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«Stubbe»: ZDFs Quotengarant dankt ab

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In ihrem letzten Fall bleibt sich die Krimi-Reihe treu und bietet seinen Fans nach zahlreichen Quotenerfolgen einen runden Abschluss.

Gesamtmarktanteile der letzten sieben «Stubbe»-Fälle

  • 5. Januar 2013: 23,4%
  • 12. Januar 2013: 22,8%
  • 18. Mai 2013: 22,5%
  • 1. Juni 2013: 12,9%
  • 6. Juli 2013: 20,9%
  • 21. Dezember 2013: 22,1%
  • 4. Januar 2014: 23,5%
20 Jahre, 50 Fälle – «Stubbe» nimmt nach langer Schaffenszeit den Hut. Bei seinem letzten Fall «Stubbe: Mordfall Maria» bleibt sich der Ermittler treu und besticht, wie bisher auch, vor allem durch seine ruhige Art gegenüber Verdächtigen, als guter Zuhörer mit fast schon therapeutischen Tendenzen. Wie es sich für den letzten Fall einer Reihe gehört, sollte auch die Rahmenhandlung am Schluss der Abschiedsausgabe rund sein. Das Privatleben Stubbes, dessen Tochter Caroline (Stephanie Stumph) mit Familie bei ihm ausgezogen ist, seine Freundin Marlene (Heike Trinker), die ausgerechnet einen Job in Stubbes Heimatstadt Dresden annimmt und ihn zu einem Umzug überreden will, sowie seine bevorstehende Pension, die dem Kommissar perspektivlos erscheint, stellen die Hauptfigur vor mehrere schwierige Entscheidungen.

Die damit einhergehende Unsicherheit stellt Wolfgang Stumph gekonnt dar, viel braucht er aber gar nicht zu tun, denn das Drehbuch gibt sich alle Mühe die innere Zerissenheit Stubbes in anderen mal mehr, mal weniger subtilen Verhaltensweisen Stubbes zum Ausdruck zu bringen. Gleich mehrere Male schläft der Kriminalhauptkommissar abseits seines Betts, ob auf Couch, Boden oder Stuhl und geht bei den Ermittlungen teilweise ungewöhnlich energisch zu Werke, was sonst eigentlich die Aufgabe seines Kollegen Bernd Zimmermann (Lutz Mackensy) ist.

Der innere Zwiespalt der Hauptfigur wird zudem durch seine gegensätzlichen Handlungsweisen porträtiert: Die schwierige Entscheidung zwischen der in Hamburg lebenden Familie und der nach Dresden gezogenen Geliebten, resultieren einerseits im Kauf von etlichen Spielsachen für das Enkelkind und andererseits in Anrufen und Treffen mit Marlene. Mit der sonst so einfühlsamen Identifikationsfigur «Stubbe» gehen somit ein ums andere Mal in der Folge die Pferde durch – ein Mittel, das dem Kult-Krimi gut zu Gesicht steht. In vielen Einzeilern merkt man den Verantwortlichen allerdings auch an, dass sie den Zuschauern eventuell nicht zutrauen selbständig einen Einblick in Stubbes Seelenleben zu bekommen, was sich in erklärenden Sätzen wie „Er hat es nicht leicht im Moment“ äußert oder einer Marlene, die an einer Stelle der Handlung so ziemlich alle Ängste Stubbes aufzählt und den Sehgenuss dadurch etwas trübt.

Die ungewohnt vielen Szenen abseits des eigentlichen Falles, inklusive der vielen Einspieler über die Probleme von Stubbes Tochter Caroline sowie deren Mann Helge (Wanja Mues) (Foto), lassen den 90-Minüter in Teilen fast schon in Richtung einer Soap rutschen. Zuschauer, die weniger mit dem Hamburger Kommissar vertraut sind, wird dies abschrecken, da neben der fehlenden Akzentuierung von echter Spannung viel Vorwissen nötig ist, um hinter die Umstände der letzten Episode von «Stubbe – Von Fall zu Fall» zu steigen. Für das umfangreiche Stammpublikum des sympathischen Ermittlers wird die Rechnung allerdings aufgehen. Vor allem seit Anfang 2013 zog «Stubbe – Von Fall zu Fall» die Zuschauer wie ein Magnet an.

Mit seinen sieben Fällen seit dem 5. Januar 2013 nahm Stubbe, bis auf eine Ausnahme, jeweils über 20 Prozent des Gesamtpublikums für sich ein. Interessanterweise lag der Ermittler auch beim jungen Publikum trotz wenig Action und Drumherum deutlich über dem Senderschnitt und knackte in fünf von sieben Fällen die zehn Prozent. Die seit 1995 bestehende Krimi-Reihe ist eine Institution im Zweiten und garantierte auf dem angestammten Sendeplatz zur besten Sendezeit am Samstag seit jeher Top-Quoten und häufig auch Tagessiege.

Neben den privaten Problemen gilt es für Stubbe aber auch noch den „Mordfall Maria“ zu lösen. Wie für die Krimireihe typisch griffen die Macher mit diesem Fall erneut ein sozial relevantes und sonst von der Medienwelt wenig beachtetes Thema auf. Die körperlich behinderte und dennoch unglaublich lebensfrohe Maria (Jana Reinermann) stirbt während eines Basketballspiels inmitten ihrer ebenfalls an den Rollstuhl gebundenen Freunde aufgrund der Injektion einer Giftspritze, wodurch sich der ohnehin abgelenkte «Stubbe» mit einigen schwierigen und ambivalenten Charakteren einer verschworenen Gruppe konfrontiert sieht. Vor allem Uwe Bohm (im Foto links) überzeugt bei seiner Darstellung als verbitterter und schlagfertiger Trainer des Basketballteams. Die schwierigen Unterredungen mit diesem verschlossenen Charakter münden in einem für Stubbe unüblichen und unterhaltsamen Trinkgelage mit unsanftem Aufwachen. Von Anfang an ist das wahrscheinlichste Mordmotiv Eifersucht und dieser Gefühlszustand würde gleich zu mehreren Beteiligten des Falles passen, vor allem als herauskommt, dass Maria schwanger war.

Der Durchbruch im Fall gelingt nicht zuletzt durch das zunehmend harmonische Zusammenspiel zwischen Stubbe, Zimmermann und der zuletzt immer mehr in Erscheinung getretenen Kollegin Tina Rosinsky, die sich alle, zur zusätzlichen Abrundung der Handlung, endlich das „Du“ anbieten. Letztendlich liefert «Stubbe: Mordfall Maria» einen Abschluss, mit dem sich die meisten Fans der Reihe zufrieden geben werden und die sogar die Tür für ein Comeback des beliebten Kriminalhauptkommissars nicht ganz zufallen lässt.

Peter Kahane, der schon seit Anfang der Reihe etliche Fälle inszenierte, zeichnete auch für Stubbes letzten Fall verantwortlich. Dabei blieb er dem Konzept treu, das Stubbe zum Erfolg werden ließ: Bodenständig, ruhig und uneitel sein und dabei vor allem die Dynamiken zwischen den Charakteren nicht außer Acht lassen. Nie versuchte sich ein Regisseur auf Kosten dieses Erfolgsrezeptes ins Rampenlicht zu rücken – die Fans bedankten sich mit stets tollen Einschaltquoten. Die Thematisierung von Stubbes Privatleben, die in dieser letzten Episode noch unerreichte Ausmaße annimmt, ist für Neueinsteiger allerdings gänzlich ungeeignet und der doch stark vernachlässigte Fall bleibt durch die fehlende Zeit nur leicht überdurchschnittlich. «Stubbe»-Fans dürfen sich dafür auf ein gelungenes Ende des Krimi-Klassikers freuen, der seinen Fokus vor allem auf die private Zukunft des Wilfried Stubbes legt.

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