Die Kritiker

«Sons of Anarchy»

von

Im deutschen Internet bei MyVideo schon ein großer Erfolg, kommt die Serie nun auch ins TV. kabel eins zeigt die erste Staffel rund um den Rockerclub.

Inhalt:


Die „Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original“ sind ein Motorradclub in der kalifornischen Kleinstadt Charming. Nach außen hin führen sie auf legale Weise eine Werkstatt für Autos und Motorräder - unter der Hand handeln sie mit Waffen oder leichten Drogen – sehr zum Gefallen der dortigen Polizei. Gleich in der Pilotfolge wird ein Waffenlagerhaus der Sons of Anarchy von der Mexikanischen Gang Mayans überfallen und abgefackelt, wobei zwei illegale Mexikanerinnen ums Leben kommen. Erbeutet wurde dabei auch die Lieferung an die One Niners aus L.A. Clay, der Chef der SoA, setzt alles daran, die Waffen zurückzubekommen.

Darsteller:


Charlie Hunnam («Queer as Folk») ist Jackson "Jax" Teller
Mark Boone Junior («The Mother of Invention») ist Robert Munson
Kim Coates («Resident Evil: Afterlife») ist Alex "Tig" Trager
Tommy Flanagan («Braveheart») ist Filip "Chibs" Telford
Ron Perlman («Scorpion King 3») ist Clarence "Clay" Morrow
Katey Sagal («Meine wilden Töchter») ist Gemma Teller Morrow
Maggie Siff («Rescue Me») ist Tara Knowles

Kritik:


Mit diesem Format hat der amerikanische Sender FX den Geschmack der Menschen in den USA getroffen: Teilweise schauen mehr als fünf Millionen Menschen die Geschichten rund um den Rockerclub «Sons of Anarchy». Es ist eine Serie, die den Gewohn- und Gepflogenheiten in Amerika wie auf den Leib geschneidert ist. Deshalb war die Vorsicht des deutschen Konzerns ProSiebenSat.1 bei der Einplanung des Formats hierzulande verständlich. Nicht alle in Amerika erfolgreichen Produktionen, lassen sich auch hier in Deutschland mit hohen Zuschauerzahlen ausstrahlen. In der Regel sind dies Serien, die die deutsche Wirklichkeit nur am Rande behandeln, «The West Wing» gilt als Musterbeispiel dafür.

«Sons of America» hat im Mutterland überwiegend positive Kritiken – und besticht durch eine ungewöhnliche, wenn auch sehr brutale Handlung. Es geht dort so zu, wie man es sich auch als halbwegs Ahnungsloser vorstellt. Der Rockerclub ist in den illegalen Waffenhandel im ganzen Land verstrickt und versucht dies natürlich mit allen Mitteln vor den Behörden geheim zu halten. Thematisiert wird selbstverständlich auch der Umgang mit rivalisierenden Banden und Gangs – Handgreiflichkeiten gehören zur Serie demnach wie das Amen zur Kirche.

Entsprechend direkt ist auch die in der FX-Produktion gewählte Sprache. „Diese Mexi-Arschlöcher kommen in unserer Territorium“, heißt es da etwa. Oder: „Ist mir egal, wen wir schmieren. Egal, wo ihr diese Wichser findet, macht um sie herum alles mit einer Atombombe platt.“ Mit diesen kantigen Aussagen mag Schöpfer und Autor Kurt Suffer sicherlich nicht den Massengeschmack treffen, genau das aber macht den Reiz an der Serie aus. Der Zuschauer bekommt Einblicke in eine Welt, von der man sich im realen Leben am liebsten meilenweit entfernt hält.

Keiner von uns möchte zwischen die Fronten der Mexis, der Niners oder der «Sons of Anarchy» geraten. Zusätzlich Zündstoff bekommt die Serie auch, weil Hauptfigur Jax so langsam beginnt die Sichtweisen des Clubpräsidenten zu hinter fragen. Konflikte also auf allen Ebenen, ausgetragen mit unter mit Fäusten, aber auch durch clevere Klüngeleien.

Die Serie spielt in einer fiktiven Kleinstadt in Kalifornien – natürlich spielen daher auch die Stadtgemeinschaft (mitsamt ihrem Tratsch) und Waffen eine gewichtige Rolle. Revolver hier, schweres Gerät da – was in Amerika vermutlich nicht mal sonderlich auffällt, wirft von außerhalb einmal mehr ein seltsames Bild auf das Land. Das gilt im Besonderen für die erste Staffel, die nun hierzulande anläuft, in Amerika aber schon 2008 zu sehen war. Im Mutterland wird derzeit schon Staffel sechs aufgezeichnet.

Allein schon durch die Thematisierung von Waffendeals, Anfeindungen unter rivalisierenden Clubs, drogenabhängigen Müttern und somit auch schwerstkranken Neugeborenen wird klar: «Sons of Anarchy» erzählt keine Gute-Nacht-Geschichten und ist rein gar nichts für sanftere Gemüter. Ob Frauen an der Serie wirklich Gefallen finden, ist somit fraglich. Im Internet – MyVideo zeigte die erste Staffel schon – war das Format ein derart großer Hit, dass es kurzzeitig sogar Gedankenspiele gab, die Serie beim großen ProSieben zu zeigen. Nun ist es kabel eins geworden und ein Sendeplatz am späteren Abend.

Denn: Auch wenn die Geschichten endlich mal ungewöhnlich, die Charaktere tiefschichtig und glaubhaft sind (oder vielleicht gerade deshalb?) geht «Sons of Anarchy» am Massengeschmack vorbei. Wer sich vor dieser Thematik aber nicht zurückschreckt, gerne auf unverblümtes Erzählen steht und es zudem noch mag, wenn langhaarige Kerle mit Kippe im Mund auf ihren Harleys durch die Gegend fahren (ohne Helm, versteht sich), der ist bei der US-Serie vollkommen richtig.

kabel eins zeigt «Sons of Anarchy» ab Dienstag, 6. November 2012, um 22.30 Uhr in Doppelfolgen.

Kurz-URL: qmde.de/60141
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