TV-Kritik

Die Kritiker: «Downton Abbey: Kriegszeiten»

von

Das populäre britische Adelsdrama kehrt auf die deutschen Mattscheiben zurück. Quotenmeter.de hat den Start der zweiten Staffel vorab gesehen und verrät, ob sich das Einschalten lohnt.

Inhalt


Hinter den Kulissen

  • Regie: Ashley Pearce
  • Drehbuch: Julian Fellowes
  • Musik: John Lunn
  • Kamera: Gavin Struthers
  • Schnitt: John Wilson
  • Kostüme: Susannah Buxton
  • Produktions-, Art- und Setdesign: Donal Woods, Mark Kebby und Judy Farr
Es ist der November des Jahres 1916: Matthew Crawley hält als Offizier in Frankreich die Stellung in einem Schützengraben bei Somme, direkt an der hart umkämpften Front. Auch Thomas dient im Ersten Weltkrieg, allerdings mit einem niedrigeren Dienstgrad und auch geringerem Engagement als Matthew. Eigentlich möchte Thomas einfach nur raus aus der Schusslinie, jedoch hat er aufgrund seines Stands keine andere Wahl.

Matthew befindet sich ebenfalls in einer prekären Lage, wenngleich in Liebesdingen: Während von ihm verlangt wird, Miss Lavinia Swire zu ehelichen und sogar bereits eine Verlobung eingeleitet wurde, gehört sein Herz noch immer der ebenfalls verlobten Lady Mary. Um sich von der erschütternden Nachricht, dass Matthew heiraten wird, abzulenken, spinnt Mary ein Gerücht, dass sie bald Besuch von einem Zeitungsmogul erhält – eine Lüge, die sie keinesfalls ihre Sorgen zu zerstreuen vermag.

Unterdessen erhält das Haus Crowley Unterstützung in Form der Neuen Dienerin Ethel, die sich große Lebensziele gesetzt hat und aufgrund ihrer Träumereien alsbald aufgezogen wird ...

Darsteller


Hugh Bonneville («Wenn Jane Austen wüsste») als Robert Crawley, Earl of Grantham
Jessica Brown Findlay («Das verlorene Labyrinth») als Lady Sybil Crawley
Laura Carmichael («Dame, König, As, Spion») als Lady Edith Crawley
Jim Carter («Cranford») als Mr. Carson
Amy Nuttal («Hotel Babylon») als Ethel Parks
Brendan Coyle («Starlings») als John Bates
Michelle Dockery («Wer ist Hanna?») als Lady Mary Crawley
Siobhan Finneran («Unforgiven») als Sarah O'Brien
Dan Stevens («Inside WikiLeaks») als Matthew Crawley
Rob James-Collier («Coronation Street») als Thomas Barrow

Kritik


Das Guinness-Buch der Rekorde nennt das britische Kostümdrama «Downton Abbey» die am besten besprochene Serie der Fernsehgeschichte. Fernsehkritiker weltweit überschlagen sich vor Lob ob der mit Passion gespielten, verstrickten Handlungsfäden über ein britisches Adelsgeschlecht. Besonders herausgestellt wird zumeist, wie die üblichen romantischen Intrigen endlich einmal geistreich angepackt werden und fließend in historische Anekdoten übergehen, die Figurendrama mit weltpolitischen Beobachtungen verschmelzen. Was gibt es da also bezüglich des Starts der zweiten Staffel dieses populären, hoch angesehenen Formats noch anzumerken?

Erwähnenswert wäre, dass «Downton Abbey» mit der Einarbeitung des Ersten Weltkriegs neuen Zündstoff für dramatische Momente voller Fallhöhe gefunden hat. Die Gegenüberstellung, wie Thomas und Matthew jeweils an der Front dienen und völlig unterschiedliche Erfahrungen machen, ist historisch rückblickende Sozialkritik und, aufgrund dessen, dass beide Figuren dem Zuschauer ans Herz wachsen konnten, vor allem aber auch eine packende Geschichte voller Charaktermomente. Gleichzeitig stößt mit Ethel eine neue, aufregende Figur dazu. Von Amy Nuttal spielt die neue Hausdienerin mit sympathischer Begeisterung, im selben Atemzug wecken ihr übertriebenes Engagement und ihre undurchschaubare Art Misstrauen – womit eines der besten Aspekte von «Downton Abbey» zum Zug kommt: Effektive Charakterzeichnung, mehrdimensionale Persönlichkeiten – und daraus entstehende Spannung.

Sonst haben weiterhin die Stärken der ersten Staffel ihre Geltung: Fantastische Sets und Kostüme, versierte Regie und eine ruhige, die Dramatik der jeweiligen Szenen für sich selbst stehen lassende Erzählweise. Ob «Downton Abbey» wirklich die beste Serie aller Zeiten ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber es ist ganz großes serielles Erzählen.

«Downton Abbey» ist ab dem 20. Dezember immer um 20.15 Uhr bei ZDFneo zu sehen, sowie ab dem 22. Dezember um 17 Uhr im ZDF.

Kurz-URL: qmde.de/68036
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