalteten 1,10 Millionen ein und generierten so einen Marktanteil von 13,0 Prozent, also ebenfalls den Senderschnitt überbieten. Sieger war zum ersten Mal Bremen mit der Band Revolverheld, Stefan Raab moderierte die Show in diesem Jahr alleine, sonst wurde er durch Moderatorinnen oder durch Elton aus dem Green Room Unterstützung. Für ProSieben bleibt zu hoffen, dass sich mit dem zehnten Wettbewerb der Beginn eines Aufwärtstrends für den «Bundesvision Song Contest» abzeichnet, denn die hervorragenden Startquoten erreichte die Show nun schon zehn Jahre lang nicht mehr.

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