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Die Hochwasser-Berichte im Quotencheck

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17 «Brennpunkte» in diesem Jahr – davon zehn zum Hochwasser. Die Berichterstattung, vor allem bei den Öffentlich-Rechtlichen, war und ist weiter extrem gefragt.

Das verheerende Hochwasser hält immer noch Teile von Deutschland in Atem. Während die Regionen im Süden am Wochenende durchatmen konnten, ließ starker Regen am Sonntag und Montag die Pegel kurzzeitig wieder ansteigen. Jetzt ist es vor allem der Osten und der Norden, dem die Unmengen von Wasser zu schaffen machen. Seit nunmehr zehn Tagen beschäftigt die Jahrhundertflut die Bürger in Deutschland – und entsprechend natürlich auch die Fernsehsender. Das Erste strahlte in diesem Jahr bislang 17 Mal einen «Brennpunkt» nach der «Tagesschau» aus – zehn Mal davon drehte sich die Sondersendung um die Flut.

Die erste holte damit auch gleich die beste Reichweite: 10,06 Millionen Menschen sahen am 2. Juni, einem Sonntagabend, zu. Das ist übrigens das beste «Brennpunkt»-Ergebnis der vergangenen Jahre. Erzielt wurden damals 30,6 Prozent Marktanteil. Und auch die weiteren «Brennpunkt»-Ausgaben waren allesamt äußerst gefragt. Vergangenen Dienstag holte Das Erste 20,9 Prozent Marktanteil bei allen, am Mittwoch waren es noch 19,3 Prozent und über fünf Millionen Zuschauer. Am Freitag holte die 20.15-Uhr-Sondersendung 4,48 Millionen Zuschauer ab drei Jahren und 19,6 Prozent, am Samstag kletterte die Quote wieder auf mehr als 20 Prozent. Stark war der «Brennpunkt» dann abermals am Sonntag, als er sogar mehr Zuschauer hatte als der anschließende «Tatort»: 8,39 Millionen Menschen (25,9%) sahen zu, bei den Jungen lag die Quote bei tollen 20,9 Prozent.

Eine gleich 45 Minuten lange Sondersendung am Montagabend zur besten Sendezeit bescherte dem öffentlich-rechtlichen Sender dann einen für den Slot klar überdurchschnittlichen Wert in Höhe von 12,4 Prozent bei knapp 3,7 Millionen Zusehenden.

Nicht ganz in diese Höhen vordringen konnte derweil das ZDF, das seine Sondersendungen immer um 19.20 Uhr zeigt. Am 2. Juni, also dem Rekord-Tag des «Brennpunkts» holte ein «ZDF spezial» 4,46 Millionen Zuschauer und tolle 17,7 Prozent, an den beiden Folgetagen landeten die Informationssendungen aber bei eher mäßigen 11,8 und 13,5 Prozent aller Zuschauer. Erst am vergangenen Wochenende zog das Interesse an der ZDF-Berichterstattung dann wieder deutlich an. Das am Samstag ab 19.25 Uhr gezeigte „Flut ohne Ende?“ kam auf 15,4 Prozent Marktanteil (2,8 Millionen), am Sonntag sahen nach 19.10 Uhr gar 17,9 Prozent die „Zerreißprobe für die Deiche“. 4,29 Millionen Menschen sahen zu.

Waren die Sondersendungen nach den Hauptnachrichten also teilweise nicht übermäßig gefragt, wusste aber das «heute-journal» deutlich zu punkten. Am Mittwoch zeigte das ZDF davon eine XL-Ausgabe mit 40 Minuten Länge, die auf 17,9 Prozent Marktanteil beim Publikum ab drei Jahren (4,65 Millionen) kam. Am Samstag (wohl gemerkt nach «Wetten, dass..?») erreichte die Sendung 21,5 Prozent, am Sonntag kamen 15,5 Prozent zu Stande.

Auch die Privatsender befassten sich in den vergangenen eineinhalb Wochen jeweils schwerpunktmäßig mit dem Hochwasser in Deutschland. Hier machte sich vor allem die Zuverlässigkeit von RTL auf diesem Gebiet bezahlt. Die Hauptnachrichten «RTL Aktuell» landeten in den vergangenen eineinhalb Wochen klar oberhalb des üblichen Jahresschnitts. Am Montag vergangener Woche holten die Kölner damit zum Beispiel 19,2 Prozent bei allen und 19,1 Prozent in der Zielgruppe. Am Dienstag vergangener Woche standen 18,2 Prozent insgesamt und 18,3 Prozent bei den Umworbenen auf der Uhr.

Stark lief die Sendung am Sonntag, als das Wasser im Norden mehr und mehr Probleme machte. Je 21 Prozent Marktanteil generierte die Sendung hier – und die Quoten hatten nichts mit dem danach gezeigten Formel 1-Rennen zu tun, da die Werte zunächst einmal bei der Vorberichterstattung um einige Prozentpunkte nach unten krachten. Die Montags-Ausgabe der Nachrichten von RTL kam dann auf gute 17,7 Prozent.

Anders sieht es da schon bei Sat.1 aus – ernüchternde Zahlen für den neuen Nachrichtenmann Marc Bator. Mehr als 8,6 Prozent, gemessen am Sonntag, 8. Juni, waren nicht zu holen. Maximal wurden durchschnittlich zwei Millionen Menschen beim Bällchensender informiert. Teilweise sanken die Quoten – wie Freitag vergangener Woche – aber auch auf wirklich nicht zufrieden stellende 5,6 Prozent. Ein Special, das Marc Bator am Samstag ab 19.00 Uhr moderierte, kam mit 8,2 Prozent auf halbwegs ordentliche Werte. Es ist aber bezeichnend, dass Sat.1 knapp eine Woche brauchte, ehe die erste Sondersendung On Air ging.

Besser machte es da die Redaktion des «Frühstücksfernsehens», die noch von Berlin aus arbeitet. Die hat eine sehr erfolgreiche vergangene Woche hinter sich – eben, weil man intensiv aus den Hochwasserregionen berichtete. Dafür gab es nicht nur viel Lob in den sozialen Netzwerken, sondern auch gute Quoten: Am Montag, 3. Juni, zum Beispiel mit 18 Prozent in der Zielgruppe gleich den drittbesten Wert des Jahres. Mit 13,8, 14,2, 15,0 und 15,4 Prozent liefen auch die vier weiteren Ausgaben der Morgensendung stark.

Starke Werte wurden auch bei den Nachrichtensendern gemessen, die in ihrer Primetime, also am Vormittag, ebenfalls schwerpunktmäßig aus den Hochwasserregionen berichteten. So holte N24 am Montag vergangener Woche in der Zeitschiene von sieben bis 13 Uhr durchschnittlich 2,1 Prozent Marktanteil insgesamt (0,11 Millionen) und sogar drei Prozent bei den Jungen. n-tv kam zeitgleich auf etwas bessere 0,16 Millionen gesamt und 2,3 Prozent, schnitt bei den 14- bis 49-Jährigen mit 2,1 Prozent aber leicht schwächer ab.





Am Dienstag kamen die Kölner in der besagten Zeitschiene auf 2,0 und 1,2 Prozent – hier wiederholte sich das Bild: N24 war bei den Jüngeren mit 1,7 Prozent gefragter, hatte insgesamt mit 1,9 Prozent aber das Nachsehen. Durchschnittlich 0,08 Millionen Menschen informierten sich dann am Mittwoch bei n-tv zwischen sieben und 13 Uhr, N24 kam in dieser Zeit auf durchschnittlich 0,07 Millionen Zuschauer. Bei den 14- bis 49-Jährigen hatten die Berliner mit 1,5 erneut die Nase vorn. n-tv kam auf 1,1 Prozent. Das Bild wiederholte sich auch am Donnerstag, wo N24 auf 2,1 Prozent kam, n-tv auf 1,6 Prozent. Am Freitag lagen beide Nachrichtensender mit 1,9 Prozent gleichauf, erstmals aber hatte N24 mit ebenfalls 1,9 Prozent aber bei allen die Nase vor n-tv. Der Kölner Sender generierte von sieben bis 13 Uhr 1,8 Prozent. Beide Kanäle landeten bei rund 0,08 Millionen Zuschauer.

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