Kino-Check

Neu im Kino: Grimm vs. Andersen

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Gleich zwei bekannte Märchen erobern in völlig unterschiedlichen Umsetzungen die deutschen Kinos. Zudem wollen Naomi Watts und Robin Wright knisternde Erotik entfachen.

«Die Eiskönigin - Völlig unverfroren»
Die mutige, etwas tollpatschige Königstochter Anna (US-Stimme: Kristen Bell), begibt sich - begleitet von dem kantigen Naturburschen Kristoff (Johnathan Groff) und dessen treuem Rentier Sven - auf eine abenteuerliche Reise, um ihre Schwester Elsa (Idina Menzel) zu finden, die mit ihren Zauberkräften das Königreich Arendelle im ewigen Winter gefangen hält. Auf ihrer gefährlichen Mission setzen den beiden nicht nur die Naturelemente zu, sie begegnen auch mystischen Trollen, müssen sich einem Schneemonster stellen und finden im urkomischen Schneemann Olaf (Josh Gad) einen ebenso treuen wie unverzichtbaren Begleiter.

Die moderne Interpretation von Hans Christian Andersens Märchenklassiker beleuchtet Quotenmeter.de-Kinokritiker Sidney Schering ausführlich im Rahmen des "Film des Monats".

OT: «Frozen» von Jennifer Lee und Chris Buck; mit Kristen Bell, Jonathan Groff, Santino Fontana, Josh Gad, Idina Menzel und Alan Tudyk (US-Stimmen)


«The Counselor»
Weil er frisch verliebt ist und der bildschönen Frau seiner Träume ein gutes Leben bieten will, lässt sich ein Anwalt von seinem ehemaligen Klienten Rainer (Javier Bardem) überreden, bei einem undurchsichtigen Drogendeal einzusteigen. Bei Erfolg soll er 20 Millionen Dollar einbringen. Bei Misserfolg müssen alle Beteiligten die Rache der mexikanischen Drogenkartelle fürchten. Der Deal geht schief. Fortan heißt es: Jeder kämpft für sich selbst. Gewinnen kann nur, wer ruchloser und abgebrühter ist als die anderen. Der Anwalt ist es nicht...

Ob diese starbesetzte Verfilmung des Bestsellers von Cormac McCarthy einen Gang ins Lichtspielhaus rechtfertigt, verrät Ihnen Quotenmeter.de-Redakteur Janosch Leuffen in seiner Kino-Kritik.

OT: «The Counselor» von Ridley Scott; mit Michael Fassbender, Brad Pitt, Cameron Diaz, Penelope Cruz, Bruno Ganz und Javier Bardem


«Blancanieves - Ein Märchen von Schwarz und Weiß»
Die kleine Carmen (Macarena Garcia) wird liebevoll von ihrer Großmutter (Angela Molina) aufgezogen. Denn ihr Vater (Daniel Gimenez Cacho), ein berühmter Torero, ist nach einem Unfall in der Arena gelähmt und kann nicht mehr sprechen, und ihre Mutter starb bei ihrer Geburt. Als auch die Oma stirbt, wird sie von ihrer Stiefmutter (Maribel Verdu) als Dienstmädchen missbraucht. Ein paar Jahre später will sie das Mädchen sogar töten lassen. Doch Carmen findet bei einem fahrenden Zirkus Unterschlupf. Die sieben zwergwüchsigen Stierkämpfer und Clowns bauen sie in ihrer Show ein. Bald ist das Naturtalent die Hauptattraktion.

Auch wenn vielen Deutschen der Titel «Blancanieves» zunächst wenig sagen wird, kennen sie den Stoff, auf den dieser spanische Märchenfilm beruht, höchstwahrscheinlich allzu gut: Erzählt wird hier nämlich die Geschichte Schneewittchens - und dies offenbar auf eine sehr sehenswerte Art und Weise, wenn man diversen Kritikern Glauben schenken darf. Annekatrin Liebisch von Radio Köln zeigt sich vom "hervorragenden Ensemble" begeistert, welches überaus "ausdrucksstark und präzise" spiele. Auch Regisseur Pablo Berger liefere eine gute Leistung ab, da er "all die gestalterischen Mittel ausschöpft, die Kamera, Schnitt und Orchester zu bieten haben". Auch Sebastian Stumbek von moviebreak.de ist voll des Lobes für diese "künstlerische Neu-Interpretation einer klassischen Erzählung". Die filmische Umsetzung des Stoffes erinnere ihn an den Stummfilm-Hit «The Artist» und sei "großartig gespielt, wunderschön gefilmt, originell erzählt und emotional berührend". Irene Genhart von film-dienst.de bezeichnet den Streifen als "herrlich grotesk", wobei es Berger gelinge, gleichzeitig der Vorlage "erstaunlich nah" zu kommen und "doch sehr frei" zu sein. Auch sie empfindet diese Version des grimmschen Klassikers als "wunderbar originell und einfallsreich".

OT: «Blancanieves» von Pablo Berger; mit Maribel Verdu, Angela Molina, Daniel Gimenez Cacho, Pere Ponce, Macarena Garcia und Sofia Oria


«Tage am Strand»
Lil (Naomi Watts) und Roz (Robin Wright) wachsen in einem australischen Küstenort auf und sind seit Kindertagen die besten Freundinnen. Die eine ist Witwe, der Gatte der anderen verschwindet als Professor nach Sidney. Die Söhne der beiden Frauen sind wie Brüder. Als die beiden Heranwachsenden jeweils mit der Mutter des anderen eine Affäre beginnen, genießen alle Vier Sex, Sand und Sonne, bis sich das schlechte Gewissen meldet. Aber sie kommen nicht voneinander los...

Während Robin Wright mit der Netflix-Serie «House of Cards» aktuell ein Engagement auf höchstem Niveau vorzuweisen hat, wird dieser Schmachtfetzen von der Kritik weitgehend verschmäht. Andreas Günther von filmstarts.de bezeichnet diese Umsetzung von Doris Lessings Novelle «Die Großmütter» als "ungemein kitschigen" Erotikschinken mit einer äußerst "ordinär knarrenden Drehbuch-Mechanik", die einzig darauf ausgerichtet sei, "störende Ehemänner zu entfernen und nahezu sprachlose Waschbrettbauchjünglinge zwecks Triebbefriedigung möglichst schnell und oft den Damen zuzuführen". Carsten Moll von critic.de hält dem Film immerhin seine "betörenden Momentaufnahmen" zugute, davon abgesehen lahme jedoch die Dynamik, weshalb «Tage am Strand» zum "Melodram im Leerlauf" gerate. "Das engagierte Spiel der zwei Hauptdarstellerinnen wird vom Drehbuch in einer toten Harmonie gehalten, bei der die eine der anderen im Dialog zustimmen darf." Wesentlich positiver kommt der Streifen bei Hendrike Bake weg, welche "große Klarheit und Souveränität" in der Erzählung "von außerordentlich komplexen Gefühlen" erkennt. Bemerkenswert sei vor allem, dass bei Anne Fontaines Werk "das Glück die Oberhand hat, wo bei den meisten Regisseuren der Kummer und das Drama überwiegen würden".

OT: «Adore / Two Mothers» von Anne Fontaine; mit Naomi Watts, Robin Wright, Xavier Samuel, James Frecheville, Gary Sweet und Ben Mendelsohn

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