Quotencheck

«Betrugsfälle»

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Erstmals in der Geschichte des Formats lag «Betrugsfälle» im Hinblick auf die gesamte Saison unter dem RTL-Senderschnitt. Muss auch die Pseudo-Doku-Soap um den Verbleib im RTL-Programm fürchten?

«Betrugsfälle»: Quotenhistorie (Mittelwert 14-49)

  • April bis Juni 2010: 24,6 Prozent (40 Ausstrahlungen)
  • November 2010 bis Juni 2011: 25,8 Prozent (140 Ausstrahlungen)
  • Januar bis August 2012: 22,5 Prozent (160 Ausstrahlungen)
  • Januar bis August 2013: 17,6 Prozent (160 Ausstrahlungen)
  • November 2013 bis Juli 2014: 13,7 Prozent (160 Ausstrahlungen)
Die Tage der etablierten Scripted Realitys in der RTL-Daytime scheinen gezählt zu sein. Bereits vor der RTL-Programmpräsentation wurde bekannt, dass RTL-Programmchef Frank Hoffmann künftig ohne die Genrevertreter «Die Trovatos» und «Familien im Brennpunkt» plant. Stattdessen nimmt der Kölner Sender tagsüber künftig zum Beispiel mit Dokus wie dem in einer Testwoche wenig berauschend gelaufenen «5 Zimmer, 1 Gewinner» vorlieb. Auch die Pseudo-Doku-Soap «Betrugsfälle» fand in der Programmankündigung von RTL nur am Rande Erwähnung, dafür erwartet die RTL-Zuschauer bald schon die Fashion-Soap «Berlin Models» auf dem 17 Uhr-Slot, wo «Betrugsfälle» beheimatet ist.

Das Format der Produktionsfirma Norddeich TV wird also erst im September ins deutsche Fernsehen zurückkehren, nachdem die neuesten Ausstrahlungen am 11. Juli endeten. Derzeit sollen «Die Schulermittler» ab 17 Uhr für Quote sorgen, ehe sich RTL seinen Programm-Newcomern widmet. Neben der qualitativen Kritik, denen die Scripted Realitys und Doku-Soaps bei RTL oft ausgesetzt waren, lahmten zuletzt auch die Quoten. Zur Anfangszeit der Serie im Frühling 2010 standen fast ausschließlich Werte von nahezu 30 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen zu Buche. Dieser Tage haben sich die Werte fast halbiert, was auch für einen baldigen Abschied von «Betrugsfälle» seitens RTL spricht.

Im November 2013 lagen die Wochen-Mittelwerte jedoch nie unter dem RTL-Senderschnitt von 13,9 Prozent bei den werberelevanten Zuschauern. Innerhalb der vier Novemberwochen, in denen «Betrugsfälle» wie gewohnt montags bis freitags zu sehen war, lief die Doku-Soap nur einmal pro Woche unter dieser Quotennorm. Für Konkurrenz sorgten zu dieser Uhrzeit nur das bei ProSieben unterdurchschnittlich laufende Lifestyle-Magazin «taff» sowie der Sat.1-Erfolg «Schicksale – und plötzlich ist alles anders». Auch die beliebten Sat.1-Neustarts in der Daytime hatten sicherlich Einfluss auf die immer mäßiger laufenden Sendungen beim Kölner Konkurrenten. Besonders in der Zeit um den Jahreswechsel tat sich «Betrugsfälle» in der Folge schwer. Nachdem die ersten beiden Dezember-Wochen schon reichlich unterdurchschnittliche Zahlen bereithielten, stieß «Betrugsfälle» besonders in der unmittelbaren Vorweihnachtszeit auf wenig Zuschauerinteresse. In der Woche zwischen dem 16. und 20. Dezember schalteten im Schnitt nur 11,0 Prozent der jungen Zuschauer zum RTL-Format. Besonders der Dienstag schlug schwer ins Gewicht, als neben stark laufenden ProSiebenSat.1-Sendungen «Betrugsfälle» nur 8,7 Prozent des umworbenen Publikums unterhielt.

Erst Anfang Januar belief sich der Wochenschnitt wieder auf einen überdurchschnittlich hohen Wert. Der gesamte Januar kennzeichnete einen der erfolgreicheren Monate von «Betrugsfälle», bevor die Marktanteile wieder drastisch abnahmen, als die Olympischen Winterspiele den Konkurrenzprogrammen die Zuschauer abspenstig machten. Zu dieser Zeit lagen die Quoten bei den 14- bis 49-Jährigen gleich mehrere Male im einstelligen Bereich, wobei die Wochen-Mittelwerte zwischen 11,5 und 12,0 Prozent lagen. Zwischen Anfang Februar und Mitte März lag das Mittel der fünf werktäglichen «Betrugsfälle»-Ausstrahlungen stets unter dem Senderschnitt, bevor in der zweiten Märzhälfte ein Kurzzeithoch folgte, das sogar Zielgruppenmarktanteile von bis zu 18,5 Prozent bereithielt. Bis zum Juli erfüllten jedoch nur noch drei Wochen die Erwartungen der RTL-Verantwortlichen, gleichwohl fielen die Marktanteile meist auch nicht katastrophal aus. Seit Olympia bewegten sich die Quoten beim jungen Publikum immerhin ausschließlich auf konstantem Niveau im zweistelligen Bereich.

Von einer quotentechnischen Katastrophe kann man daher bei «Betrugsfälle» keineswegs sprechen. In Bezug auf den Marktanteil bei den für die Werbewirtschaft wichtigen Zuschauern zwischen 14 und 49 liegt die Doku-Soap mit 13,7 Prozent nur knapp unter dem RTL-Schnitt. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass RTL auch weiterhin auf das Norddeich TV-Format setzt, gleichwohl könnte ein Erfolg neuer Formate «Betrugsfälle» zum Verhängnis werden, da RTL nicht mehr allzu angetan von der Programmfarbe zu sein scheint, in die «Betrugsfälle» einzuordnen ist. Mit durchschnittlichen 9,7 Prozent zwischen November 2013 und Juli 2014 lag die 30-minütige Sendung recht deutlich unter den sonstigen Werten der RTL-Formate in Bezug auf das Gesamtpublikum. Die Reichweite betrug im Mittel 1,25 Millionen Menschen, von denen 570.000 aus der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen stammten.

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