Popcorn & Rollenwechsel

Die Rückkehr des Axel Foley

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Die Pläne für einen vierten Teil der «Beverly Hills Cop»-Reihe schreiten voran. Nun steht ein Regisseur für die Actionkomödie fest.

1984 eroberte ein dauerquasselnder, gewitzter und lässiger Polizist die Herzen der Kinowelt: In der Jerry-Bruckheimer-Produktion «Beverly Hills Cop» improvisierte sich der eigenwillige Polizist Axel Foley von einem ikonischen Soundtrack begleitet durch einen persönlichen Kriminalfall und sorgte dabei für viele Lacher sowie für einige spannende Leinwandmomente. Gespielt von Eddie Murphy wurde diese Quasselstrippe zu einem der Kinohelden der Achtziger – und spülte allein in den USA 234,76 Millionen Dollar in die Kassen. Inflationsbereinigt ist dies mehr als eine halbe Milliarde Dollar. Kein Wunder, dass dieser ursprünglich als düsteres Actionvehikel für Mickey Rourke oder Sylvester Stallone geplante Blockbuster drei Jahre später ein Sequel erhielt.

«Beverly Hills Cop» war aber nicht bloß ein Publikumsmagnet, auch die Kritiker mochten diese humorvolle Cop-Geschichte. Zusätzlich zum Kritikerlob gab es noch zwei Golden-Globe-Nominierungen (als beste Komödie und für den besten Komödien-Hauptdarsteller), und als Krönung erhielt das Werk sogar eine Oscar-Nominierung für das beste Original-Drehbuch. Eine solche Ehre blieb der Fortsetzung verwehrt, eingangs kam der von Tony Scott inszenierte Streifen auch nur mäßig bei den Kritikern an. Mittlerweile erarbeitete sich Teil zwei aber seine Fans – ganz anders als der verspielte, dramaturgisch schlaffe dritte Teil, der nur von wenigen Zuschauern geachtet wurde und von dem sich mittlerweile sogar einige der Verantwortlichen distanzieren.

Seit dem 1994 veröffentlichten dritten «Beverly Hills Cop» ist es ruhig um Eddie Murphys populären Ermittler geworden. Pläne für einen vierten Teil wurden regelmäßig schnell im Keim erstickt, zuletzt scheiterte sogar ein von «The Shield»-Schöpfer Shawn Ryan in Kooperation mit Murphy entworfener TV-Ableger an den Senderchefs bei CBS.

Eddie Murphy jedoch mag seine Figur nicht aufgeben, und nun hat er für den vierten Teil starke Partner gefunden. Seit bekannt ist, dass er 2014 seinen First-Look-Deal mit Disney aufgeben muss, steht auch Jerry Bruckheimer, der die Reihe nach Teil zwei verließ, hinter einem vierten Film, und er zeigt sich sehr engagiert, das Projekt ins Rollen zu bringen. Anders als bei früheren Versuchen findet sich nun auch ein Regisseur, der das Franchise anpacken möchte. Die Wahl fiel auf Brett Ratner – mit den «Rush Hour»-Filmen zweifelsohne in diesem Genre versiert, seit «X-Men: Der letzte Widerstand» oder «Aushilfsgangster» aber nicht gerade sonderlich angesehen. Nicht, dass seine homophoben und frauenfeindlichen Interviewaussagen der vergangenen Jahre diesbezüglich hilfreich gewesen wären …

Womöglich kann sich Ratner wenigstens handwerklich rehabilitieren, denn wie der Insiderblog Deadline erfahren haben will, soll es ein vergleichsweise rauer Film sein, der Axel Foley verstärkt gegen die Unterwelt von Detroit kämpfen lässt. Sollte der Film zustande kommen, wäre es nicht nur aufgrund der Rückkehr Axel Foleys ein überraschender Rücksturz in die 80er, sondern auch wegen seines Produktionshintergrundes. Denn «Beverly Hills Cop 4» soll das erste Ergebnis eines neuen, 2014 beginnenden First-Look-Deals zwischen Bruckheimer und seiner 80er-Heimat Paramount Pictures werden. Wie Bruckheimer bekannt gab, hat er bei Paramount alle Freiheiten, Projekte, die das Studio nicht reizen, ohne Repressionen in Kooperation mit anderen Produktionshäusern zu verwirklichen.

Außerdem begründete er seine Entscheidung, zu Paramount zu ziehen, mit der erfolgreichen Pressearbeit, die das Studio unternahm, um den öffentlichen Respekt für den vorab von Kritikern verrissenen Zombie-Actioner «World War Z» zu bewahren. Ein kleiner Seitenhieb auf Disney, wo man «Lone Ranger» nicht vor voreingenommener Kritik retten konnte?

Kurz-URL: qmde.de/67809
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